Club-Aktion:

Smartphone – Smombie-Alarm

27.11.2017

Sie laufen durch die Straßen, den Blick starr nach unten auf das Smartphone gerichtet – Smombies. Die ACE-Ehrenamtlichen haben jetzt einen etwas genaueren Blick auf dieses Phänomen geworfen.

In Elmshorn ist ein 36-jähriger Mann, als er an einem frühen Samstagmorgen auf dem Weg nach Hause war, in den Fluss Krückau gefallen und musste von der Polizei gerettet werden. Er hatte auf sein Smartphone gestarrt und dabei die Orientierung verloren.

Die Geschichte ist für einen Lacher gut. Schluss mit lustig ist aber dann, wenn Fußgänger von ihrem Handy so abgelenkt sind, dass sie Autos und sogar Straßenbahnen übersehen und es zu schweren Unfällen kommt. Das passiert leider immer häufiger.

Jüngere schauen häufiger aufs Smartphone

Grund genug für die Ehrenamtlichen des ACE, die große Clubaktion in diesem Jahr den Smombies zu widmen – Smombies ist ein Kofferwort aus Smartphone und Zombie, es war das Jugendwort des Jahres 2015. So waren in den vergangenen Monaten überall in Deutschland die Männer und Frauen in ihren roten ACE-Clubjacken mit Klemmbrettern in der Hand an Zebrastreifen und Ampeln positioniert und beobachteten die Fußgänger, die an diesen Stellen die Straße überquerten – hatten sie ihr Smartphone in der Hand und den Blick nach unten? Oder achteten sie auf den Verkehr um sich herum?

Die Ergebnisse – um es kurz zu machen – sind erschreckend. Insgesamt beobachteten die Ehrenamtlichen 108.846 Männer und Frauen sowie 32.123 Jungen und Mädchen. Dabei ist es keine große Überraschung, dass die Jüngeren beim Gehen häufiger in das Smartphone vertieft waren als die älteren Fußgänger. Mehr als jedes vierte Mädchen, 27,3 Prozent, und knapp jeder vierte Junge, 23,5 Prozent, starrten auf das Smartphone. Bei den Erwachsenen waren es 14 (Frauen) und 16,4 Prozent (Männer).

Handy beim gehen in der Tasche lassen!

Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse appelliert der ACE nun an die Erwachsenen, sich auf ihre Vorbildfunktion zu besinnen und das Smartphone beim Gehen in der Tasche zu lassen. Denn Kinder scheinen teilweise schon von klein auf zu lernen, dass es ganz normal ist, das Smartphone beim Laufen in der Hand zu halten. So beobachteten die Ehrenamtlichen der ACE-Kreise gleich mehrfach, dass junge Mütter mit einer Hand den Kinderwagen über die Straße schoben und mit der anderen das Handy bedienten.

Ein zweiter Appell geht an die Polizei: Damit endlich verlässliche Zahlen auf den Tisch kommen, wie gefährlich Smartphones im Straßenverkehr sind, sollten sie als Ursache in die Unfallprotokolle aufgenommen werden.

In den USA liegen diese Zahlen bereits vor. Im vergangenen Jahr wurden fast 6000 Fußgänger überfahren – 22 Prozent mehr als zwei Jahre zuvor. Der US-Bundesstaat Hawaii hat schnell reagiert und kürzlich ein Gesetz erlassen, wonach Passanten 35 Dollar Strafe zahlen müssen, wenn sie beim Überqueren einer Straße auf ihr Smartphone starren.