Ratgeber:

Ferienhäuser und -wohnungen – Platz ist in der kleinsten Hütte

27.11.2018

Rund zwölf Millionen Deutsche machen lieber Urlaub in einer Ferienwohnung als im Hotel. Der Boom hält an. Wer ein Zuhause für die Sommermonate sucht, muss jetzt schnell handeln.

Eine Wohnung in New York, ein Appartement in Paris, ein Ferienhaus in der Toskana oder auf den Kanaren. Wer möchte das nicht? Der Trend, den Urlaub in eigenen, wenn auch nur gemieteten vier Wänden zu erleben, wächst. Dafür gibt es gute Gründe: Frühstücken wann immer man will. Abends auf der eigenen Terrasse grillen. Nette neue Nachbarn einladen oder mit den Vermietern einen geselligen Abend verbringen. Es gibt keinen Handtuchkrieg, denn zu vielen Ferienanlagen gehört ein Garten, Strand oder Pool.

Für Haustierbesitzer sind Ferienhäuser die optimale Lösung

Urlaub im Ferienhaus bedeutet auch Wohlfühlatmosphäre für Hunde, die sich im Zuhause auf Zeit besser einleben als in einem Hotel. Sie finden schnell ihren Schlafplatz und „stören“ niemanden. In rund einem Drittel aller Ferienhäuser und -wohnungen sind Haustiere willkommen. Allein in Deutschland gab es in diesem Jahr Zuwachsraten von bis zu zwölf Prozent für Ferienhaus- und Wohnungsübernachtungen, zwischen Juni und September sind begehrte Ziele am Meer und in den Bergen schon oft im Februar ausgebucht. Städtereisen boomen, besonders im Herbst, Winter und Frühling. Entsprechend knapp werden dann die Wohnungsangebote.

Viele Wege führen zur Traum-Ferienwohnung

Nicht nur große Pauschalveranstalter wie TUI/ Wolters oder Thomas Cook/Neckermann haben Ferienwohnungen im Programm. Es sind vor allem klassische Anbieter wie Novasol, Interhome, Belvilla und die Mutter aller Ferienhaus-Vermieter in Deutschland – Dancenter –, die immer erfolgreicher werden und faire Preise bieten. Das gilt besonders für die Nebensaison. In den Hauptferienwochen können sie um das Dreifache steigen. Hinzu kommen die immer größer werdenden Vermittler für Privatwohnungen, die weltweit operieren. Über sie kann man Wohnungen auf Zeit zwischen Alaska und Neuseeland mieten. Allein Airbnb hat 5,5 Millionen Wohnungen im Angebot, Booking.com ist fast gleichauf. Allerdings werden hier inzwischen von einigen Staaten Grenzen gesetzt. Denn in vielen Städten und Strandzielen werden dadurch die Wohnungen für Einheimische knapp und teuer.

Böse Überraschungen lassen sich vermeiden

Oft kann man als Mieter in diesen Wohnungen auch ungewollte Überraschungen erleben, wie Schimmel an den Wänden, schlecht funktionierende Toiletten, Ungeziefer oder eine vierspurige Straßenkreuzung vor der Tür. Nicht immer kann man sicher sein, dass es die angebotene Ferienwohnung tatsächlich auch gibt. Die erste Regel für die Buchung ist darum: Prüfe im Internet, etwa über „Google Maps“, ob die Immobilie tatsächlich vorhanden ist. Bei professionellen Vermittlern ist das garantiert. Wer privat oder nur durch eine Anzeige bucht, kann leicht reinfallen und steht bei der Anreise vor einem leeren Grundstück. Auch sollte nie die ganze Mietsumme gleich beim Buchen eingezahlt werden, sondern höchstens bis 20 Prozent. Immer wieder gibt es Betrugsfälle oder Fake-Inserate. Bei privaten Abschlüssen muss auch ein Mietvertrag abgeschlossen werden, in dem folgende Punkte stehen: Name und Anschrift von Vermieter und Mieter, Beschreibung der Unterkunft, Zeitraum der Vermietung, Anzahl der Personen, die darin wohnen können, Mietsumme und Nebenkosten, Zahlungsform, Stornierungsbedingungen, Haftung und Pflichten des Mieters.

Wichtig: Das Kleingedruckte lesen

Fallstricke sind Zusatzkosten, etwa für die Endreinigung, für Strom und Kurtaxe. Besonders teuer kann der Pool oder eine Klimaanlage werden. Geprüft werden sollte zum Beispiel, ob vor dem Auszug die Fenster geputzt werden müssen, ob ein Internet-Zugang vorhanden ist und im Preis inbegriffen. Eine zusätzliche Haftpflichtversicherung bewahrt vor kleinen Malheuren, etwa zerbrochenem Geschirr oder einer heruntergefallenen Lampe. Sicherste Garantie für viel Komfort und klare Haftungsregeln bieten große Veranstalter und Vermittler. In Katalogen oder Internet-Beschreibungen listen sie Lage, Ausstattung und Extras auf. Sie haben, besonders zu Hochsaisonzeiten, höhere Preise als Vermittler oder Privatpersonen. Wer früh bucht, bekommt Rabatte.

