Club-Info Vertrauensanwälte "Wir sind immer für die Mitglieder da" - Ihr Automobilclub - ACE Auto Club Europa e.V.
Club-Info: Vertrauensanwälte

ACE LENKRAD: Sie sind seit 2003 Vertrauensan­walt beim ACE, was genau bedeutet das?

Wonnebauer: Der Vertrauensanwalt ist der erste An­sprech­partner für unsere Mitglieder bei rechtlichen Problemen. Das Wort Vertrau­en hat schon Bedeu­tung, die Mitglied­er bringen uns von An­fang an großes Vertrauen entgegen. Normalerweise muss beim ersten Gang zum Anwalt erst eine Distanz abgebaut werden. Die Mitglieder wissen aber: "Der Vertrauensanwalt gehört zu meinem Club, dem kann ich das jetzt erzählen und er wird mir helfen."

ACE LENKRAD: Ist eine Verkehrsrechtsschutzversicherung nötig, um zu einem Vertrauens­anwalt zu gehen?

Wonnebauer: Nein, für die Erstauskunft nicht, die ist kostenlos. Die allermeisten ACE-Mitglieder haben aber auch eine Advocard, die gibt es ja für Mit­glieder zu besonders günstigen Kon­di­tio­nen.

ACE LENKRAD: Bei welchen Themen wird denn die kostenlose Beratung genutzt?

Wonnebauer: Erstauskunft heißt, man hat ein Problem und will eine Information, um sich danach zu entscheiden, wie es weitergeht.

ACE LENKRAD: Haben Sie konkrete Beispiele?

Wonnebauer: Oft geht es um den Autokauf, um Mängel die bei einem neu gekauften Auto auftreten. Jetzt hatte ich gerade erst einen Fall, da ging es um eine Geschwin­dig­keitsübertret­ung, wobei ein Fahrverbot drohte. Dann habe ich oft Verkehrsun­fälle, Rotlichtver­stöße, eigentlich die ganze Bandbreite. Die Erstauskunft wird meist dazu genutzt, zu sondieren, welche Mög­lichkeiten es gibt und ob überhaupt eine Chance be­steht, rechtlich vorzugehen.

ACE LENKRAD: Besonders wichtig, wenn es um Punkte geht.

Wonnebauer: Ja, genau. Ich hatte kürzlich einen Man­danten, der hatte elf Punkte, drei weitere drohten ihm. Ich habe ihm geraten, das Bußgeld zu bezahlen und ei­nen freiwilligen Nachschulungskurs zu ma­chen, um Punkte abzubauen. Ohne Rechts­schutz vor Gericht zu ziehen ist nicht zu empfehlen.

ACE LENKRAD: Warum?

Wonnebauer: Ganz einfach, weil die Kosten so enorm hoch sind. Wenn zum Beispiel ein Fahrve­r­bot droht, gehen die Anwaltskosten leicht auf 350 bis 500 Euro. Das Bußgeld liegt bei 250 Euro, das steht dann in keinem Ver­hältnis mehr. Und im Strafrecht bekommt man ja keine Kos­ten vom Staat erstattet, selbst wenn einem das Gericht Recht gibt.

ACE LENKRAD: Auch bei einem Unfall ist es gut, einen Rechtsschutz zu haben.

Wonnebauer: Ja, oft stellt sich doch erst im Laufe des Ver­fahrens heraus, ob jemand schuldig oder un­schuldig ist. Solche Verfahren, zumal wenn viele Zeugen gehört werden müssen, sind langwierig und mit hohen Kosten ver­­bunden. Es ist ja nicht nur der Anwalt, der bezahlt werden muss. Gut­achten sind auch alles andere als billig.

ACE LENKRAD: Wie steht es denn bei Unfällen im Aus­land? Zahlt da auch die Versicherung?

Wonnebauer: Wir kennen in Deutschland den Grundsatz "Der Verlierer zahlt alle Kosten". Der Grund­satz gilt im Ausland meistens nicht. Das heißt, da müssen Gutachterkosten und in fast allen Ländern auch die Anwaltskos­ten selbst getragen werden. Das übernimmt alles die Rechtsschutzversicherung. In Deutschland sind die Anwaltskosten noch relativ niedrig, in anderen Ländern sind sie teilweise doppelt so hoch.

ACE LENKRAD: Zurück zu den Vertrauensanwälten: Das sind alles ausgewiesene Verkehrs­rechts­experten?

Wonnebauer: Die Qualitätsanforderungen des ACE sind sehr hoch. Und das ist auch notwendig, das Recht wird immer komplizierter. Vor ein paar Jahren gab es noch keinen Fach­an­­walt für Verkehrsrecht. Auch ich war da­mals der Meinung, Verkehrsunfälle kann jeder abwickeln. Aber in den letzten Jahren ist die Recht­sprechung sehr diffizil geworden. Die ACE-Mitglieder können sich schon drauf verlassen, dass sie bei den Vertrau­ens­an­wälten in guten Händen sind.

ACE LENKRAD: Sie sind nicht nur Vertrauensanwalt, sondern auch ACE-Kreisvorsitzender. Lässt Ihnen die Arbeit dazu noch Zeit?

Wonnebauer: Als Anwalt habe ich eigentlich schon viel zu viel zu tun. Aber die Arbeit als Kreisvor­sitzender macht zum einen sehr viel Spaß und sie bereichert auch die Fachkompe­tenz des Vertrauensanwalts.

ACE LENKRAD: Inwiefern?

Wonnebauer: Weil ich durch diese Arbeit auch um das eigentliche Verkehrsrecht herum viel er­fahre. Zum Beispiel bei der aktuellen Ak­tion "Denk dran. Halt an!". Da kann ich Fälle ganz anders einschätzen. Am besten gefällt mir die Zusammenarbeit mit der ACE-Werkstatt. Man hat einen kurzen Draht zu einem Kfz-Meister, der gibt ei­nem direkt eine erste Einschätzung und dann kann ich auch ganz anders als Anwalt agieren. Oder ich formuliere Schrift­sätze anders, weil man dann direkten Zu­gang zu technischem Know-how hat und diese technischen Konstellationen präziser formulieren kann. Es gibt ein richtiges Netzwerk beim ACE, von dem ja letztendlich die Mitglieder profitieren. 

Zur Person Stephan Wonnebauer

Stephan Wonnebauer ist ACE Vertrauensanwalt und zu­gleich Kreisvorsitzender in Trier. Der 41-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er hat kürzlich den ersten ACE Verkehrsrechtstag in Trier gemeinsam mit seinem Amtsbruder aus Nürnberg, Peter Lihs, organisiert. www.wonnebauer.de

Das Konzept der ACE Vertrauensanwälte, die eine kostenlose Erstauskunft für alle Mitglieder anbieten, gibt es seit gut zehn Jahren. Nur ausgewiesene Ver­kehrsrechtsexperten können Vertrauens­anwalt werden, inzwischen sind es rund 500 Kanzleien. Außer­dem bietet der ACE einen ACE Unfall-Service (Telefon 0711 530 33 88 33) an, bei der sich Mitglieder noch an der Unfallstelle rechtlichen Beistand holen können. Mehr Infos: ACE Info-Service 0711 530 33 66 77
www.ace.de/vertrauensanwaelte