Fahrbericht:

Mazda CX-3 – Flotter Gernegroß

06.02.2018

Mit seinem dynamisch geschneiderten Blechkostüm wirkt der Kleinwagen SUV fast wie ein Modell aus der Kompaktklasse. Und die Innenausstattung lässt sich mit vielen Extras und elektronischen Helfern konfigurieren.

Kleinwagen im Kraxler-Kostüm sind populär – weltweit. Immer mehr junge Menschen bewegen sich inzwischen in Fahrzeugen mit Geländewagenoptik durch die Straßen, selbst wenn die nur Stadtquartiere verbinden. Auch jung gebliebene Pensionäre fühlen sich im kleinen SUV sauwohl, er reicht vom Volumen völlig aus, flitzt wendig durch die Stadtschluchten und lässt sich locker in enge Parklücken quetschen. Obendrein erfüllen die Kleinen im Offroadlook locker das, worauf jeder steht: Bequemes Einsteigen, höheres Sitzen und damit mehr Rundumsicht und gefühlt mehr schützendes Blech um die Insassen.

Elektronische Fahrwerksregelung im Serienumfang

Der Mazda CX-3 trifft mit seinem dynamischen Auftritt den Nerv dieser Zielgruppe. Vor drei Jahren feierte er Premiere, jetzt ist der kleine SUV optisch und technisch etwas aufgebrezelt worden und bekam eine elektronische Fahrwerksregelung spendiert. Kleiner SUV? Weil er im Blechkleid ein wenig aufgeplustert ist und in seiner Namensgebung ein wenig in die Irre führt, ist der Betrachter am Straßenrand geneigt, das Modell der Kompaktklasse zuzuordnen. Tatsächlich basiert der CX–3 auf der Bodengruppe des Mazda 2, vom Radstand her betrachtet ist er also ein lupenreiner Kleinwagen.

Das spüren großgewachsene Mitfahrer spätestens dann, wenn sie in der hinteren Sitzreihe ihre Knie anwinkeln müssen. Vor allem nach dem Öffnen der Heckklappe kommt der optische Kniff ans Tageslicht. Das Ladevolumen ist begrenzt, zudem stört die hohe Kante ein bequemes Verstauen der Nutzlast. Was soll‘s, andere Kleinwagen sind auch nicht als Warentransporter konzipiert.

Beifahrersitz in der Höhe verstellbar

In aller Regel spielt sich das Leben am Lenkrad oder auf dem Beifahrersitz ab, und weil das Leben Spaß machen soll, trägt der CX-3 seinen Teil dazu bei. Der Fahrer profitiert von einem großen Einstellbereich für den Fahrersitz, der Beifahrersitz freut sich über seine höhenverstellbare Sitzfläche. Plastikelemente an den Armaturen verschwinden unter der rahmengenähten Lederapplikation, viele Funktionen sind über einen Drehregler (Mazda nennt ihn Multi-Commander) auf dem Mitteltunnel zu bedienen oder auf dem sieben Zoll großen Touchscreen, wie wir es aus den oberen Fahrzeugklassen kennen. Ab der Ausstattungslinie Center-Line sind Insassen über das Konnektivitätssystem MZD online und haben Zugriff auf das Internet.

Mehr Stabilität und Traktion beim Einlenken

Unser Testwagen bekam mit dem 120 PS starken Zwei-Liter-Benziner genügend Kraft auf die Vorderachse, um flott durch die Stadt zu spurten. Obwohl das üppig geschneiderte Blechkostüm die Waage stärker belastet und der hohe Aufbau den Schwerpunkt verändert, ist der CX-3 handlich zu steuern und ein agiler Kurvengleiter. Hierzu trägt die serienmäßige Fahrdynamik-Regelung G-Vectoring Control bei, die beim Einlenken Traktion und Stabilität verbessert. Dank straffer Federung hält er bei flotterem Tempo auf Landstraßen den Fahrspaß hoch, reagiert unmittelbar auf Befehle über das Gaspedal, und kurze Schaltwege des manuellen Sechsgang-Getriebes suggerieren einen Hauch von Sportwagen. Auf Landstraßen und Autobahnen beginnt er bei höheren Drehzahlen allerdings zu röhren und auch Windgeräusche sind der Karosserieform geschuldet.

Wichtige Fahrassistenten sind erhältlich

Ziemlich umfangreich ist die Liste der Assistenzsysteme, mit denen der Mazda zu konfigurieren ist. Ab der Ausstattungslinie Center-Line ist der City-Notbremsassistent wachsam, der außer haltenden Fahrzeugen auch Fußgänger erkennt. Die Elektronik warnt den Fahrer vor unbeabsichtigten Spurwechseln oder warnt beim Wechseln der Fahrspur vor Fahrzeugen im toten Winkel. Auch sonst sind Extrawünschen kaum Grenzen gesetzt – vom abstandsgeregelten Tempomaten über ein ausklappbares Head-up-Display bis hin zu LED-Scheinwerfern ist alles zu haben.

Gegen kalte Finger hilft die optionale Lenkradheizung. Und wem es in den Fingern juckt, doch mal abseits der Piste ins Gelände einzulenken – kein Problem. Den Mazda CX-3 gibt es auch in Allradversion, das bieten nur ganz wenige SUVs im B-Segment.

Mazda CX-3 – Technische Daten

  • Fünftüriges SUV, Länge: 4,28 Meter, Breite: 1,77 Meter, Höhe: 1,54 Meter, Radstand: 2,57 Meter, Kofferraumvolumen: 350–1.260 Liter
  • Skyactiv G 120 FWD: 2,0-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor, 6-Gang-Schaltgetriebe, 88kW/120 PS, maximales Drehmoment: 204 Nm bei 2.800 U/min, 0–100 km/h: 9,0 s, Vmax: 192 km/h, Testverbrauch: 8,0 Liter/100 Kilometer, EU-Durchschnittsverbrauch: 5,9 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 137 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: C, Preis: 17.990 Euro. Testwagenpreis in der Ausstattung Exclusive-Line: 23.650 Euro.