Europa:

Fährpassagen im Mittelmeer

29.01.2018

Auf dem Weg in den Urlaub noch schnell eine Seereise machen – mit den Fähren über das Mittelmeer kein Problem.

Wenn bei dem Gedanken an den kommenden Urlaub azurblauer Himmel und türkisfarbenes Wasser vor dem inneren Auge auftauchen – dann geht es vermutlich ans Mittelmeer. Inselurlauber stimmen sich während der finalen Etappe auf der Fähre aufs Ziel ein, Reisende in Richtung Ägäis nutzen die Auszeit auf dem Schiff zur Vermeidung überflüssiger Straßenkilometer.

Längst haben auch die Mittelmeerfähren ein gutes Image erlangt, moderne Schiffe sind Usus und bieten reichlich Komfort. Je größer der Pott, umso vielfältiger das Angebot. Klar sind zum Inselhüpfen vor der kroatischen oder griechischen Küste weiterhin einfache Ausführungen im Pendeldienst unterwegs. Auf den Fernlinien aber setzen sich selbst in den unteren Preiskategorien ansehnliche Kabinen und gastronomische Einrichtungen durch. Oft hat der Reisende die Wahl, à la Carte oder im Selbstbedienungsrestaurant zu speisen.

Beliebt sind die Routen von Italien nach Griechenland

Zahllose Schiffe kreuzen im Linienverkehr über das Mittelmeer. Beliebt sind die Routen von Italien nach Griechenland, viele Routen werden von mehreren Reedereien befahren. Bari, Brindisi, Ancona und Venedig sind klassische Abfahrtshäfen, Minoan Lines ersetzt Triest ab diesem Jahr durch den Hafen von Ravenna. Angesteuert werden auf dem griechischen Festland vor allem Igoumenitsa und Patras, doch auch auf Korfu kann angelandet werden.

Sowohl von Frankreich als auch von Italien aus sind Korsika und Sardinien erreichbar. Die Preise stehen in direkter Abhängigkeit zur Strecke, auf Nachtfähren sollte überlegt werden, ob eine günstige Kabine nicht erholsamer ist als ein Schlafsessel. Gut angebunden sind auch Elba und Sizilien – von Catania aus schippert Tirrenia zudem nach Malta. Verstärkt angefahren werden ab 2018 mehrere Balearen-Inseln. Neben der bekannten Route von Barcelona nach Palma de Mallorca steht nun die von Corsica Ferries eingerichtete Strecke Toulon – Alcúdia (Mallorca) zur Wahl.

Auf Nachtfähren ausruhen, bei Tageslicht weiter reisen

Auf den stark frequentierten Strecken können Reisende oft Tag- und Nachtfähren wählen. Ob Kabine oder Schlafsessel dazu gebucht werden, hängt nicht zuletzt von der Dauer der Überfahrt ab. Nur selten besteht auf Nachtfähren Kabinenpflicht, doch wer gut ausgeschlafen am nächsten Morgen ankommt, hat mehr vom Tag. Eine frühzeitige Buchung sichert günstige Preise, Frühbucherrabatte werden von einigen Gesellschaften bis Ende Februar deklariert. Aber auch bis zwei Wochen vor der Abfahrt sind noch Schnäppchen möglich. Die voraussichtliche Auslastung bestimmt den Tarif, unattraktive Wochentage sind mitunter günstiger als Wochenenden. Mit Flexibilität lässt sich mancher Euro sparen, ebenso durch den Vergleich mit anderen Abfahrtshäfen und Reedereien.

Auf fast allen Schiffen gibt es Rabatte für Kinder

Kinder reisen auf fast allen Schiffen für die Hälfte des regulären Tarifs. Unterschiedlich geregelt wird allerdings die Altersgrenze. Üblich ist ein Kindertarif von 50 Prozent bis zum zwölften Lebensjahr, Jadrolinija gewährt sogar 75 Prozent Nachlass. Während Hellenic Seaways und Blue Star Ferries schon Elfjährige als Erwachsene ansehen, gilt bei Minoan Lines der Kindertarif bis zu einem Alter von 16 Jahren. Bei den Superfast- und ANEK-Routen ab Ancona oder Venedig gilt der Kinderpreis bis 16 Jahre, ab Bari liegt die Altersbegrenzung bei zwölf Jahren. Reisenden zwischen 13 und 25 Jahren wird hier jedoch eine 20-prozentige Ermäßigung gewährt. Säuglinge und Kleinkinder machen die Seereise zum Nulltarif – allerdings ohne Anspruch auf einen Sitzplatz oder ein Bett. Gegen Aufpreis können Kabinen mit einem Kinderbett bestückt werden.

