Ratgeber:

Gefährliche Weihnachtsfeier – O du fröhliche ...

30.11.2018

Betrunkene Autofahrer sind immer noch ein großes Problem. Gerade in der Vorweihnachtszeit unterschätzen viele die Gefahr und setzen sich nach ein paar Glühwein noch hinters Steuer.

Sehr viel Glück hatten drei Kinder, die bei einem schweren Autounfall nur leicht verletzt wurden. Eine 30-jährige Fahrerin war in ein geparktes Auto gerast. Unfallursache: überhöhte Geschwindigkeit und Alkohol, wie die Polizei mitteilte. Alle fünf Insassen – auch die 32-jährige Mutter war im Auto – wurden ins Krankenhaus gebracht. Der Unfall ereignete sich kurz vor 21.00 Uhr. Die unverantwortliche Täterin dürfte heilfroh sein, dass niemand schlimmer verletzt wurde.

Alkoholunfälle sind meist besonders schwer

Alkohol am Steuer ist kein Kavaliersdelikt! 35.326 Unfälle gingen im vorigen Jahr auf das Konto von berauschten Verkehrsteilnehmern. Dadurch wurden 16.571 Menschen verletzt und 231 getötet. Insgesamt war Alkoholeinfluss 2017 bei 4,4 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden eine der Unfallursachen. Allerdings starben 7,3 Prozent aller tödlich verletzten Verkehrsteilnehmer in Deutschland infolge eines Alkoholunfalls. Während bei allen Unfällen mit Personenschaden 220 Schwerverletzte auf 1000 Unfälle kamen, waren es bei Alkoholunfällen 340 Schwerverletzte. „Dies belegt eine überdurchschnittlich hohe Schwere der Alkoholunfälle“, stellt das Statistische Bundesamt fest. Auffällig sind meist Männer. Nur 13,1 Prozent der alkoholisierten Unfallbeteiligten waren Frauen.

Bereits ab 0,3 Promille drohen harte Strafen

Was hoffentlich jeder weiß: Drogen am Steuer sind verboten. Und bei Fahrauffälligkeiten drohen bereits ab 0,3 Promille Alkohol Fahrverbot, Punkte und Bußgeld. Wer mit 0,5 Promille in eine Polizeikontrolle gerät, wird mit bis zu 1500 Euro zur Kasse gebeten, darf sich bis zu drei Monate nicht ans Steuer setzen und kassiert bis zu drei Punkte in Flensburg. Zudem muss er unter Umständen eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) – im Volksmund „Idiotentest“ genannt – absolvieren. Beachten sollten Autofahrer, dass pro Stunde lediglich 0,1 Promille im Körper abgebaut werden. Wer lange feiert, darf sich daher am nächsten Morgen nicht einfach ans Steuer setzen. Ist ein Autofahrer mit mehr als 1,1 Promille unterwegs, gilt er als „absolut fahruntüchtig“. Wen die Polizei so antrifft, der muss sich für mindestens sechs Monate von seinem Führerschein verabschieden. Weitere Konsequenzen sind drei Punkte in Flensburg und eine Geldstrafe.

Auch der Versicherungsschutz kann verloren gehen

Neben Gefährdung und Strafe müssen Trunkenheitsfahrer auch damit rechnen, dass sie richtig viel Ärger mit der Versicherung bekommen. So haben Gerichte längst entschieden, dass die Leistung in der Vollkaskoversicherung –also für die Entschädigung am eigenen Fahrzeug – auf „null“ reduziert werden darf. „So ganz einfach darf es sich die Versicherung aber nicht machen“, erläutert ACE-Vertrauensanwalt Marc Herzog. Sie müsse prüfen, ob der Autofahrer möglicherweise alles getan hat, um eine Alkoholfahrt zu vermeiden. „Wer beispielsweise ein Zimmer für die Nacht anmietet und später doch alkoholisiert fährt, könnte dies im Zustand der Unzurechnungsfähigkeit getan haben“, so Herzog. Wer hingegen nicht ausdrücklich beweisen kann, dass er alle Vorkehrungen gegen eine spätere Vollrauschfahrt getroffen hat, handelt schon bei Trinkbeginn grob fahrlässig und riskiert seinen Kaskoschutz.

Grundsätzlich sei der Einzelfall zu prüfen. Die Hürden liegen hier aber mittlerweile sehr hoch. So hatte eine Autofahrerin sich auf Unzurechnungsfähigkeit berufen, nachdem sie einen Unfall unter Alkohol verursacht hatte und vom Unfallort geflohen war. Sie habe einen schlimmen Vorfall in ihrer Familie nicht verkraftet. Das Landgericht Düsseldorf beurteilte dies anders und sah keine Schuldunfähigkeit wegen Trunkenheit (LG Düsseldorf: Az.: 9 O 197/16).

Auch Beifahrer stehen in der Verantwortung

Aufpassen müssen übrigens auch Beifahrer, die zu einem eindeutig alkoholisierten Fahrer ins Auto steigen. Wird der Beifahrer verletzt, können seine Ansprüche gekürzt werden, die er im Normalfall gegen den Verursacher gehabt hätte. Dies gilt zum Beispiel für das Schmerzensgeld. „Die Rechtsprechung unterstellt hier, dass ein Beifahrer, der sich zu einem Betrunkenen ins Auto setzt, sich selbst gefährdet und die Verletzungsfolgen dadurch mit verursacht hat“, warnen Versicherer. Beduselt am Steuer kommt unterm Strich richtig teuer. Sogar der Arbeitsplatz kann gefährdet sein, wenn der Betroffene beruflich auf den Führerschein angewiesen ist. Die Beiträge für Strafen und Schaden können schnell im mittleren fünfstelligen Bereich liegen. Wer das nüchtern durchrechnet, für den gibt es nach dem Weihnachtsmarktbesuch eigentlich keine Alternative zum Taxi.

Sicher unterwegs mit dem ACE

Einen allgemeinen rechtlichen Rat im Bereich Auto und Straßenverkehr erhalten ACE-Mitglieder kostenlos. Die Juristen der Zentrale oder die Vertrauensanwälte des ACE bieten eine kompetente Erstauskunft. Er umfasst Streitigkeiten, die sich aus einem Kauf-, Reparatur- oder Versicherungsvertrag ergeben und Ihr Fahrzeug betreffen. Mehr Schutz ist jedoch sinnvoll: Der Familien-Verkehrs-Rechtsschutz des ACE schützt alle im gemeinsamen Haushalt lebenden Familienmitglieder – den Ehe-/Lebenspartner und die minderjährigen Kinder – mit den auf sie privat zugelassenen Autos oder Zweirädern. Alle berechtigten Fahrer der versicherten Fahrzeuge sind ebenfalls versichert. Natürlich ist man als Fahrer fremder Fahrzeuge, als Fahrgast in öffentlichen und privaten Verkehrsmitteln, als Fußgänger, Radfahrer oder im Rollstuhl geschützt. Noch weiter geht der allgemeine ACE-Privat-Rechtsschutz. Er umfasst viele Lebensbereiche. Übrigens: Im ACE-Verkehrsrechtsschutz gibt es ein Unfall-Krankenhaustagegeld als kleine Entschädigung für das Leid dazu. Der Clou bei allen ACE-Rechtsschutzpolicen: Eine kleine Karte genügt als Zahlungsversprechen: Es ist die Karte des ACE-Partners Advocard – Anwalts Liebling.