Vor Ort:

ÖPNV – Es bleibt noch viel zu tun

28.06.2017

Wie kann der ÖPNV im Kreis Gütersloh verbessert werden? Diese Frage wurde zwischen Politikern und Bürgern heiß diskutiert.

Wer ist heute mit öffentlichen Verkehrsmitteln gekommen?“ Kein Finger hebt sich im voll besetzten Raum. „Wir sehen also, wir haben noch viel zu tun“, sagt Susanne Kohlmeyer, SPD-Stadtverbandsvorsitzende Gütersloh.

Über den öffentlichen Personennahverkehr diskutiert sie an diesem Abend mit Christoph Birnstein vom ACE-Kreis Ostwestfalen-Lippe, Klaus Tönshoff, verkehrspolititscher Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion, und Jürgen Linnemann, Vorsitzender des Werkstattrates im Wertkreis Kreis Gütersloh. Aber auch die Meinung der Besucher ist gefragt, ihre konkreten Bedürfnisse sollen in die vierte Auflage des Nahverkehrsplans einfließen. Denn der momentane Plan stammt noch aus dem letzten Jahrtausend – „damals hat außer den Schülern fast niemand den ÖPNV genutzt, jetzt hat sich die Situation geändert“, sagt Tönshoff.

ACE fordert einfachen ÖPNV

Um eine echte Alternative für den Individualverkehr zu werden, bleibt in Gütersloh noch viel zu tun, merkt Birnstein an. Er bringt die ACE-Forderungen für einen attraktiven ÖPNV auf den Punkt: „Es muss einfach gehen, sowohl vom Fahrplan als auch von der Preisgestaltung her.“ Als gelungenes Vorbild nennt er Wien, dort kostet ein Jahresticket 365 Euro, seitdem sei die Nutzung rasant gestiegen. Birnstein: „Unsere Ticketautomaten sind oft eine Wissenschaft für sich“ – zustimmendes Raunen im Publikum, diese Erfahrung haben anscheinend schon viele gemacht.

Ein wichtiger Punkt in der Diskussion, bei dem sich auch alle einig waren, sind die Sozialtickets, denn – so Birnstein – „Mobilität sollte für alle möglich sein“. Allerdings sind von den 3200 Haltestellen im Kreis erst wenige barrierefrei. Rund tausend sollen in den nächsten Jahren entsprechend ausgebaut werden.

Die Wünsche, die die Besucher zum Schluss auf große Tafeln schrieben, taugen durchaus als generelle Blaupause für den ÖPNV in Deutschland. Von „Pünktlichkeit“ über „bessere Taktung“ bis zu „mehr Verkehr auf die Schiene“ ist zu lesen.

Der ACE vor Ort
Haben auch Sie ein verkehrspolitisches Anliegen, welches Sie gemeinsam mit den Ehrenamtlichen der ACE-Kreise lösen wollen? Nehmen Sie Kontakt auf! Ihren ACE-Kreis finden Sie im Internet oder erfragen Sie Ihren Ansprechpartner beim ACE-‧Infoservice unter 0711 530 33 66 77.