Ratgeber:

Diebstahl – Wie Sie sich richtig schützen

01.10.2016

Egal ob Fahrrad, Auto oder Gepäck – wer sein Eigentum gegen Diebstahl schützen will, hat dazu zahlreiche Möglichkeiten. Was wirklich hilft, hat ACE LENKRAD für sie zusammengestellt.

Bestohlen zu werden ist mit eine der schlimmsten Erfahrungen, die man machen kann.


Etwa 340.000 Fahrräder werden jährlich in Deutschland gestohlen, rund 18.000 Pkw wechseln unfreiwillig den Besitzer. Dazu kommen unzählige Beutezüge, bei denen Koffer, Kameras, Handys oder andere Wertsachen entwendet werden. Neben dem Verlust der persönlichen Gegenstände und den damit verbundenen Erfahrungen entsteht oft auch ein erheblicher finanzieller Schaden. Etwa, wenn professionelle Diebesbanden mit rüden Methoden einzelne Autoteile wie Airbags, Navigationssysteme oder Leichtmetallräder erbeuten und dabei den Rest des Autos demolieren.


Gegen den "Klau auf Bestellung" durch gut organisierte und technisch versierte Banden ist im Grunde kein Kraut gewachsen. So stellen moderne Wegfahrsperren für die Profis keine große Hürde dar.


Ähnlich verhält es sich mit Schlössern. Auch das hochwertigste Fahrradschloss muss irgendwann vor dem Trennschleifer kapitulieren. Allerdings suchen sich Diebe immer den Weg des geringsten Risikos. Und der sollte möglichst schnell und geräuschlos sein. Der durchschnittliche Raddiebstahl dauert nicht länger als drei Minuten. Wer den Dieben die Arbeit bereits von weitem erkennbar erschwert, hat also bessere Chancen, sein Eigentum zu behalten.

Vorbeugung

 

Für Fahrräder gilt: Selbst an vermeintlich sicheren Plätzen, an denen viele Fahrräder abgestellt sind, wie zum Beispiel an Bahnhöfen, Schulen, Universitäten oder auch an Schwimmbädern, ist das Fahrrad keineswegs sicher. Denn genau an solchen Orten ist die Auswahl natürlich auch für Diebe besonders groß. Und natürlich werden die am schwächsten gesicherten Fahrräder zuerst mitgenommen. An belebten Stellen und im Licht stehen Fahrräder wie Autos sicherer als in dunklen Seitenstraßen. Auch wenn das vielleicht ein paar Meter mehr Fußweg bedeutet. In einigen südlichen Ländern ist es üblich, sämtliche Ablagen und Fächer im Auto zu öffnen, um Gelegenheitsdieben von vorneherein zu zeigen, dass es hier nichts zu holen gibt.


Eine ziemlich neue Masche ist, mit Funkblocker die Verriegelung per Fernbedienung zu verhindern. Also immer kontrollieren, ob das Fahrzeug auch wirklich verschlossen ist.


Noch sicherer sind von daher, vor allem im Urlaub, Garagen oder wenigstens ein umzäuntes oder bewachtes Gelände. Das gilt natürlich für alle Gefährte.

Abschreckung

 

Gute Chancen, das Eigentum zu behalten oder zumindest wiederzubekommen, bietet eine bereits von außen erkennbare Markierung, die einen Wiederverkauf als Hehlerware erschwert, beziehungsweise fast unmöglich macht. Für Fahrräder gibt es eine mithilfe der Polizei eingeführte bundeseinheitliche Kodierung (zusammengesetzt aus Kraftfahrzeugkennzeichen, Gemeindeschlüssel, Straßenschlüssel, Hausnummer und Initialen), die in den Rahmen graviert wird. Damit lässt sich anhand der amtlichen Schlüsselzahlen von Fundämtern und Polizeidienststellen leicht entschlüsseln, wem das Fahrrad ursprünglich gehörte. Diesen Service bieten Fahrradhändler oder zum Teil auch die Polizeidienststellen an.


Auch bei Fahrzeugen lassen sich Teile markieren. So können zum Beispiel Nummern in Scheiben oder andere elementare Bauteile geätzt werden, die eine spätere Zuordnung der Teile ermöglichen. Stellt ein Dieb fest, dass die Beute eindeutig markiert ist, so lässt er eher die Finger davon. Relativ neu ist die Methode, einzelne Bestandteile mit künstlicher DNA zu markieren. Diese ist nur mit einem speziellen Verfahren nachweisbar, ein sichtbarer Hinweis darauf ist jedoch durchaus in der Lage, einen Dieb zu verunsichern.

Alarmanlagen

 

Von einer normalen, akustischen Alarmanlage sollte man sich nicht allzu viel versprechen. Viele Versuche haben gezeigt, dass im Grunde niemand eingreift, wenn ein wild hupendes und blinkendes Auto verladen wird. Das passiert ja schon regelmäßig, wenn ein Auto legal und zu Recht aus dem Halteverbot geschleppt wird.


Ähnlich verhält es sich auch mit der Ultraschall-Überwachung des Innenraumes. Wird eine Scheibe eingeschlagen, löst zwar die Alarmanlage aus, doch ist der Dieb mit der erbeuteten Ware schon längst über alle Berge. Außerdem reicht manchmal bereits eine Fliege im Innenraum, um einen Fehlalarm auszulösen.