Kundenbewertungen können bei der Auswahl der Unterkunft helfen

Bei privaten Anbietern sollte auf die Bewertung der früheren Mieter geachtet werden, ihre Noten für Sauberkeit, Restaurants oder Sehenswürdigkeiten. Sie werden zum Beispiel von Airbnb auf Echtheit geprüft. Besonders häufig gelobte Wohnungen erhalten eine Sterne-Bewertung, wie sie bei Hotels üblich ist. 5 Punkte sind Spitze. Gibt es Reklamationen, wird innerhalb von 24 Stunden eine Ersatzwohnung beschafft und bereits bezahlte Miete zurückerstattet. Das funktioniert tatsächlich, wie der Autor bei einer Reise nach New York erlebte.

Je nach Saison sind unterschiedliche Ziele gefragt

Im Winter liegt Österreich an der Spitze mit rund einem Drittel Ferienhaus- und Appartementbuchungen, gefolgt von der Schweiz und Deutschland. Immer mehr Menschen wollen im Winter jedoch auch Urlaub unter Palmen machen. Hier sind Unterkünfte vor allem auf den Kanarischen Inseln, in Florida oder Thailand gefragt. Zwischen Juni und September zieht es die meisten Deutschen in den Norden. Dänemark und Schweden sind die Traumziele für Familien, außerdem die deutsche Nordsee- und Ostseeküste. Wer hier bis Februar nicht gebucht hat, bekommt sein Wunsch-Ferienhaus kaum noch und muss eines annehmen, das weit vom Meer entfernt liegt, schlecht ausgestattet oder sehr klein ist. Platz ist zwar bekanntlich in der kleinsten Hütte; aber wenn es zu eng wird, kommt es leichter – vor allem an Regentagen – zu Konflikten.

Erst prüfen, dann buchen – Tipps zur Suche nach der passenden Unterkunft

  • Worauf achten?: Von der Ferienwohnung für zwei Personen mit Balkon für 199 Euro in Crikvenica (Istrien) mit Endreinigung und Bettwäsche (Fewo direkt) bis zum Ferienhaus auf Mallorca für sechs Personen ab 1099 Euro (TUI Ferienhaus) ist alles möglich. Um vor Abzocke und Betrug sicher zu sein, die meist durch Nebenkosten (Endreinigung, Strom- und Gaskosten) sowie Fake-Anbieter entstehen, sollten Sie bei seriösen Anbietern (Reiseveranstalter wie TUI, Neckermann) oder klassischen Vermietern (Novasol, Dancenter) oder bekannten Vermittlern (Airbnb) buchen. Infos dazu vermittelt der Verband Deutscher Ferienhausagenturen (VDFA), www.vdfa.de.
  • Rabatte: Wer früh bucht, zahlt weniger. Frühbucherrabatte über 30 Prozent gibt es bei den meisten Veranstaltern. So zahlt man für eine Ferienwohnung für vier Personen im tschechischen Erzgebirge pro Woche 200 Euro statt 298 Euro (Interhome). Bei TUI und Neckermann gibt es 25 Prozent.
  • Günstige Winterbuchungen: Im österreichischen Ischgl hat der Versalerhof (3*-Bewertung) ab 43 Euro pro Nacht Unterkünfte für bis zu vier Personen (Neckermann) im Angebot.
  • Sommerschnäppchen: Eine Woche Ferienhaus für bis zu fünf Personen inklusive Wäsche und Endreinigung in der Toskana ab 314 Euro (TUI Ferienhaus).
  • ACE-Mitglieder erhalten bei Buchung im ACE-Reisebüro (Beratung auch telefonisch unter 0711/53 03 36 78) zusätzlich drei Prozent Clubbonus. Mit folgenden Anbietern arbeitet der ACE zusammen: Novasol, Interchalet, TUI, Belvilla, Interhome, Dancenter.
  • Selbst Gastgeber oder Vermieter werden? Wer selbst Gastgeber werden will, sollte darauf achten, wie viel Gebühren er an den Vermittler bezahlen muss. Die Vermittlergebühr schwankt zwischen drei und 20 Prozent. Am wenigsten nimmt Airbnb. Die Verträge, die dort abgeschlossen werden, beinhalten auch Schutz bei hinterlassenen Sachschäden bis zu 800.000 Euro und eine Haftpflichtversicherung bis eine Million US-Dollar.