Tunnelbesichtigung „Schwarzer Berg“

Der Tunnel "Schwarzer Berg" an der A70 bei Eltmann wurde auf den neuesten Stand der Sicherheitsausstattung gebracht. Aus diesem Anlass hat der ACE-Kreisvorsitzende Günter Selig zu einer geführten Besichtigung eingeladen. Das Interesse der ACE-Mitglieder galt in erster Linie den neuen Sicherheitsstandards.

Unter kompetenter Führung von Autobahnmeister Dieter Gonnert begann die Besichtigung am Betriebsgebäude in Limbach. Hier sind die Energieversorgung und Verteilung (Netz- und Notstrom), die automatische Überwachung via Leitsystem, die Druckwasserversorgung, das Ersatzteillager und die Werkstatt, sowie Personalräume untergebracht. Das Gebäude ist unauffällig in die Landschaft integriert. 

Von der Westseite kommend besichtigen die Teilnehmer die Tunnelsüdröhre. Außerhalb der Röhre befinden sich Sensoren, die Windrichtung Außen- und Straßentemperatur messen. Die Kenntnis der Windrichtung ist für einen Einsatz der Feuerwehren im Brandfall wichtig, um im Notfall die Röhre auch von der richtigen Seite anzufahren. Die Temperaturmessung ist hauptsächlich im Winter für die Salzstreuung von Bedeutung. Der Tunnel "Schwarzer Berg" wurde nach den neuesten Vorschriften und Richtlinien der Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln (RABT) erstellt und nachgerüstet.

Die größten Gefahren in einem Tunnel entstehen durch Brand, durch die Hitzeeinwirkungen und vor allem durch Rauchentwicklung und giftige Dämpfe. Die baulichen Sicherheitseinrichtungen sind drei Querstollen, die beide Röhren miteinander verbindet. Sie sind befahrbar und begehbar. Zur Sicherheitseinrichtung gehört auch eine Schlitzrinne in der Betonfahrbandecke, die gefährliche Flüssigkeiten aufnimmt und abschottet. Di Lüftung wird durch Stahlventilatoren betrieben, sie regelt sich durch Messung der Luftqualität und Luftströmung automatisch. Über eine Tunnelfunkanlage werden die Feuerwehr,  der Rettungsdienst. die Polizei, der Betriebsdienst der Autobahnmeisterei und die Radiosende informiert. Jede Notrufnische ist mit einer Notrufeinheit, bestehend aus einem Telefon, zwei Handfeuerlöschern und einem manuellen Brandmelder ausgestattet.
Der Tunnel verfügt neben einer Lautsprecheranlage über eine digitale Videoüberwachung eine Fluchtwegkennzeichnung und eine Brandnotbeleuchtung. Bei Gefahr im Tunnel wird diese durch eine Ampel und eine Schranke für den weiteren Verkehr gesperrt. Die Schranke wurde erst bei der Renovierung neu installiert, weiltrotz roter Ampel immer wieder Fahrzeuge in den Tunnel gefahren sind.
Mit dem Wissen, dass die Sicherheitsmaßnahmen im Tunnel vor Ort auf dem neuesten Stand sind, endete die überaus informative Führung. Trotzdem hoffen alle Besucher, dass es nie zu einem schlimmen Zwischenfall im "Schwarzen Berg" kommt.

 

Kontakt:
Petra Dieterich (ACE-Regionalbeauftragte Bayern)
E-Mail: Petra.dieterich(at)ace.de