Fahrrad:

Ratgeber - So halten Pedelec-Akkus lange

28.06.2017

Pedelec-Akkus sind empfindlicher als angenommen. Durch richtiges Verhalten beim Laden lassen sich Schäden vermeiden.

Rund drei Millionen E-Bikes sind laut Zweirad-Industrieverband derzeit in Deutschland unterwegs. Für Unruhe unter Pedelec-Fahrern haben jedoch Berichte über Akkus gesorgt, die plötzlich und unvermutet in Brand geraten sind – während des Ladevorgangs oder sogar während der Fahrt. Sind Lithium-Ionen-Akkus – Stand der derzeitigen Technik – wirklich sicher?

Millionen von einwandfrei funktionierenden Akkus belegen die Unanfälligkeit. Dennoch sollten ein paar Dinge beachtet werden, damit der Akku nicht in Rauch aufgeht. So ist bereits beim Kauf darauf zu achten, dass der Akku das GS-Prüfzeichen für geprüfte Sicherheit aufweist.

Erhöhte Aufmerksamkeit sollte beim Ladevorgang an den Tag gelegt werden. Grundregel ist, einen Akku nicht erst dann aufzufrischen, wenn er vollständig entleert ist. Tiefentladung schadet ebenso wie Überhitzung dem Akku und erhöht seine Störanfälligkeit. Auf die ab Werk angegebene Anzahl der Ladezyklen hat häufigeres Laden übrigens keinen negativen Effekt: Eine halbe Ladung wird auch nur als Teilladung erkannt, senkt also auch nicht langfristig die Lebensdauer. Fachleute empfehlen deshalb ein Wiederaufladen, wenn der Akku noch zwischen 20 und 70 Prozent seiner Kapazität aufweist.

Pedelec-Akkus vor dem Laden an Raumtemperatur anpassen

Beim Laden selbst ist darauf zu achten, dass das Gerät nicht in der Nähe von brennbaren Gegenständen liegt. Empfohlen wird, Akku und Ladegerät zum Laden auf Betonboden oder Fliesen zu legen oder eine feuerfeste Unterlage zu verwenden. Die R&V-Versicherung weist zudem darauf hin, dass sich der Akku zuvor an die Raumtemperatur anpassen muss. Wer also im Hochsommer zum Laden in den Keller geht, sollte dem Akku zehn Minuten Zeit geben, um sich zu akklimatisieren.

Obwohl gerade die ersten Ladezyklen als besonders kritisch gelten, braucht sich auch der Pedelec-Neuling keine Sorgen zu machen. Bereits im Werk werden die Akkus entsprechend vorbereitet. Für gefährliche Unverträglichkeit kann eher sorgen, wenn statt des originalen Ladegeräts das Produkt eines Drittanbieters verwendet wird.

Die kleine graue Stromkiste steckt voller komplexer Technik, was einen sorgsamen Umgang mit den Akkus bedingt. Der TÜV Rheinland rät deshalb, den Akku nach einem Sturz oder Unfall zunächst auf äußerliche Beschädigungen hin zu überprüfen. Darüber hinaus sollte man beim nächsten Ladevorgang darauf achten, ob es beim Akku zu einer außergewöhnlichen Erwärmung kommt. Ist dies der Fall, muss der Ladevorgang sofort abgebrochen werden. Beim auf E-Bikes spezialisierten Fahrradhändler lässt sich testen, ob der Akku durch den Sturz Schaden genommen hat.

Akkus vor Feuchtigkeit schützen

Gelangt Feuchtigkeit in den Akku, besteht die Gefahr eines Kurzschlusses. Im normalen Betrieb stellt dies auch bei Regenfahrten kein Problem dar. Wer aber sein Pedelec offen auf dem Radträger seines Wagens transportiert, sollte vor der Fahrt den Akku entnehmen und im Kofferraum verstauen. Um die Anschlüsse trocken zu halten, empfiehlt sich, das Verbindungsteil mit einer stabilen Haube oder Plastiktüte abzudecken. Gleiches gilt, wenn das Pedelec ohne Akku draußen im Regen steht.

Während der ausflugsarmen Winterpause bietet sich zur Lagerung des Akkus ein trockener und normal temperierter Ort, zum Beispiel ein Keller, an. In einer Garage oder einem Carport besteht die Gefahr, dass dauerhafte Minustemperaturen zu Schäden oder schnellerer Tiefentladung führen. Zwischendurch sollte der Akku alle ein bis zwei Monate aufgeladen werden. Ein Ladestatus von 80 Prozent reicht aus – auf Überladen können die Akkus nämlich ebenfalls sensibel reagieren.