Zusätzlich zu den herkömmlichen Alarmanlagen direkt vom Hersteller oder als Nachrüstlösung gibt es inzwischen aber auch die Möglichkeit eines stillen Alarms per SMS an eine beliebige Handynummer. Mehr dazu im Kapitel GPS-Tracker.

Schlösser

 

Geht es darum, leichte Gegenstände wie Fahrräder oder auch Koffer gegen einfaches Wegtragen zu sichern, ist ein Schloss erste Wahl. Das Angebot ist groß: Neben Ketten-, Falt- und Bügelschlössern gibt es auch leichte und einfache Spiral- oder Seilschlösser. Hersteller wie Abus und Trelook teilen ihre Produkte in Schutzklassen ein. Je höher die Klasse, umso länger widersteht das Schloss auch brutalsten Methoden mit Bohrer, Säge und Bolzenschneider. Umso höher ist natürlich auch der Preis. Als Faustregel sollte man rund zehn Prozent des Wertes in den Diebstahlschutz investieren. Schlösser müssen passend zum Risikofaktor gewählt werden: Wartet das Rad den ganzen Tag am Bahnhof, sind zwei unterschiedliche Schlösser ratsam.


Mindestens eines davon sollte ein massives Bügelschloss aus einer höheren Schutzklasse sein. Denn erstens hat jeder Dieb ein Lieblingsschloss und zweitens nimmt er sich im Schnitt nur drei Minuten Zeit.


Beim Anschließen ist das Schloss idealerweise so weit wie möglich vom Boden entfernt, damit dieser nicht als Widerlager für Hebel oder Bolzenschneider dienen kann. Gute Parkbügel haben deshalb im oberen Bereich zusätzlich eine Stahl-Öse. Wird der Schließzylinder möglichst unzugänglich positioniert, sind Zugang und Sicht erschwert, was das "intelligente Knacken" der Schließung mit kleinen Spezialwerkzeugen – auch Picking genannt – sehr mühsam macht.

Wegfahrsperren

 

Jedes moderne Auto hat heute bereits eine integrierte Wegfahrsperre. Doch auch davon lassen sich professionelle Diebe nicht schrecken. Mit Laptop und entsprechender Software bewaffnet lässt sich nahezu jedes Auto austricksen, sofern die Langfinger Zugang zu Datenleitungen und Stromversorgung erlangen.


Eine weitere simple, vor allem bei Oldtimer-Freunden beliebte Zusatzsicherung ist das Entfernen von wichtigen Bauteilen wie Kraftstoffpumpenrelais oder Verteilerfinger. Bei modernen Autos ist das in der Regel jedoch keine Option mehr. Außer ihre Werkstatt hat hier einen individuellen Geheimtipp. Ebenfalls nur für Oldies geeignet: Batterieklemmen, die den Stromfluss per Funk komplett unterbrechen und unlösbar mit der Batterie verbunden sind.


Eine weitere Option sind mechanische Wegfahrsperren, die im Grunde auch unter die Kategorie Schlösser fallen. Am bekanntesten ist sicherlich die Lenkradkralle, die das Lenken unmöglich macht und zudem bereits von außen eine abschreckende Wirkung hat. Allerdings ist hier sehr auf die Qualität zu achten, denn eine billige Kralle ist ebenso schnell geknackt wie ein Spiralschloss vom Grabbeltisch.


Neben den Krallen, die in das Lenkrad geklemmt werden, gibt es auch Systeme, die Lenkrad und Bremspedal verbinden, sowie ein Schloss mit dem Namen "Disklok", welches das Lenkrad komplett umhüllt und somit quasi nebenbei auch den Airbag-Diebstahl verhindern kann. Nicht billig, aber ebenfalls wirkungsvoll ist eine Gangsperre zum Nachrüsten, die zusätzlich einen eingelegten Gang blockiert und das einfache Wegfahren ebenfalls unmöglich macht.

GPS-Tracker

 

Die modernste und universellste Möglichkeit, sich gegen Diebstahl zu wehren, ist sicherlich ein GPS-Bewegungsmelder. Die kleinen, schon im Streichholzschachtelformat erhältlichen Kästchen melden bei Bedarf ihre Position über das Mobilfunknetz und lassen sich unauffällig in oder an fast jedem Gegenstand platzieren – ob Fahrrad, Auto, Reisegepäck oder sogar am Haustier. Dabei können gewisse Grenzen gesetzt werden, in denen sich das Modul bewegen darf. Rund um diesen Radius wird eine Art unsichtbarer Zaun gezogen (Geo-Fencing) und beim Überschreiten der Grenze Alarm ausgelöst. Dazu ist meist ein monatliches Abo nötig, einige Anbieter arbeiten dafür sogar direkt mit den Behörden zusammen. Im Fall der Fälle bestehen also wenigstens gute Chancen auf Wiederbeschaffung des Eigentums und Verhaftung der Diebe. Und das ist schließlich auch schon ein Fortschritt, wenn man den Diebstahl schon nicht mit letzter Sicherheit verhindern kann.