Ratgeber:

Mobilitätsberatung – ACE-Projekt „Gute Wege“

01.08.2016

Das ACE-Projekt "Gute Wege zur guten Arbeit" bietet während Aktionstagen in Unternehmen eine Mobilitätsberatung für Mitarbeiter an. In Würzburg informierten sich die Angestellten der Stadtverwaltung im Rahmen ihres Sommerfestes.

Für viele Arbeitnehmer ist es allmorgendliche Routine: Raus aus dem Haus und rein ins Auto. Von fünf Plätzen ist oft nur der Fahrersitz belegt, sobald das Wohngebiet verlassen und eine Hauptverkehrsstraße erreicht ist, geht nichts mehr. Stop and go, bis das Auto vor der Arbeitsstelle abgestellt wird. Wer in diesem Morgen-Stau steht, hat sich mit Sicherheit schon mehr als einmal gefragt, ob es nicht eine bessere Alternative gibt, als jeden Tag aufs Neue morgens und abends dasselbe Spiel mit tausenden von anderen Pendlern zu spielen.

Aktionstage zum Thema Mobilität zur Arbeit

 

An diesem Punkt setzt das ACE-Projekt "Gute Wege zur guten Arbeit" an. Denn meistens gibt es eben doch Alternativen – sie sind nur oft nicht bekannt. In Zusammenarbeit mit Betriebs- und Personalräten organisiert das Team von "Gute Wege" des ACE derzeit überall in Deutschland gemeinsam mit regionalen Partnern Aktionstage, an denen sich alles um die Mobilität auf dem täglichen Arbeitsweg dreht.


In Würzburg fand ein Aktionstag jetzt im Rahmen des Sommerfestes der Stadtverwaltung statt – über 3000 städtische Angestellte waren eingeladen, auch das Interesse an den Aktionsständen des ACE und seiner Partner am Thema Mobilität war groß.

Flexible Mobilitätsberatung

 

Henning Bergmann nimmt das Projektmotto "Gute Wege zur guten Arbeit" wörtlich und bietet eine Mobilitätsberatung an. Im Vorfeld hat er sich gut vorbereitet und weiß jetzt bestens Bescheid, wie die Tarifsysteme in der Region sind, wie die Fahrradmitnahme im ÖPNV geregelt ist und wo es Park&Ride-Plätze gibt, die noch Kapazitäten frei haben. Eine Pauschallösung für alle Mitarbeiter gleichermaßen gibt es nicht – jeder, der sich von dem 35-Jährigen beraten lässt, hat andere Bedürfnisse. Mal müssen Kinder in den Kindergarten oder zur Schule gebracht werden, mal sind die Arbeitszeiten flexibel und mal würde eine Anfahrt mit den Öffentlichen dreimal so lang wie mit dem Auto dauern, da mehrfache Umstiege notwendig wären.

Fahrgemeinschaft eine Alternative

 

Während der Mobilitätsberatung bekommt Henning Bergmann oft zu hören, warum es ja unmöglich sei, auf das eigene Auto zu verzichten. Individuell mobil sein wollen alle, aber den Preis dafür zahlen – nämlich jeden Tag im Stau stehen – will eigentlich niemand. Also müssen Lösungen her! Ein erster Ansatz ist es beispielsweise, auszuloten, ob die Möglichkeit besteht, Fahrgemeinschaften zu bilden. Bei über 3000 städtischen Angestellten ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass ein oder mehrere Mitarbeiter mit ähnlichen Arbeitszeiten in der Nähe wohnen. Fahren nur drei Menschen gemeinsam zur Arbeit und zurück, sind schon zwei Autos weniger auf der Straße und es wird auch noch Geld gespart. Auch wenn die Spritpreise gerade günstig sind, wird das eigene Auto weniger genutzt, dies macht sich am Monatsende im Geldbeutel bemerkbar.

Der Verkehrsmittelmix machts

 

Und es gibt ja so viele Möglichkeiten, die klassische Fahrgemeinschaft ist nur eine davon. Verkehrsmittelmix lautet das Zauberwort. Wer keine Lust auf Umsteigen hat, kann beispielsweise vom Häuschen im Grünen mit dem Auto den Park&Ride-Platz an der S-Bahn ansteuern. Dann sein Faltrad aus dem Kofferraum schnappen, mit der S-Bahn in die Stadt fahren und von dort, statt auf den Bus zu warten, die letzten Kilometer mit dem Rad zurücklegen. Denn auch wenn viele Verkehrsbetriebe die Fahrradmitnahme während des Berufsverkehrs nicht gestatten – bei Falträdern sieht das anders aus! Oder wie wäre es mit einem Pedelec? Dank Elektrounterstützung sind auch größere Entfernungen zu bewältigen und man kommt nicht verschwitzt bei der Arbeit an. Und nur zwei Fahrten mit dem Fahrrad – oder Pedelec – à 15 Minuten am Tag senken das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen deutlich.


Damit nicht alles graue Theorie bleibt, gestaltet der ACE diesen Aktionstag nicht alleine. Der regionale Carsharing-Anbieter Scouter ist genauso vor Ort wie die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs GmbH, die unter anderem über das Firmenticket informiert.


Besonders gut kommt natürlich an, wenn man etwas ausprobieren kann. Deshalb hat die Stadt Würzburg einige Elektroautos aus ihrem Fuhrpark zur Verfügung gestellt, so können die Beschäftigten ausprobieren, ob ein E-Auto für sie infrage kommt. Und die Zweiradeinkaufsgenossenschaft (ZEG) hat ein gutes Dutzend E-Bikes mitgebracht. Viele, die an diesem Tag einmal Probe gefahren sind, könnten sich den Umstieg vom Auto aufs Pedelec für den Weg zur Arbeit vorstellen.


Weitere Informationen zu unserem ACE-Projekt "Gute Wege zur guten Arbeit" finden Sie hier.