Winterurlaub:

Bovec-Kanin (Slowenien) – Sella Nevea (Italien) – Mit Meerblick

28.10.2019

Skifahren mit Blick aufs Meer – das ist möglich im grenzüberschreitenden Skigebiet zwischen Italien und Slowenien.

Gut, das Wetter muss klar sein, aber dann hat man vom Kaninmassiv Sicht auf den Golf von Triest. 80 Kilometer Luftlinie bis zur Adria. Der König hier ist der Triglav. Kenner wissen natürlich, dass man ihn „Triglau“ ausspricht und dass er auf Italienisch „Monte Tricorno“ heißt. Der Triglav-Nationalpark ist von seltener Schönheit, weil hier die schroffen Kalktürme weniger abweisend wirken.

Doppelte Pistenlänge, doppelter Genuss

Bovec ist der slowenische Eingang zum Skigebiet und dem wildromantischen Soca-Tal, und das Hauptaugenmerk liegt auf dem Sommertourismus, die Soca ist ein Kanu- und Rafting-Paradies. Umso mehr sind die Winter hier ruhiger, das Skifahren entspannt und statt Germknödeln aus der Massenproduktion sowie lauem Jagatee dominieren hier herrliche Weine. Der Zusammenschluss des italienischen Skigebiets Sella Nevea mit dem slowenischen Bovec-Kanin hat die Pisten verdoppelt, den Genuss auch.

Hervorragende Weine begleiten die kulinarischen Spezialitäten

Denn die Slowenen beherrschen das Weinmachen erst recht. Die Winzer sind klein geblieben, oft Familienbetriebe oder Klöster. In der Kartause Pletér leben zwölf Schweigemönche und fünf wirtschaftliche Mitarbeiter, einer davon ist der Kellermeister. Der darf natürlich sprechen und seine wunderbaren Weine verkaufen. Die Slowenen sind führend bei den Naturweinen, teils auch radikal wie bei Miha Batič, der im Einklang mit Mondphasen arbeitet und dessen Terroir im Karst schon ganz eigene Weine ergibt.

Die Landwirtschaft war schon immer ökologisch

Dazu passt der berühmte Schafskäse von Bovec oder Gnocchi mit Steinpilzen. Biologische Lebensmittel von Direktvermarktern findet man in Slowenien einfacher als in anderen Ländern. Hier war nie Geld für Dünger oder chemische Futterzusätze vorhanden. Aus einer Mangelwirtschaft ist ein Marketinginstrument geworden.

Hoteldorf mit viel Herzblut

Dazu passt ein Hoteldorf wie Pristava Lepena in einem Seitental der Soča, das Milan und Silvia Dolenc gehört. Er Bauingenieur, weit gereist, weltweit gearbeitet, sie aus Uruguay stammend! Ihr Hotel ist das Ergebnis eines titanischen Willens, das Ergebnis tiefer Überzeugung: Vergiss alles, was dir Hoteliers oder Gastronomen sagen. Baue so, wie du Urlaub machen möchtest!

Fazit

Mediterran-heiter, viele Sonnentage, wertiges Essen, Skifahren auf selten verstopften Pisten. Die weite Anfahrt lohnt sich. Das hier ist eine spannende Reise, nicht einfach ein Skiurlaub.

Reise-Info: Bovec-Kanin – Sella Nevea

  • Ski Alpin: 30 km. Einen guten Überblick bieten die Internetseiten der beiden Regionen Bovec-Kanin und Sella-Nevea.
  • Nordisch: Es gibt Loipen, geführte Schneeschuhtouren und Winterwanderungen im Triglav-Nationalpark. Touren starten auch am Besucherzentrum Dom Trenta.
  • Spezielles: Das im traditionellen Baustil errichtete Hoteldorf Pristava Lepena liegt idyllisch auf einer Hochebene. Das Museum Kobarid ist keines von der Sorte kurzweiliges Urlaubserlebnis, aber ein beklemmendes Zeugnis über den Wahnwitz an der Isonzo-Front. Vom Ersten Weltkrieg waren 18 Nationen betroffen, in der 12. Schlacht (24.10.1917), hier bei Kobarid, waren 615.000 Soldaten beteiligt. In den Geschichtsbüchern wurde sie lapidar aufgeführt als die größte Bergschlacht der Menschheit. Nach 29 Monaten hatte diese Frontlinie 1,2 Millionen Tote und Verwundete gefordert:
  • Weitere Auskünfte gibt es auf der Internetseite der Slowenischen Tourismuszentrale.