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ACE LENKRAD 2014.03

FOTO:FOTOLIA Doch solche kreativen Ideen fan- den auf dem diesjährigen Ver- kehrsgerichtstag in Goslar kein Echo. Dabei wurde lange über mehrFairnessbeimSchmerzens- geld diskutiert. Nun soll alles beim Alten bleiben. Vielleicht weil in Goslar viele Vertreter von Versicherungen mit abgestimmt haben. Da wirkt die Empfehlung schon fast ein wenig zynisch, wenn es heißt: „Das derzeitige System steht einer Tendenz zu höheren Schmerzensgeldern nicht entgegen.“ Tatsächlich müssen sich Richter vor allem an alten Entscheidun- gen orientieren. Höhere Entschä- digungen gibt es vielfach nur durch einen Inflationsausgleich. Zudem ist die Rechtsprechung oft willkürlich und ungerecht. Gleiche Verletzungen werden je nach Richter unterschiedlich entschädigt und von Instanz zu Instanz können die zugesproche- nen Geldbeträge auch einmal um hundert Prozent schwanken. Vor allem für schwere Verletzun- gen werden in Deutschland nach Meinung von Experten viel zu ge- ringe Schmerzensgelder gezahlt. Das bestätigt André Pott, Fachan- walt für Verkehrsrecht aus Det- mold: „Bei Bagatellverletzungen haben die Betroffenen oft noch Verständnis dafür, dass es eben nur 1000 oder 1500 Euro gibt, weil die Schmerzen irgendwann nachlassen. Schwerstverletzte fühlen sich hingegen oft abge- speist.“ Immer wieder erlebt der Jurist, dass Versicherer mit einem geringen Angebot versu- chen, die Zahlung zu drücken. „Hier muss man gegenhalten, damit die Assekuranz direkt weiß, dass auch von der anderen Seite ein harter Wind weht“, so Pott. So sollten regelmäßig Vor- schüsse verlangt werden. Zudem sei es wichtig, einen voraussicht- lichen Dauerschaden frühzeitig feststellen zu lassen. „Notfalls als separate Klage“, rät der Anwalt. Probleme gibt es vor allem bei der HWS-Distorsion, dem soge- nannten Schleudertrauma. Es entsteht, wenn der Kopf des Op- fers im Moment des Heckauf- pralls beim typischen Auffahrun- fall auf die Kopfstütze knallt. Rund 200 000 Auffahrunfälle passieren nach Schätzung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) pro Jahr. Vielfach gehen Opfer vollkommen leer aus. Ein Grund ist, dass viele Betroffene viel zu spät zum Arzt gehen. Wer nach einem Unfall Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel be- kommt, sollte sich unbedingt untersuchen lassen – auch wenn es Wochenende ist oder eigent- lich ein wichtiger Geschäftster- min ansteht. Andernfalls kann es später Ärger mit der Versiche- rung geben. „Da wird dann einge- wandt, dass fast jeder unter Spannungskopfschmerzen leidet und die Schmerzen gar nicht vom Unfall herrühren“, warnt Christian Bous, Fachanwalt für Verkehrsrecht aus Memmingen. Auch wichtig zu wissen: Rund um den Personenschaden gibt es zahlreiche Ansprüche, die kaum bekannt sind. Das gilt beispiels- weise für den sogenannten Haushaltsführungsschaden. Das ist die Entschädigung, die der Fa- milie gezahlt wird, weil die Ehe- frau oder der Ehemann nach einem Unfall im Krankenhaus liegt und nicht mehr im Haushalt und bei der Kinderbetreuung mithelfen kann. Daher ist es stets ratsam, sich immer an einen Ex- perten, etwa einen Fachanwalt für Verkehrs- oder Versiche- rungsrecht, zu wenden. Denn dieser kann mit den Assekuran- zen auf Augenhöhe verhandeln und kennt die Fallstricke. Uwe Schmidt-Kasparek Beim Schmerzensgeld ist die Rechtsprechung oft willkürlich und ungerecht. Von Instanz zu Instanz können zugesprochene Geldbeträge kräftig schwanken. Name Vorname Straße PLZ/Ort Telefon E-Mail-Adresse für Newsletter Meine ACE-Mitgliedsnummer Gleich gratis anfordern! Rufen Sie an unter 0711 5303-678 Schicken Sie eine Mail reise@ace-online.de Fax 0711 5303-119 ACE Reisebüro, 70369 Stuttgart ACE-Fahrradreisen AL 03/2014 Radreisen für jeden Geschmack: Begleitete Radlgruppen, Familienradeln, Einzeltouren „Von Ort zu Ort“, Sternradtouren, Kombination Rad- und Schiffstouren plus Wandern. Der neue Katalog ist da! Gleich gratis anfordern!

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