Ratgeber:

Connectivity – Revolution im Cockpit

28.11.2018

Fast alle neuen Autos bieten die Vorbereitung für Apple CarPlay oder Android Auto. Doch was können die Infotainment-Lösungen und wer braucht so etwas? Vergleich der Systeme.

Meine Apps im Auto – wofür soll das denn wieder gut sein?“, „Das ist doch garantiert wieder teurer Schnickschnack“ und „Um das zu nutzen, braucht man garantiert ein Technikstudium“ – so oder so ähnlich klangen die Reaktionen vieler Skeptiker, als Apple 2014 CarPlay vorstellte und Google ein Jahr später mit Android Auto nachzog. Doch die Vorbehalte verpufften schnell. Denn anders als bei sonstigen technischen Neuerungen sind die Schnittstellen, die beliebte Apps wie Spotify, WhatsApp oder die Google-Navigation ins Auto bringen, meist kostenlos sowie kinderleicht per Sprachbefehl zu bedienen. Im Fall von Apple muss man nicht einmal etwas installieren. Damit haben die Silicon-Valley-Größen den Auto-Herstellern mächtig die Leviten gelesen und das Entertainment im Auto längst gekapert.

Sogar ältere Gebrauchtwagen lassen sich nachrüsten

Und das Schöne daran: Anders als bei sonstigen technischen Neuheiten gelingt die Revolution auch von unten. So war der Druck bei Mercedes offensichtlich so groß, dass das neue Infotainment-System nicht etwa in S-Klasse, GLS oder gar EQC debütierte, sondern in der A-Klasse. Doch das modernste Infotainment ist nicht mehr nur Kunden von Premiummarken vorbehalten. Für unter 300 Euro lassen sich selbst ältere Gebrauchtwagen wie ein Opel Vectra C, Baujahr 2002, mit Digitalradio, Freisprecheinrichtung, Kartennavigation sowie einfachem Zugriff auf alle Kontakte nachrüsten.

In Zukunft könnten Smartphones Verkehrsprobleme lösen

Ist dafür heute noch eine Kabelverbindung zwischen Smartphone und Auto notwendig, wird sich im nächsten Schritt das induktive Laden und die Wireless-Verbindung zwischen Smartphone und Auto durchsetzen. Die Hersteller wollen diesmal den Anschluss nicht verpassen und integrieren Smart-Home-Apps, mit denen sich die Heizung oder auch die Kaffeemaschine fernsteuern lassen. Bei BMW, VW und Tesla ist das heute bereits möglich. Und wozu das Ganze? Weil „always on“ mittlerweile Realität geworden ist, die nächste Generation an Autofahrern sich überhaupt nicht mehr vorstellen kann, digitale und analoge Mobilität voneinander zu trennen. Bei Mercedes läuft die Navigation auf dem Smartphone weiter, wenn das Auto geparkt ist, zeigt an, ob man vom Parkplatz nach links oder rechts gehen muss, oder ruft bei Bedarf ein Taxi. So können Smartphones dabei helfen, Staus und damit unnötigen Schadstoffausstoß in der Stadt zu vermeiden – vor allem, wenn in Zukunft auch noch Bus und Bahn in die Routenempfehlung integriert werden.