Fahrbericht:

Citroën C4 Cactus – In der Komfort-Zone

03.04.2018

Anders als der Name suggeriert, sorgt Citroëns neuer C4 Cactus mit bequemen Sitzen und neuem Fahrwerk für Wohlbefinden an Bord.

Mit dem C4 Cactus gelang Citroën 2014 ein Überraschungserfolg. Mit Luftpolstern auf den Flanken, den sogenannten „Airbumps“, reichlich Platz, farbenfrohen Lackierungen und pfiffigen Details wurde der kompakte Viertürer zum neuen Aushängeschild der Franzosen. Die Neuauflage, die Mitte April zum Händler rollt, wirkt nun gereifter und eleganter. Dazu tragen auch schmale LED-Tagfahrlichter bei, die das Doppelwinkel-Emblem über die gesamte Motorhaube strecken, ebenso wie schwarz eingefasste Hauptscheinwerfer und LED-Rückleuchten mit 3-D-Effekt. Die einstmals charakteristischen Luftpolster sind nur noch angedeutet im unteren Schwellerbereich zu sehen. Grund für die neue Seriosität: Der neue C4 Cactus soll auch den Kunden der demnächst eingestellten C4-Limousine gefallen.

Etwas weniger verspielt, dafür mit breiteren Sitzen

Dazu wurde der in den Abmessungen kaum veränderte, 4,17 Meter lange Kompaktwagen konsequent auf Komfort getrimmt. Mit Erfolg, wie man nach der ersten Proberunde zugeben muss. Schon der Blick ins Interieur wirkt wohnlich und gemütlich. Schlichte Eleganz prägt das Armaturenbrett, ein 7-Zoll-Touchscreen bündelt alle Bedienelemente für Klimatisierung und Infotainment samt Smartphone-Anbindung. Geblieben sind die Türgriff-Schlaufen und die Schnappverschlüsse in Kofferoptik auf dem Handschuhfach – leider aber auch die billigen und unpraktischen hinteren Ausstellfenster. Neu hingegen die ungewöhnlich breiten Sitze, mit extradickem Schaumstoff gepolstert, der wie bei einem Nackenkissen zugleich nachgibt und stützt. Wenn auch nur auf der Geraden, denn in Kurven bieten die Lounge-Sessel nicht genügend Seitenhalt. Doch ein großer Dynamiker ist der neue C4 Cactus ohnehin nicht.

Citroën legt wert auf Komfort

Ganz im Gegenteil: „Comfort is the new cool“, fabuliert Citroëns Marketing und präsentiert dazu eine neu entwickelte und hier erstmals eingesetzte „Advanced Comfort“-Federung, die den C4 Cactus über alle Gemeinheiten des Straßenbelags schweben lässt, ähnlich einer elektronischen Luftfederung in Luxuslimousinen. Mit dem Unterschied, dass Citroëns System rein mechanisch über zusätzliche hydraulische Dämpfer funktioniert und so eine erschwingliche Serientechnik für jedermann darstellt. Ob Buckel oder Bodenwelle, der C4 Cactus bleibt damit auch in Kurven ohne Wanken oder Aufschaukeln auf Kurs. Komplettiert wird das Komforterlebnis durch dickere Scheiben und zusätzliche Dämmstoffe im Innenraum, die Wind- und Motorengeräusche außen vor lassen.

Dazu gesellt sich ein luftig-leichtes Fahrgefühl, bedingt durch das geringe Gewicht von nur 1045 Kilogramm, mit dem jeder der drei bekannten Motoren leichtes Spiel hat. Angeboten werden vorerst der BlueHDI-Diesel mit 99 PS (ab 20.790 Euro) sowie der 1,2-l-Dreizylinder-Benziner, wahlweise mit 110 PS (ab 17.490 Euro) und 131 PS (ab 20.190 Euro). Schon der Basisbenziner PureTech 110, wahlweise mit komfortabler 6-Gang-Automatik (ab 20.640 Euro) ausgestattet, geht flott zu Werke. Die stärkere Top-Version Puretech 130, serienmäßig mit 6-Gang-Schaltgetriebe, beschleunigt noch etwas schneller.