Ratgeber:

Standheizung – Frostfrei ohne Kratzen

01.12.2016

Minutenlanges Kratzen und kalte Finger: Autobesitzer ohne Garagenplatz graut es vor dem Winter. Mit einer Standheizung aber verliert der Frost seinen Schrecken.

Laternenparker kennen das im Winter: Mit kalten Fingern das Eis von den Scheiben kratzen, im Auto die ersten zehn Minuten frieren und ständig die beschlagenen Scheiben von innen freiwischen. Autofahrer müssen im Winter leiden. Wer keine Garage besitzt, umso mehr. Das muss aber nicht sein. Auch wer sein Auto in der kalten Jahreszeit auf der Straße parkt, kann morgens in ein warmes Auto steigen. Mit Standheizungen lässt sich das Fahrzeug vortemperieren – ohne dass der Motor läuft. Das ist nicht nur bequem, sondern spart Zeit und Nerven, erhöht die Sicherheit und schont die Umwelt.

Standheizung lassen sich fast immer nachrüsten

 

Praktisch: Standheizungen lassen sich nachrüsten. Hersteller wie Eberspächer, Webasto, Truma, Defa und Calix bieten für gängige Modelle Heizungen zum Nachrüsten an. Autofahrer können grundsätzlich zwischen elektro- oder brennstoffbetriebenen Standheizungen wählen sowie bei letzteren zwischen Luft- und Wasserheizungen.


Die Luftheizung stellt dabei ab etwa 150 Euro die preiswerte Lösung dar. Der Zusatzheizer wird im Innenraum montiert und über Strom oder Brennstoff erwärmt. Ein Gebläse lässt die warme Luft im Innenraum zirkulieren. Vorteil: Die Luftheizung benötigt keinen Vorlauf und produziert sofort Wärme. Nachteil: Nur der Innenraum wird warm, der Motor bleibt kalt. Auch der Platzbedarf für das Gehäuse ist relativ hoch. Deshalb kommen sie nur in größeren Fahrzeugen wie Kleinbussen oder Wohnmobilen zum Einsatz.

Wasserheizung wärmt Motor und Innenraum auf

 

Die Wasserheizung wärmt hingegen das Kühlwasser und somit sowohl den Motor als auch den Innenraum. Sie sitzt in der Regel im Motorraum und wird mit Kraftstoff betrieben, das Gebläse über die Batterie. Vorteil: Die Luft lässt sich mittels der Lüftungsdüsen genauer justieren und der Motorverschleiß fällt geringer aus. Das schont die Lager und die Batterie. Außerdem reduziert es die Schadstoffbelastung beim Kaltstart.


Nachteil: Eine Wasserheizung kostet mehr als eine Luftheizung und benötigt für einen warmen Innenraum mehr Zeit. Denn zuerst muss sich Kühlwasser erwärmen. Erst dann tritt warme Luft aus dem Heizungsgebläse. Mittels vorausschauender Programmierung ist das aber heute kein Problem. Die Vorwärmzeit sollte allerdings nicht länger als die spätere Fahrt dauern. Grober Wert: Ein zugefrorenes Auto benötigt fürs Auftauen ungefähr eine halbe Stunde.

Zusätzlicher Komfort kostet extra

 

Dabei fällt der Kraftstoff- und Stromverbrauch nur gering ins Gewicht. Pro Stunde liegt er bei etwa einem halben Liter Kraftstoff. Der größte Nachteil liegt hingegen beim Preis. Für den aktuellen VW Golf werden ab Werk 1205 Euro fällig. Eine Nachrüst-Wasserheizung für einen älteren VW Golf IV mit Ottomotor kostet je nach Anbieter und Leistung zwischen 650 und 1300 Euro. Dazu kommt die Montagearbeit in einer Fachwerkstatt. Bedienelemente im Auto kosten etwa 60 Euro, Fernbedienungen zwischen 160 und 220 Euro. Für die App mit einem speziellen Modul im Auto verlangt Eberspächer 270 Euro. Bei größeren Fahrzeugen wird es teurer: Für größere Innenräume müssen stärkere Heizgeräte ran und der Einbau gestaltet sich aufwendiger. Doch auch wenn der Preis hoch erscheint: Die Nachrüstung steigert den Wiederverkaufswert. Für ganz alte Fahrzeuge lohnt sich die Nachrüstung in der Regel aber nicht.


Die Heizungen lassen sich per Zeitschaltuhr oder Funkfernbedienung programmieren und starten, moderne Systeme mit integriertem GSM-Modul sogar mittels einer Smartphone-App.

Im Sommer auch als Standlüftung nutzbar

 

Bis auf Hochsommer-Temperatur heizt allerdings kein System ein Auto auf: Die maximale Betriebszeit ist begrenzt – sonst zieht am Ende die Heizung noch die Batterie leer und der Motor startet nicht. Einen Vorteil bietet die Standheizung übrigens auch im Sommer: Als Standlüftung betrieben fördert sie frische Außenluft in das parkende und heiße Auto – damit bleibt es bei Hitze meist kühl.