Mobilität:

Führerschein - Mobil mit 16

26.02.2018

Es gibt gute Gründe dafür, bereits mit 16 Jahren den ersten Führerschein zu machen. Nie war die Vielfalt an damit fahrbaren Untersätzen größer als heute.

Gerade im ländlichen Raum sind junge Erwachsene darauf angewiesen, eigenständig mobil zu sein. Wenn Schule oder Ausbildungsplatz kilometerweit entfernt sind und der ausgedünnte öffentliche Nahverkehr die Anfahrt zur stundenlangen Odyssee werden lässt, zum Beispiel. Von Fahrrad und Mofa, das nach einer entsprechenden Prüfung schon mit 15 Jahren bewegt werden darf abgesehen, beginnt der Einstieg in den motorisierten Straßenverkehr mit 16 Jahren.

Führerschein AM auch für Leichtautos

Der Führerschein der Klasse AM berechtigt zum Fahren von Kleinkrafträdern mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h, taugt aber auch zum Führen eines gleich schnellen Quads oder eines Leichtautos. Mit der Klasse A1, die auch AM beinhaltet, dürfen Leichtkrafträder bis 125 Kubik und 15 PS bewegt werden, mittlerweile ist die Höchstgeschwindigkeit nicht mehr limitiert. Auf den ersten Blick ein Sonderfall ist der sogenannte Treckerführerschein T, der auch die Klasse AM einschließt. Für alle Führerscheine ist eine Fahrausbildung mit Theorie, Praxisstunden und Prüfung erforderlich.

Mopedführerschein kostet 500 bis 800 Euro

Die Kosten für einen mit 16 Jahren erwerbbaren Führerschein sind nicht mal eben vom Taschengeld zu bezahlen. Für den „Moped-Führerschein“ AM sollte man mit 500 bis 800 Euro rechnen, der kleine Motorradschein A1 schlägt mit etwa 1200 bis 1500 Euro zu Buche, abhängig von der Anzahl der erforderlichen Fahrstunden. Zwischen 700 und 1000 Euro betragen die Kosten für die Treckerlizenz der Klasse T, mitunter übernehmen die Arbeitgeber in der Forst- und Landwirtschaft diese Kosten für ihre Auszubildenden.

45 km/h schnelle Kleinkrafträder beziehungsweise Kleinkraftroller gelten als wirtschaftlichster Einstieg in die Welt der eigenständigen Motorisierung. Der Verbrauch ist gering, bei den Rollern werden neben benzinbetriebenen Fahrzeugen auch Elektroroller angeboten. Das für ein Jahr gültige Versicherungskennzeichen kostet je nach Gesellschaft ab etwa 50 Euro. Sparfüchse können ein auf 25 km/h gedrosseltes Modell ein Jahr lang als Mofa fahren und nach der Führerscheinprüfung mit 16 entdrosseln lassen. Für Leichtkrafträder ist der Führerschein A1 erforderlich. Mit richtigem Nummernschild am Heck und einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 115 km/h darf man auch auf Kraftfahrstraßen und Autobahnen fahren. Tempo hat jedoch seinen Preis, die Versicherungsprämien verschlingen allein für die Haftpflicht mehrere hundert Euro.

Quads haben gefährliches Kurvenverhalten

Wer mit 16 Jahren den Führerschein macht, ist nicht auf zwei Räder limitiert. Mit der AM-Lizenz dürfen auch drei- und vierrädrige Leichtfahrzeuge bewegt werden, wenn diese bauartbedingt nicht schneller als 45 km/h sind. Die in dieser Klasse angebotenen Quads sehen zwar erwachsen aus, schrecken jedoch durch ein gefährliches Kurvenverhalten. Als dreirädrige Fahrzeuge kommen Miniaturlaster à la Piaggio Ape in Betracht, die zwar einen hohen Sympathiebonus genießen, aber eher von Individualisten bewegt werden.

Microcars fielen im Crashtest durch

Im Gegensatz zum europäischen Ausland haben sich sogenannte Microcars mit Diesel- oder Elektromotor in Deutschland noch nicht durchgesetzt. Doch die Anbieter bauen gerade ihre Händlernetze auf. Zu Preisen zwischen 10.000 und 20.000 Euro werden Kleinstautos offeriert, die automobilen Status versprechen. Trotz Dach über dem Kopf sind diese Fahrzeuge aber nicht sicher. Bei einem Höchstgewicht von 350 Kilo bleibt nicht viel Spielraum für passive Sicherheit. Bei den 2014 und 2016 durchgeführten Crashtests von EuroNCAP errangen nur der in Deutschland selten erhältliche Chatenet CH30 und der elektrische Renault Twizy zwei Sterne, der Rest fiel durch.