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Radelnde Schüler meist ohne Helm unterwegs

11.10.2011 09:00

(v.l. Theo Küpper, Anne Kramer (ACE Vorstand Kreis Duisburg), Ulrich Loske (ACE Vertrauensanwalt).) © ACE Auto Club Europa

Stuttgart (ACE) 11. Oktober 2011 – Um die Sicherheit von Schulkindern auf dem Fahrrad  ist es in Deutschland nicht zum Besten bestellt. 69 Prozent der jungen Zweiradfahrer sind ohne Schutzhelm unterwegs und 54 Prozent tragen beim Radeln ungeeignete dunkle Kleidung. Die schlechteste Helmtragequote verzeichnet mit 87,5 Prozent der Freistaat Sachsen. In 16 Prozent der Fälle wird der Schulranzen einseitig am Fahrradlenker oder lässig über eine Schulter geworfen transportiert. Das geht aus einer vom ACE Auto Club Europa jetzt in Stuttgart vorgelegten Studie hervor; es ist die in ihrer Art bislang umfangreichste Untersuchung. In ihr werden auch teils gravierende Ausstattungsmängel im Bereich der Fahrradbeleuchtung, der Bremsen und der Reifen aufgelistet.
Inspektoren des Clubs hatten unter dem Motto „Bike Heroes“ bundesweit stichprobenartig in 129 Schulen bis zu 10.175 Radler und Fahrräder begutachtet.  Ein besonderes Augenmerk richteten die ACE-Experten auf technische Verkehrssicherheitsanforderungen.

ACE Studie Bike Heroes, Einzelauswertung / Tabellen als PDF

Das Ergebnis:

  • Bei rund 25 Prozent der geprüften Fahrräder ist die Lichtanlage defekt gewesen; Dynamo, Scheinwerfer und Rücklicht fehlten.
  • Bei 26 Prozent der Fahrräder wurden Mängel bei den Reflektoren etwa im Bereich von Speichen und Pedalen festgestellt.
  • 17 Prozent der Fahrräder hatten keine Klingel.
  • 26 Prozent der Fahrräder hatten keinen Gepäckträger.
  • Bei 18 Prozent der Fahrräder fehlten die Schutzbleche.
  • Bei acht Prozent der Fahrräder fehlten die Bremsklötze vorne und / oder hinten.
  • Bei acht Prozent der Hinterreifen und bei sechs Prozent der Vorderreifen wurden Mängel festgestellt, wie etwa ein zu geringes Profil.


ACE fordert Schulministerkonferenz zum Handeln auf
Der ACE appellierte an Schüler, Lehrer und Eltern, sich mehr um Fahrradsicherheit und Mobilitätserziehung zu kümmern. Dazu gehöre auch, dass Schulkinder beim Radfahren einen Helm tragen, damit könnten rund 80 Prozent der bei Fahrradunfällen sehr häufig erlittenen Kopfverletzungen vermieden werden. Von den Kultusministerien der Länder erwartet der ACE, sie sollten den Anliegen der Verkehrssicherheit mehr Aufmerksamkeit schenken; Themen wie proaktive Unfallverhütung müssten zu einem integralen Bestandteil fächerübergreifenden Unterrichts werden.  Die einschlägigen Empfehlungen der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Verkehrssicherheit seien inzwischen 17 Jahre alt und sollten novelliert werden, regte der ACE an.

Jungs auf dem Rad besonders gefährdet
Der Club machte aus Anlass der Veröffentlichung seiner Studie auch auf den jüngsten Bericht des Statistischen Bundesamtes (Destatis) über Kinderunfälle im Straßenverkehr aufmerksam. Danach erlitt 2010 alle 18 Minuten ein Kind im Straßenverkehr einen von der Polizei aufgenommenen Unfall mit Verletzung, die Dunkelziffer dürfte höher sein. Ein Drittel der verunglückten Kinder kamen auf einem Fahrrad zu Schaden. Von den im Jahr 2010 im Straßenverkehr getöteten Kindern waren 19 Prozent auf einem Fahrrad unterwegs, als der Unfall passierte. Gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil waren Jungen insbesondere als Radfahrer mit einem Unfallanteil von 66 Prozent wesentlich stärker gefährdet als Mädchen (ein Drittel). Zurückgeführt wird das unter anderem auf die erhöhte Verkehrsteilnahme und Risikobereitschaft von Jungen.

Die meisten der verunglückten Fahrradnutzer im Alter von sechs bis 14 wurden im Monat Juni verletzt oder getötet, nämlich 1.638 oder 18 Prozent, gefolgt vom Juli mit 1.244 oder 14 Prozent. Die wenigsten Kinder verunglückten 2010 im Dezember auf dem Fahrrad (86 Kinder oder ein Prozent). Am häufigsten verunglücken Schulkinder mit dem Fahrrad in den Zeiten, in denen sie sich normalerweise auf dem Weg zur Schule oder zurück befinden. Insgesamt verunglückten 28.629 Kinder 2010 auf deutschen Straßen, das waren 7,2 Prozent weniger als 2009 – wenigstens diese Entwicklung begründe eine gewisse Zuversicht, meinte der ACE.

 

Der ACE Auto Club Europa ist Mitglied im Verbund Europäischer Automobilclubs (EAC), www.eac-web.eu

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