Auf manchen Adriastrecken werden auch Seniorentarife angeboten

Interessant fürs beste Alter ist der auf einigen Adriastrecken gewährte Rabatt von 20 Prozent für Fahrgäste, die mindestens 60 Jahre alt sind. Zum Teil lässt sich die Ermäßigung auch auf den Fahrzeugtarif anwenden. Vom Alter unabhängig senkt eine gleichzeitige Buchung von Hin- und Rückfahrt die Preise um 20 bis 30 Prozent. Werden Anschlussfähren im Zielgebiet gleich mitgebucht, sind weitere Nachlässe möglich. Anfallende Steuern und Aufschläge sind allerdings in der regulären Höhe fällig.

Urlauber mit Reisemobil oder Caravangespann sind oft an der Option „Camping an Bord“ interessiert, bei der für den Preis einer Deckpassage im eigenen Fahrzeug übernachtet werden kann. ANEK, Superfast und Ventouris bieten derartige Offerten während der Hauptsaison auf einigen Routen nach Griechenland. Moby Lines bietet Camping an Bord in Richtung Sardinien, TTT-Lines nach Sizilien an. Da in allen Fällen die Stellplätze limitiert sind bieten sich andere, auf Camper zugeschnittene Angebote als Alternative an. Zum Preis einer Deckpassage offeriert Minoan auf den Adriarouten „Camping All Inclusive“ eine Innenkabine und 30 Prozent Ermäßigung auf Speisen und Getränke in den Restaurants. Wird eine Kabine gebucht, erlässt Grimaldi Lines auf allen Strecken nach Sardinien 20 Prozent des Preises für Wohnmobile. Für im Camper mitreisende Kinder gibt es bei Moby Lines Sonderkonditionen.

ACE-Mitglieder erhalten bei einigen Reedereien Vorzugspreise

Mitglieder des ACE erhalten bei einigen Reedereien Vergünstigungen auf die Fährtarife. So erlässt ANEK Mitgliedern 25 Prozent des Fahrzeugpreises, die Rabattierung kann mit anderen Ermäßigungen kombiniert werden. Ebenfalls 25 Prozent Discount gewährt Superfast, wo der Rabatt auch auf Camping an Bord angewendet werden kann.

Schwangere Frauen dürfen bis zum sechsten Monat mitreisen

Während sich Seereisen auf Personen mit Allergien, Haut- und Atemwegserkrankungen in der Regel positiv auswirken, sollten Menschen mit Herzproblemen vor längeren Überfahrten ihren Hausarzt zurate ziehen. Schwangere Frauen dürfen nur bis zum sechsten Monat mitreisen, viele Gesellschaften verlangen ein ärztliches Attest, dass keine gesundheitlichen Bedenken gegen eine Seereise bestehen. Die am besten auf Englisch verfasste Erklärung darf nicht älter als zwei bis sieben Tage sein, für die Rückreise muss eine neue Bescheinigung vorgelegt werden.

Auch Hund und Katze dürfen mit auf die Schiffe

Immer mehr Reedereien stellen sich auf die Wünsche von Tierhaltern ein und bieten gegen geringe Aufpreise spezielle Haustierkabinen an. Andernfalls müssen Hunde die Überfahrt je nach Dauer der Passage im Wagen oder in extra zu buchenden Boxen verbringen. Auf praktisch alle Schiffen gibt es abgegrenzte Außenbereiche, wo Hunde ausgeführt werden können. Je nach Zielland müssen der europäische Heimtierausweis sowie Belege aktuell durchgeführter Impfungen vorgelegt werden.

Reiseportale erleichtern die Suche nach der richtigen Fähre

Bei nahezu allen Reedereien können die Beförderungsbedingungen und Sonderangebote im Internet eingesehen werden, oftmals gibt es auch die Möglichkeit einer Direktbuchung. Ärgerlich ist zuweilen, dass zwar die Startseiten auf Deutsch gehalten sind, Sonderangebote und das Kleingedruckte jedoch bisweilen nur auf Englisch, Italienisch oder Französisch aufgerufen werden können. Alternativ bieten sich deutschsprachige Reiseportalen wie www.aferry.de oder www.ocean24.de an, auf denen sich auch verschiedene Fährverbindungen vergleichen lassen. Wer ganz sicher gehen will, lässt sich klassisch in einem Reisebüro beraten.

Fähren sind eine Alternative zur Anfahrt auf eigener Achse

Selbst ohne die Nutzung von Angebotspreisen zeigt sich, dass eine Fährpassage auch finanziell eine ernst zu nehmende Alternative zur Anfahrt auf eigener Achse sein kann. Neben den Kosten für Kraftstoff und immer häufiger erhobene Maut müssen auch etwaige zusätzliche Übernachtungen in eine realistische Vergleichsrechnung einbezogen werden. Sich über Nacht zum Ziel bringen zu lassen und entspannt die nächste Etappe anzugehen spricht zudem für eine effektive Reiseplanung.

Weitere Informationen:

Tabelle mit Preisbeisp ielen