27.10.2020

Brambüesch/Chur (Schweiz) – Hauptrolle für die Natur

Schnee in allen Varianten, vom Pulverschnee bis zum Firn – und zwar nicht aus der Kanone – zaubert am Brambüesch, dem Hausberg von Chur, ein Dorado für Skifahrer, Schneeschuhwanderer und Genießer.

Eigentlich war es Jahrtausende Frau Holle, die schneite, mittels Schneekanonen schneit längst der Mensch. Dieser Schnee hat eine andere kristalline Struktur. Es gibt Skifahrer, die noch nie echten Pulverschnee unter den Brettern hatten.

Schnee wie Champagner

Dafür bräuchte es den Durchzug einer winterlichen Kaltfront und tiefe Temperaturen. Pulverschnee ist trockener Schnee, der auch unter Druck nicht zusammenklebt, es entstehen wenig bis kaum verzahnte Flocken – das ist der viel besungene Champagne-Powder – und den hat´s ab und an auch in Chur, dem Hauptort des Kantons Graubünden.

Elixiere mit magischer Wirkung

Der Hausberg Brambrüesch verzichtet bei seinen 20 Pistenkilometern auf Beschneiung und wenn der Schnee nachmittags weicher wird, dann ist der Einkehrschwung nur legitim: Die Liegestühle auf der Älplibar sind besetzt, die Gerstensuppe kommt im Blumentopf daher, der Älplikafi dampft. Kaffee, Nusslikör und Sahne ergeben Wärme von innen, oder man vertraut gleich auf den Churer Röteli, das All-Bündner Getränk aus Branntwein, Wasser, Kirschen, Zimt und Nelken, das nachgerade magische Wirkung haben soll! Sagt auch Michael Christ, der Tourismusdirektor, so ein zähes Manderl, das am Brambrüesch wirklich jeden Felsen und jede Arve persönlich kennt.

Auf Schneeschuhen zu schönen Aussichten

Er hat Schneeschuhrouten über den Dreibündenstein gelegt, hinüber zu den Nachbargemeinden Pradaschier und Feldis. Es sind Routen, die großartige Schneetage versprechen, wo man immer auch mit der Bergbahn und dem Bus hin und retour kommt. Tagestouren mitten im Schnee, mit Ausblicken zum Heulen schön!

Firn macht Fun

Und im Frühjahr hat´s dann Firn. Der beschreibt exakt den mehrjährigen erhaltenen Schnee mit einer hohen Dichte. Der Freerider spricht aber auch beim tragfähigen Schmelzharschdeckel von Firn. Dieser entsteht durch den Wechsel von Schmelzen durch die Sonnenstrahlung am Tag und dem Gefrieren durch Ausstrahlung in der Nacht. Auf Firn zu fahren ist ein Traum, getreu dem Motto: „Hosch a Hirn, dann findsch an Firn!“

Bella Italia in den Alpen – Hier finden Sie unseren Reisebericht "Moena (Italien) – Alpine Perlen"

Schneekanonen? Hier nicht! – Mehr Naturschnee

Hochwang: Wenn man nach Arosa hoch kurvt, geht’s links weg nach Hochwang. Von der Talstation Fatschél rumpelt eine Sesselbahn hinauf auf die Sonnenterrasse Triemel. Von dort führt der Skilift bis auf 2.280 Meter. Die 20 Kilometer präparierte Abfahrten vertrauen auf Naturschnee. Familiär ist es hier heroben, Winter wie anno dunnemals! www.hochwang.ch
Avers: Wie schön! Diese Landschaft, diese Ruhe! Es sind nur acht Pistenkilometer in Avers, aber der Erholungsfaktor ist unermesslich. Avers braucht keine Inszenierung. Die Gemeinde in der Region Viamala im Schweizer Kanton Graubünden ist eine deutsche Insel im rätoromanischen Sprachraum. In der Gemeinde Avers befindet sich die höchstgelegene ganzjährig bewohnte Siedlung Europas, nämlich Juf, eine urtümliche Bauernsiedlung auf einer Höhe von mehr als 2.100 Metern über dem Meeresspiegel. Das Raclette in der Skihütte Cavetta ist ein weiterer Pluspunkt. www.viamala.graubuenden.ch