Ratgeber:

Reisekrankheit – Abhilfe bei Übelkeit

01.07.2016

Nicht jedes Kind verträgt lange Autofahrten. Bremsmanöver und Kurvenfahrten überfordern ihren Gleichgewichtssinn. Doch gibt es Mittel und Möglichkeiten, um aufkommende Übelkeit und Reisekrankheiten erträglicher zu machen.

Das Gepäck ist verstaut, die Adresse des Urlaubsziels ins Navi eingegeben. An sich könnten jetzt Entspannung und die Freude auf einen schönen Urlaub einsetzen. Doch statt Kinderlachen ist von der Rückbank immer weniger zu hören. Bis es heißt: "Mir ist schlecht!". Während Jugendliche und Erwachsene größtenteils vor der Reisekrankheit gefeit sind, haben vor allem kleinere Kinder häufig Probleme bei längeren Autofahrten. Bremsen und Kurvenfahrten überfordern das noch nicht vollständig ausgeprägte Gleichgewichtsorgan. Die Augen haben Schwierigkeiten, den unbewegten Raum der Fahrgastzelle mit der vorbeifliegenden Landschaft zu koordinieren.

Genügend Zeit einplanen

 

Ist bereits bekannt, dass ein Kind das Autofahren schlecht verträgt, sollte bereits im Vorfeld darauf eingegangen werden. Wenn möglich, sollten die Etappen überschaubar bemessen werden und genügend Zeit für Ausflüge oder Zwischenstopps eingeplant werden. Für lange Strecken empfiehlt sich der Gedanke, während der dunklen Tagesstunden zu fahren. Die Chance ist dann größer, dass über den kritischen Moment weg geschlafen wird.

Medikamente vor Antritt der Fahrt einnehmen

 

Sinnvoll ist auch der Einsatz von entsprechenden Arzneien. Diese sollten nicht erst verabreicht werden, wenn sich ein flaues Gefühl im Magen bildet, sondern bereits eine knappe Stunde vor Antritt der Fahrt. Bewährt haben sich Mittel mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat, der allerdings auch müde macht.  Wer  alternative Heilmethoden bevorzugt, sollte ein homöopathische Komplexmittel  in der Tasche haben, welches  Apomorphinum oder Cocculus enthält. In jedem Fall sollte während einer fachkundiger Beratung durch eine Apotheke die Eignung für das gegebene Alter sichergestellt werden.

Übelkeit frühzeitig erkennen

 

Kritisch für eine Verstärkung des Unwohlseins sind nicht nur die Schwankungen und Vibrationen des Auto beim Fahren. Auch wechselnde optische Reize werden oft nur schlecht vertragen. Mitunter reicht dafür schon der stete Wechsel von Bäumen an der Straße aus. Die Vorboten von Reisekrankheit äußern sich häufig in Blässe und Schweißausbrüchen, der Atem geht schneller und es wird ein Schwindelgefühl wahrgenommen. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu Übelkeit und sogar Erbrechen kommen.

Für Ablenkung sorgen

 

Doch schon Ablenkung kann Wunder wirken. Muss sich das Kind auf ein Thema konzentrieren, werden die ungünstigen Faktoren weniger stark wahrgenommen. Spiele, bei denen die Phantasie gefordert wird, beschäftigen den Geist und lassen die Zeit schneller vergehen. Zur Not reicht auch das Einlegen des Lieblingshörspiels, um auf andere Gedanken zu kommen. Von zusätzlichen optischen Reizen ist allerdings abzuraten. Das gilt sowohl für den Griff zu einem Buch als auch für den Einsatz eines mobilen DVD-Gerätes. Bewährt haben sich zudem Bonbons mit Pfefferminz- oder Ingweraroma.

Regelmäßige Pausen

 

Wer mit für Reisekrankheit neigenden Kindern unterwegs ist sollte nicht nur zum Tanken anhalten. Spätestens alle zwei Stunden steht eine Pause an, die möglichst im Freien an der frischen Luft und mit Bewegung verbracht werden sollte. Schwere, fettige  Kost dagegen liegt auf Reisen nicht nur Erwachsenen schwer im Magen, auch für Kinder sind leichte Gerichte und Obst die passendere Alternative. Verfügt der Wagen über eine Klimaanlage sollte diese eher kühl eingestellt sein. Gegen Sonneneinstrahlung hilft ein Sonnenschutz am Seitenfenster. Dieser lenkt den Blick des Kindes gleichzeitig nach vorne, wo es sich eher auf entfernt liegende Ziele konzentrieren kann. Keinesfalls sollte dagegen Forderungen nachgegeben werden, den Sicherheitsgurt zu lösen.

Platztausch

 

Eher sollte daran gedacht werden, für eine gewisse Zeit die Plätze zu tauschen. Erfahrungsgemäß wird Kindern im Fond schneller übel als auf dem Beifahrersitz. Es versteht sich von selbst, dass der Kindersitz dafür umgesetzt werden muss. Als letztes Mittel bleibt nur, für den Fall der Fälle Tüten in Griffweite zu haben – aber auch der Trost, dass sich Reisekrankheit in aller Regel bis zum zwölften Lebensjahr ausgewachsen hat.


ACE-Tipp


Akuthilfe bei Übelkeit

  • Wird über Unwohlsein geklagt, sollte der nächstgelegene Parkplatz für eine Pause angesteuert werden.
  • Ruhiges, tiefes Ein- und Ausatmen durch den Mund hilft.
  • Wasser und Salzstangen nehmen das Gefühl von Übelkeit und wirken beruhigend.
  • Gegen Kreislaufbeschwerden hilft das Hinlegen außerhalb des Autos sowie ein feuchtes Tuch auf der Stirn.
  • Für den Notfall sollten einige Plastiktüten parat liegen.
  • Lassen Sie Ihr Kind ein Stück weit vorne sitzen – natürlich mit Kindersitz.