Winterurlaub:

Andermatt-Sedrun (Schweiz) – Zwischen allen Pässen

28.10.2019

Das kantonsübergreifende Skigebiet bietet nicht nur sportliche Pisten, sondern blickt auf eine reiche Geschichte zurück.

„Schneehüenerstock-Express“, was für ein Wort! Überdies kein Schreibfehler, diese Hühner kommen ohne „h“ aus, der Schneehüenerstock ist ein Berg in den Glarner Alpen, 2773 Meter hoch. Die neue Zehner-Gondelbahn startet am Oberalppass und landet unter dem Berg. Der Express startet in Graubünden und verbindet es mit dem Kanton Uri.

Das Gebiet blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück

Die Urschner waren schon vor 800 Jahren geschäftstüchtige Gesellen: Sie sicherten sich das Monopol des Warentransports rund um die Pässe – Furka, Oberalp und Gotthard. Ab 1886 war Andermatt in der Hand der Schweizer Armee. Sie baute das Gotthardmassiv zur Alpenfestung aus, das Motto: Wer den Gotthard hat, hat auch die Schweiz.

Vom Bergdorf zum Ski-Paradies

Aber dann? Ein Bergdorf auf 1444 Metern hatte keinen „Job“ mehr, wurde Skiort mit eher schneidigen Pisten. Und nun haben sich Andermatt-Sedrun interkantonal zusammengeschlossen, auch Sedrun ist nicht gerade schnell erreichbar, zumal vorher ein Skigebiet wie Flims-Laax die Gäste „abgreift.“ Es bedurfte immer schon guter Argumente, warum man dorthin kurvt. Natürlich auch wegen Disentis, wo der Lukmanier das Tor zum Tessin öffnet. Ab dem Winter 2019/20 werden auch Disentis und Sedrun zusammenrücken.

Eine Region der Gegensätze

In Andermatt haben neue Investoren weit über das Tal hinaus für Aufsehen gesorgt: Ein ägyptischer Milliardär baute das Edelhotel „The Chedi“. Von Star-Interior-Designer Jean-Michel Gathy inszeniert, ein bisschen asiatisch, ein bisschen klare Urbanität, sogar ein Sushi-Meister agiert im Urseren-Tal. In Sedrun gleitet die knallrote Rhätische Bahn durch den Schnee und spuckt die Skifahrer auf der Passhöhe des Oberalppasses aus, wo ein trutziger Steinbau seit Ewigkeiten Schnee und Wind trotzt, auch ein Leuchtturm steht da – Andermatt-Sedrun eint eben die Welten!

Fazit

Eines der interessantesten Skigebiete der Alpen: landschaftlich und kulturell. Eher für anspruchsvolle Fahrer, eher hochalpin mit einigen Herausforderungen über der Baumgrenze; blaue Pisten in Nätschen/Gütsch (Andermatt) und auf der Alpe Caischavedra (Disentis). Auf jeden Fall eine Reise wert.

Reise-Info Andermatt-Sedrun

Ski alpin: Einen guten Überblick über die 125 Pistenkilometer bietet die Internetseite der SkiArena Andermatt-Sedrun.

Nordisch: In Andermatt lockt die 28 km lange Loipe Urserental. Unbedingt erkunden sollte man auch das nordisches Sportzentrum in Realp mit Biathlonstrecke. 50 km Loipen erstrecken sich rund um Sedrun und Disentis. Ein Klassiker ist die Strecke am Rhein entlang von Trun nach Disentis. Ein Erlebnis ist die Fahrt mit der Rhätischen Bahn.

Spezielles: Das Museum La Truaisch zeigt eine der wertvollsten Mineraliensammlungen der Schweiz, eine Wohnung von annu dazumal sowie landwirtschaftliche Geräte. Täglich Speis und Trank genießt man in der Stiva Sogn Placi, im Pilgersaal des Klosters Disentis. Ein beliebter Szenetreffpunkt ist der Spycher Andermatt mit Filmen der Extremskifahrer.

Weitere Auskünfte bieten die Internetauftritte der Andermatt-Urserntal Tourismus GmbH und von Sedrun Disentis Tourismus.