Fahrrad:

Fahrrad – Wintertaugliche Bereifung

01.11.2016

Was sich am Auto jeden Oktober, in Form von Reifenwechsel, längst als Routine etabliert hat, gilt auch für Fahrräder. Um die Sicherheit bei winterlichen Straßenverhältnissen zu erhöhen, sind die passenden Pneus sehr entscheidend.

Die ersten leichten Schneefälle haben sich bereits angekündigt. Die passende Zeit also, um sich Gedanken über die richtige Bereifung für den Winter zu machen. Dieses Jahr ist die Angebotsvielfalt so groß wie noch nie. Waren Spike-Reifen lange Zeit das Nonplusultra, kommen mit Lamellenreifen oder Allwetterreifen (Kosten rund 40 Euro) weitere Alternativen dazu.

Für alle Fälle: Allwetterreifen

 

Ein durchgehender Mittelsteg sorgt laut Hersteller dafür, dass der Allwetterreifen leicht abrollt. Gröbere Stollen an der Seite sowie eine offene Profilgestaltung sollen Halt auf unbefestigten Wegen verschaffen. Für hohen Grip bei Nässe sowie bei tieferen Temperaturen sorgt hier, ähnlich wie bei Autoreifen, eine Silica-Gummimischung. Diese ist im Vergleich zu anderen Reifen weicher. Aufgrund seiner Rolleigenschaften kann ein Allwetterreifen auch das ganze Jahr über gefahren werden.


Sollte vermehrt Eis die Pisten überziehen, kommt der Radfahrer an Spike-Reifen (Kosten rund 55 Euro) nicht vorbei. Sowohl an Fahrrädern als auch an E-Bikes bis 25 km/h ist deren Verwendung im Straßenverkehr, anders als bei Autos, erlaubt.

Bei Eis helfen nur noch Spikes

 

"Durch den Einsatz der Spikes ist es dem Reifen möglich, sich in den vereisten Untergrund zu verzahnen. Die Spikes dienen wie eine Art Anker, der ein Ausbrechen des Rades verhindert", erklärt Daniel Gareus von Cosmic Sports. Am besten greifen die Spikes, wenn der Reifen mit geringem Luftdruck gefahren wird. Der Mindestdruck darf dabei aber nicht unterschritten werden. Diese Form der Bereifung hat jedoch den Nachteil, dass der Rollwiderstand auf eisfreiem Untergrund deutlich höher ist als bei "normalen" Reifen und die Spikes für ein lautes Fahrgeräusch sorgen. Eine weitere Option ist daher die Verwendung von Reifen, die nur an den Seiten über Spikes verfügen und so bei geringem Luftdruck greifen. Grundsätzlich gilt, dass Spike-Reifen nicht bei S-Pedelecs mit einer Motorunterstützung bis zu 45 km/h verwendet werden dürfen, da es sich hier um Kleinkrafträder handelt.

Bei Pedelecs auf Zulassung achten

 

Allwetterreifen haben in der Regel jedoch die notwendige "ECE-R75"-Zulassung für den Einsatz an Elektrofahrrädern bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h und können deshalb gefahren werden, insofern sie der vom Hersteller freigegebenen Dimension entsprechen und keine Reifenbindung vorliegt. "Wer dennoch sein S-Pedelec selbstständig auf einen in der Zulassung nicht vermerkten Reifen umrüstet, muss beim TÜV eine Einzelzulassung beantragen", sagt Anja Knaus vom E-Bike-Hersteller Flyer.

Alternativ einfach den Reifendruck senken

 

Radfahrer, für die kein winterlicher Reifenwechsel infrage kommt, können auf einen alten Trick zurückgreifen: Durch das Absenken des Reifendrucks auf den Mindestdruck bietet der Reifen etwas mehr Halt auf laubigen oder schneebedeckten Wegen, da er mit einer größeren Fläche aufliegt. "Doch Vorsicht: Geringerer Luftdruck erhöht zeitgleich die Gefahr einer Reifenpanne, etwa durch einen Durchschlag", warnt Harald Troost vom Fahrradhersteller Koga. Für die richtige Einstellung des Luftdrucks sollte man sich deshalb nicht auf die Überprüfung per Daumen verlassen. Diese erweist sich in der Praxis als äußerst unzuverlässig. Ein digitaler Luftdruckprüfer kann für einen schnellen und genauen Überblick sorgen. Zum richtigen Befüllen der Reifen ist zudem die Verwendung einer Standpumpe mit Manometer zu empfehlen.


Florian Niklaus vom Fahrradhersteller Winora gibt außerdem den Tipp: "Achten Sie beim Reifenwechsel darauf, dass der Winterreifen ausreichend Reifenfreiheit im Rahmen und in der Gabel hat, damit auch Dreck und Matsch den Durchlauf nicht verhindern können."