Camping:

Caravan – Urlaub mit Kind und Kegel

01.05.2016

Campingurlaub ist Familienurlaub – hier findet der Nachwuchs schnell Anschluss. Die Hersteller von Caravans locken mit kindergerechten Ausstattungen.

Die kleinen Camper von heute sind die großen Camper von morgen. Caravanhersteller wissen das genau, sie pflegen Familien als Kundschaft. Auch wenn der Kinderreichtum nicht mehr so üppig ausfällt wie einst. Dethleffs firmiert gar als "Freund der Familie". Selbst gehobene Marken wie Tabbert und Fendt halten familiengerechte Caravans vor.


Im Zweifelsfall reicht schon eine zweite Sitzgruppe, die sich nachts in ein Bett verwandelt. Besonders wohl fühlen sich Kinder jedoch, wenn sie ihr eigenes Reich haben. Das kann eine kleine Sitzgruppe sein, die sich zum Bett umbauen lässt, vielleicht ergänzt durch ein klappbares Stockbett. Bei Einzelkindern bleibt dann die untere Sitzgruppe bestehen.

Typischer Grundriss für Familiencaravans

 

Der typische Familiengrundriss bietet ein Stockbett, mal quer im Heck eingebaut und mal längs, abhängig vom Grundriss. Mit jeweils einem eigenen Fenster, einer Ablage und Beleuchtung – bei Hobby auch als putziger Teddybär – entpuppt sich jede der Liegeflächen als wunderbare Schlafhöhle. Im Bettkasten unten ist Platz für Spielkisten oder Urlaubsgepäck – oder es macht als Klappbett Platz für die Spielecke. Gibt der Grundriss noch einige Zentimeter her, passt ins Heck ein separater Kleider- oder Wäscheschrank. Auf Wunsch sind sogar drei statt zwei Liegeflächen übereinander möglich.

Extra-Elternbett oder umgebaute Sitzgruppe

 

Caravans mit Stockbetten müssen nicht üppig ausfallen, wenn die Eltern mit der umgebauten Sitzgruppe als Nachtlager vorliebnehmen. Der kleine Hobby Ontour 360 zum Beispiel hat   eine Aufbaulänge von gerade mal 4,5 Metern und ist mit 2,1 Meter Breite sehr schlank. Noch zarter ist der Adria Aviva 360 gebaut.


Bevorzugen die Eltern ein fest montiertes Doppelbett, wächst der Caravan um mindestens einen Meter. Wenn dann Küche, Bad und Schrank ebenfalls in   die Breite gehen, erreicht der   Caravan mehr als sechs Meter Aufbaulänge und das Gesamt-gewicht Werte zwischen etwa  1,5 und 1,8 Tonnen. Das verlangt nach respektablen Zugwagen.

Zum klassischen Grundriss gibt es auch individuelle Ausstattungspakete

 

Im Bereich von mindestens sieben Meter Aufbaulänge und zwei Tonnen Gesamtgewicht landet, wer einen Kinderzimmergrundriss wählt: Hier gibt es zusätzlich zum Stockbett eine separate Sitzgruppe für den Nachwuchs. Ein Zwischending sind per Schiebe- oder Falttür abgeteilte Stockbetten, siehe LMC Vivo und Musica sowie Dethleffs Camper.


Zu diesen Klassikern des Caravan-Familienurlaubs gesellen sich spannende individuelle Ideen. Weinsberg zum Beispiel hat ein Ausstattungspaket namens CaraKids entwickelt. Es umfasst zahlreiche Details von der extragroßen Serviceklappe für Kinderwagen über Kunststoffboxen mit gepolstertem Deckel als Hocker bis zu weiteren Steckdosen, Wandverkleidungen und zusätzlichen Kleiderhaken. In Bürstner Premio Plus und Averso Plus schafft ein Hubbett über der Sitzgruppe zusätzlichen Schlafraum – und damit einen sehr kompakten Kinderzimmer-Grundriss. Eriba bietet Feeling und Exciting mit Aufstelldach und Dachbett wie im Campingbus an. Der Mehrpreis dieser kompakten Lösung beläuft sich allerdings auf 3600 bis 4000 Euro. Der Knaus Lifestyle überrascht mit einem weitläufig-gemütlichen Lounge-Grundriss und Bar-Sitzgruppe.

Auf Kleinigkeiten kommt es Familien an

 

Eltern achten auf Details, etwa eine funktionelle Absturzsicherung für das Obergeschoss. Und sie schauen sich die Leiter an: Zarte Kinderfüße benötigen flache Trittstufen. Auch muss die Leiter fest arretierbar sein, so-fern sie nicht ohnehin integriert ist. Sind Stockbetten durch einen dichten Vorhang abgeteilt, idealerweise separat für jedes Geschoss? Wie steht es mit Steckdosen für die unvermeidliche Unterhaltungselektronik älterer Kinder? Und angesichts der Kleinsten: Liegen die Gasregler der Küche außer Reichweite?


Spezialisierte Familiencaravans verlangen nach besonders sorgfältiger Auswahl – dann aber sind so individuell wie die reisende Familie.