24.03.2021

Route Industriekultur – Tour de Ruhr

Als erste industriekulturelle Ferienstraße Deutschlands lädt die "Route Industriekultur" Rad- und Autotouristen auf einen Rundkurs zur Entdeckung des Ruhrgebiets ein.

Bergarbeiter und Stahlbarone, Zechen, Hütten und Halden – das ist der Stoff, aus dem die Geschichten des Ruhrgebietes verwoben sind. Schon längst befindet sich die Region zwischen Rhein und Ruhr in einem Aufbruch in die Moderne. Doch Industrieromantiker schätzen den Westen Deutschlands gerade wegen seiner wechselvollen Vergangenheit.

Das Ruhrgebiet – mehr als nur Kohle

Meilensteine der Industriekultur, weithin sichtbare Landmarken mit faszinierenden Panoramen, Einblicke in historische Arbeitersiedlungen und nicht zuletzt überraschende und inspirierende Naturerfahrungen – so bewirbt der Regionalverband Ruhr als Träger die „Route Industriekultur“. Das Schöne an dieser Route: Sie ist mit allen Verkehrsmitteln zu erkunden. Wer sich mit Auto, Motorrad oder Wohnmobil auf die Reise begibt, kann sich seine Etappen auf einem 400 Kilometer umfassenden und durchgehend beschilderten Rundkurs selbst einteilen.

Auch als Fahrradtour ist die "Route Industriekultur" ein Erlebnis

Sämtliche Standorte der Route Industriekultur sind direkt in ein insgesamt 700 Kilometer umfassendes Radwegenetz eingebunden. Radfahrende können ihre Tagesreichweiten je nach Kondition selbst auswählen – egal ob als mehrtägige Rundtour oder als Tagesausflüge von einem zentralen Standort aus. Gut ausgebaute Strecken über frühere Bahntrassen oder entlang an idyllischen Kanaluferwegen führen zu ehemaligen Hüttenwerken, Gasometern, Kokereien oder Villen der Stahlbarone. Ansonsten bieten sich Busse und Bahnen zu einzelnen Etappen an, und natürlich ist es möglich, einzelne Ankerpunkte per Pedes zu erreichen.

Lust auf eine Radtour auf den Spuren der Römer in Bayern und Österreich? Hier geht's zum Artikel "Via Julia – Radeln auf der Römerstraße"

Eine Reise in die Geschichte

Es sind insgesamt 26 Ankerpunkte, die den Kern der Route ausmachen und von der industriellen Vielfalt des Ruhrgebiets erzählen. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wächst das Ruhrgebiet zur größten Montanregion Europas. Fast eine Million Menschen arbeiten in der Schwerindustrie. Die gigantischen Unternehmen der Kohle- und Stahlindustrie beherrschen den Raum und das Leben. Ankerpunkte sind das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum, der Innenhafen in Duisburg, das Unesco-Welterbe Zollverein Essen und die Villa Hügel, in der die Krupps residierten.

Wie die Arbeiter früher lebten

Interessant sind auch die Siedlungen, die die schwerreichen Unternehmer für die Arbeiter und ihre Familien bauten. 13 davon liegen auf der Route, unter anderem die Margarethenhöhe in Essen – benannt nach der Stifterin Margarethe Krupp. Zu den Siedlungshäuschen zählte ein kleines Gärtchen und Platz für die Arbeiterkuh (die in Wahrheit eher eine Ziege war) und natürlich die Taubenschläge.

Landmarken mit Weitblick

Ein dritter Schwerpunkt dieser Route ist Panoramen gewidmet. Prägend dafür sind die ehemaligen Halden, die inzwischen zu grünen Aussichtspunkten modelliert worden sind. An einigen dieser Panoramen haben renommierte Künstler Hand angelegt und die Aussichtspunkte als eindrucksvolle Landmarken gestaltet.

Routen an Lippe, Ruhr und Emscher

Diese drei Flüsse markierten das Ruhrgebiet. Das industriekulturelle Erbe des Ruhrgebietes ist einmalig – und übernimmt in Sachen Strukturwandel längst international eine Vorreiterfunktion. Zur Vorbereitung auf sehenswerte Ziele stimmt die App "Perspektivwechsel" ein. Hier berichten ein Kohlentreiber, ein Bergbaubeamter und eine Seltersbudenbesitzerin über ihren Alltag – natürlich sind es fiktive Personen, aber wahre Begebenheiten. Die App kann kostenlos im App Store und bei Google Play heruntergeladen werden. Weitere Infos bieten der Regionalverband Ruhr (route-industriekultur.ruhr) und die Ruhr Tourismus GmbH (ruhr-tourismus.de).