27.10.2020

Brandnertal (Österreich) – Original und regional

Ein Tal zum Verlieben, voller Originale und kulinarischer Genüsse – und, nicht zu vergessen, mit einem vielseitigen Ski- und Rodelgebiet und tollen Winterwanderwegen.

Genau 200 Kilometer um die Gemeinde Brand sind für Hannes Durnwalder die Obergrenze. Aus dem Umkreis stammen die Produkte im Laden „Spezerei“. „Regional heißt nicht national“, sagt der gebürtige Südtiroler, der in Wien Weinbau studiert hat und lange in Kaltern in der Kellerei gearbeitet hat. Die Walser sind ein roter Faden durch den Laden, das Alpine, Wertige und Handwerkliche der zweite. Im Genussparadies gibt es auch Kleinigkeiten zum Schnabulieren.

Ein Tal voller Originale

Die Bündner Nusstorte (köstlich!) wird allen Ernstes von einer argentinischen Köchin gemacht, die in Corona-Zeiten im Brandnertal strandete. Weil sich jeder in das Tal verliebt! Wegen der Menschen wie Hannes oder Tommy vom Liftstüble, das allen Resopal-Charme der Sechziger ausspielt.

Fleischgenuss mit gutem Gewissen

Wegen Lothar Schedler vom Hotel Sarotla, der ein Partner des Projekts Brandner Almochs ist. Tiroler Grauvieh darf ein Jahr lang langsam auf der Alm heranwachsen. Im zweiten Jahr grasen die Tiere im Tal kurzrasigen Boden, was sich auf die fein marmorierte Fleischqualität auswirkt.

Klimaneutral Urlaub machen – jede Buchung ein Baum

Auch das Hotel Lün ist ein Unikum: Die Oma betrieb eine Frühstückspension, bis sie knapp neunzig war. „Es hat unsere Mama quasi übersprungen“, lächelt Mario Greber. Er und Bruder Daniel waren gefragt und schufen Österreichs erstes klimaneutrales Hotel mit regionalen Produkten, Pelletsheizung und einer E-Tankstelle. Seit 2019 sponsern die Brüder pro Buchung einen Baum, gepflanzt vom Unternehmen „onetreeplanted“, einer Non-Profit-Organisation aus den USA.

Hüttenzauber und Schneesafari

Über all den wunderbaren Begegnungen vergisst man fast das Skigebiet, das so lässig ist: drei Bahnen aus den Ortsteilen, acht Hütten, das Fröd auf der Beste-Hütten-Liste der Alpen ganz weit oben! Die Rodelsafari, eine Kombination aus Abfahrten und Winterwandern – von der Bergstation der Panoramabahn hinunter nach Bürserberg. Wo es natürlich einen Bus zurück gibt, genau wie die Zuganreise nach Bludenz problemlos ist und ab Lindau sogar unentgeltlich! www.vorarlberg-alpenregion.at

Champagne-Powder, Firn & Co. – Skivergnügen auf Naturschnee zeigt unser Artikel "Brambüesch/Chur (Schweiz) – Hauptrolle für die Natur"

Weitere Ziele zum Entschleunigen – Mehr sanfte Mobilität

Vorreiter Schweiz: Die Gemeinschaft autofreier Schweizer Tourismusorte GaST war seit 1988 ein Pionier des sanften Tourismus. Dazu gehören die sonnenverwöhnte Bettmeralp und die Riederalp am Aletschgletscher, wo Regionalität zählt, Entschleunigung und ein Bauen, das keine Hotelburgen zulässt. www.auto-frei.ch
Schladming: Wer mit dem Railjet in der Frühe in München startet, kommt stressfrei dreieinhalb Stunden später in Schladming an und kommt ausgeruht auf die Pisten. Schier endlos kann man über die Vier-Berge-Skischaukel schaukeln, allerdings bremsen 78 (!) Hütten die Euphorie. Die „Genussspechte“ sind eine Initiative von 15 Wirten, die allesamt die klassischen steirischen Gerichte zelebrieren: regional, saisonal, hochwertig und mit viel Können zubereitet! www.schladming-dachstein.at