Ratgeber:

Diesel – Bald auch sauber

28.05.2018

Mitten in die aktuelle Diskussion um Fahrverbote platzt Bosch mit der Meldung, das Abgasproblem sei gelöst. Was steckt dahinter?

Nur 13 Milligramm pro Kilometer, so wenig Stickoxide soll ein von Bosch vorgestellter Diesel-Versuchsträger ausstoßen. Im realen Straßenverkehr wohlgemerkt. Zum Vergleich: 120 mg/km wären bei Neuwagen selbst 2020 noch erlaubt. Entsprechend euphorisch gab sich der Zulieferer auf seiner Pressekonferenz.

Sollte die Technik den Stickoxid-Ausstoß tatsächlich um knapp 90 Prozent senken, hätten zumindest neue Diesel kein Problem, die kommenden Grenzwerte einzuhalten. Für Bosch, das wie kein anderer Zulieferer noch vom Diesel-Geschäft abhängt, wäre das ein wichtiger Durchbruch.

Sauber durch Verbesserung bestehender Technik

Was viele Dieselfahrer aufhorchen ließ: Der neue Bestwert sei allein durch Optimierung vorhandener Bauteile und Software erzielt worden. Heißt einerseits: Ein schneller und günstiger Einsatz wäre möglich, weil nichts Neues entwickelt, getestet und in den Markt gebracht werden müsste. Bosch spricht von zwei bis drei Jahren. Heißt aber andererseits auch: Die Bauteile waren vorhanden und hätten wohl seit Jahren ohne große Mehrkosten eingebaut werden können. Das wiederum bestreitet der Zulieferer: Der Durchbruch sei erst durch neue Messverfahren und modernste Sensoren gelungen. Erst dadurch wäre eine intelligente Temperatursteuerung der Abgase möglich. Und: Nachrüsten lässt sich die Abgas-Reinigung übrigens nicht, dafür seien die Eingriffe dann doch zu umfangreich. Bleibt die Frage: Was ist noch möglich, wenn die Politik der Wirtschaft die Daumenschrauben anzieht? Denn auch wenn die Zukunft elektrisch ist, noch wird der Diesel gebraucht, um die CO2-Ziele zu erreichen.