E-Mobilität:

Kia E-Niro – Jetzt auch ohne Benziner

05.10.2018

Als Hybrid- und Plug-in-Modell gibt es den Kia Niro schon seit einiger Zeit. Jetzt werfen die Koreaner den Benziner ganz raus und bringen eine rein elektrische Version – mit zwei unterschiedlich großen Akkus.

Die beiden koreanischen Schwestermarken Kia und Hyundai meinen es ernst mit der Elektromobilität. Nachdem Hyundai erst den Ioniq als E-Auto, Hybrid und Plug-in-Modell auf den Markt gebracht und kürzlich mit dem rein elektrischen Kona und dem wasserstoffbetriebenen Nexo nachgelegt hat, ist jetzt Kia an der Reihe: Auf dem Pariser Autosalon feiert die E-Version des Mini-SUV Niro, die in Korea bereits über die Straßen stromert, ihre Europa-Premiere. Ab Anfang 2019 gehen die ersten Autos an den Start, zunächst allerdings in den „typischen E-Auto-Märkten“ wie Niederlande oder Norwegen. Wann genau der E-Niro auch bei den deutschen Händlern steht, ist noch offen, und auch zum Preis macht Kia noch keine Angaben; spekuliert wird ein Tarif von rund 35.000 Euro.

Auf die Hybrid-Modelle folgt nun ein reines Elektroauto

Schon seit 2016 rollt der 4,38 Meter lange Niro als Hybrid-Modell mit elektrischer Unterstützung bei uns über die Straßen, ein Jahr später hat Kia den Teilzeit-Stromer nachgeschoben: Als Plug-in-Hybrid mit 8,9-kWh-Akku schafft der Koreaner bis zu 58 Kilometer rein elektrisch, bevor er wieder an die Steckdose muss oder ihm der 1,6-Liter-Benziner zur Seite springt. Die jetzt vorgestellte E-Version kommt im Idealfall sogar über zehn Mal so weit. 615 Kilometer Reichweite haben die Ingenieure ermittelt, allerdings nur im für E-Autos effizienteren Stadtbetrieb – und nur mit dem großen Akku unter dem Blech.

Zwei Akku-Größen und Motoren stehen zur Auswahl

Den Antriebsstrang teilt sich der Niro nämlich mit dem Hyundai Kona Electric, und wie der ist auch der Kia mit zwei unterschiedlich großen Lithium-Ionen-Polymer-Batterien zu haben: Die Basisversion fährt mit einem 39,2-kWh-Akku vor, im Top-Modell schlummern üppige 64 Kilowattstunden Energie. Fährt man nicht nur durch die City, ergibt sich nach WLTP-Messung eine kombinierte Reichweite von 312 beziehungsweise 485 Kilometern; wie beim Hyundai Kona sind in der Praxis also auch mit dem Niro über 300 respektive 400 Kilometer sicherlich problemlos machbar. Praktisch: Der Akku schränkt den Alltagsnutzen nicht ein. Im Gegenteil: Mit 451 Litern geht sogar etwas mehr Gepäck in die E-Version als in die Hybride.

Eco- und Sport-Modus sorgen für sparsamen oder flotten Fahrspaß

Ebenfalls analog zum Kona kommt der Niro je nach Akku auch mit zwei unterschiedlichen Motoren. Die Einstiegsversion wird von einem 100 kW/136 PS starken E-Motor angetrieben, das Top-Modell leistet 150 kW/204 PS. Damit verkürzt sich die Standard-Sprintzeit von 9,8 auf 7,8 Sekunden. In Sachen Antritt und Ampelstart dürften beide Modelle übrigens in etwa gleichauf liegen, trotz unterschiedlicher Leistung entwickeln beide das gleiche Drehmoment von 395 Newtonmetern. Neben der Standard-Auslegung gibt es im E-Niro einen Sport-Modus, in dem der Motor (und auch die Lenkung) noch etwas direkter anspricht, der Eco-Betrieb dagegen sorgt für maximale Reichweite.

Assistenzsysteme helfen zusätzlich beim Stromsparen

Wie bei fast allen Elektroautos, lässt sich auch im Niro über Schaltwippen am Lenkrad einstellen, wie stark beim Bremsen und Rollen rekuperiert wird. Außerdem gibt (bei aktivierter Navigation) der Coasting-Assistent dem Fahrer ein Zeichen, wenn eine Kreuzung oder Kurve kommt, damit dieser frühzeitig den Fuß vom Fahrpedal nehmen kann. Der Effizienz-Assistent analysiert zusätzlich die im Navigationssystem einprogrammierte Fahrstrecke und gibt ebenfalls Tipps für eine stromsparende Fahrweise. Sämtliche Elektroantriebs-Daten und den Radius der Restreichweite sieht der Fahrer entweder auf dem 7-Zoll-Infotainment-Touchscreen in der Mittelkonsole oder im gleichgroßen, ebenfalls digitalen Kombiinstrument.

Kleine Unterschiede zur Hybrid-Version

Neu im E-Niro ist der Drehknopf, der den Platz des Schalthebels einnimmt. Hellblaue Akzente sorgen innen wie außen dafür, dass sie die Elektro-Version auch optisch von ihren Hybrid-Brüdern unterscheidet. Anders als beim Plug-in-Modell ist beim E-Niro der Ladeanschluss nicht am Kotflügel, sondern direkt im markentypischen Tiger-Nose-Kühlergrill, der ansonsten komplett geschlossen ist. Aufgetankt werden kann der Akku über den CCS-Anschluss übrigens mit bis zu 100-kW-Ladeleistung. So lässt sich die kleinere der beiden Batterien in 20 Minuten von 20 auf 80 Prozent Füllstand bringen.

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Über unsere Erfahrungen mit dem Kia Niro Hybrid im Dauertest berichten wir hier.

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