Fahrradurlaub:

Tour de Provence – Gruppenreise mit Leihrädern

25.04.2019

Die Lebensader in Südfrankreich ist die Rhône. Fast immer am Fluss entlang führt eine Route von Orange bis in die Camargue.

Violette Lavendelfelder, die Weinberge der Päpste, antike Bauwerke, weiße Pferde, rosa Flamingos: Die Provence bietet Licht und Farbe und ist ein beliebtes Reiseziel für Radfahrer. Acht Tage und 272 Kilometer werden wir, das sind 16 Radler aller Altersklassen, mit Elektrorädern die Region in Frankreich erkunden.

Lyon kulturell und kulinarisch entdecken

Treffpunkt unserer Gruppe und gemeinsames Kennenlernen ist in Lyon. Noch bewegen wir uns zu Fuß in der Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und auf eine 2000-jährige Geschichte zurückblickt. Stadtführerin Anneliese Dogas lotst uns über Kopfsteinpflaster, durch geheimnisvolle Hinterhöfe und verwinkelte Tunnelgänge (Traboules) zwischen den Häusern. Lyon ist die Hauptstadt der französischen Kochkunst. Daher sollte man Spezialitäten aus der Region in einer der „Bouchons“ (Gaststätten) probieren.

Erst ab der Römerstadt Orange geht es mit dem Fahrrad weiter

Erst in Orange, dem nächsten Ziel, das wir mit dem Zug erreichen, begrüßen uns die Guides Florian und Pit. Von ihnen bekommen wir unsere Leihräder, mit ihnen bummeln wir durch die Stadt. Der Arc de Triomphe auf der alten Via Appia und das Römische Theater mit den Sommer-Festspielen lockt Gäste aus aller Welt an. In einer Nische der Mauer, die König Ludwig XIV. die „schönste seines Königsreichs“ genannt hat, steht die Statue von Kaiser Augustus, der der Provence seinen Stempel aufgedrückt hat und dem wir auf unserer Tour noch öfter begegnen werden.

Auf den Spuren der Päpste nach Avignon

Die Weingärten der Päpste um den Ort Châteauneuf-du-Pape sind der nächste Höhepunkt, vor allem für die Weinzähne der Radgruppe. Beim Anblick des Mont Ventoux (1912 m) – der Berg der Leiden für die Radprofis der Tour de France – sind wir hingegen erleichtert, dass wir die Steigungen meiden und unser Etappenziel nur fünf Kilometer entfernt ist: ein Landhotel mit Pool, in dem sich die müden Radlerbeine abkühlen können.

Avignon, die Stadt der Päpste, ist ein weiterer Zwischenstopp. Natürlich bestaunen wir die Pont Saint-Bénézet, eine der berühmtesten Brücken der Welt und das Wahrzeichen der Stadt. Auch der Palast der Gegenpäpste steht auf dem Besuchsprogramm.

An der Rhône entlang zum beeindruckenden Pont du Gard

Ab jetzt wird uns die Rhône, die Lebensader des Südens, dauerhaft begleiten. Am Fluss entlang geht es durch kleine Dörfer, vorbei an Obstplantagen und Weinbergen. Im unvergleichlichen Licht des Südens radeln wir durch die nach Kräutern duftende Montagnette zur Abtei Notre-Dame Saint-Michel de Frigolet. Nachmittags erreichen wir den Pont du Gard. Das fast 50 Meter hohe und 272 Meter lange Aquädukt ist ein Meisterwerk römischer Baukunst, über das die Stadt Nîmes mit Wasser versorgt wurde.

Das Licht des Südens inspirierte auch Vincent van Gogh

Den Mistral im Rücken fahren wir durch die fruchtbaren Rhône-Ebenen bis zur Höhlenabtei St. Roman. Gestärkt vom Picknick, das Pit wie jeden Mittag an einem idyllischen Rastplatz vorbereitet hat, treten wir wieder in die Pedale, in Richtung Arles, der Stadt Vincent van Goghs. Über 300 Bilder hat der Künstler während seines 15-monatigen Aufenthalts in Arles gemalt. Aber nur eins verkauft!

Salzwiesen, Flamingos und wilde Pferde – die Camargue

In Arles, dem Tor zur Camargue, gabelt sich der Fluss in Grand und Petit Rhône und breitet sich bis ans Mittelmeer zu einem Delta aus. Von hier führt der Weg durch die nördlichsten Reisanbaugebiete der Welt. Vorbei an leuchtenden gelben Sonnenblumenfeldern und grünen Weinbergen, wo sich die Salzkristalle auf den Trauben abgesetzt haben und in der Sonne funkeln. Über einen Damm radeln wir durch die Camargue, auf deren salziger Erde sich eine einzigartige Flora und Fauna entwickelt hat. Im Licht der grün-lila-pink leuchtenden Salzwiesen entdecken wir Flamingo-Gruppen und weiße Pferde, die im Wasser waten.

Kaiserliches Finale in Nîmes

Die letzte Etappe führt nach Saint-Gilles. Die Stadt am Jakobsweg verzaubert mit ihrem morbiden Charme. Nach einer Pause am Sandstrand heißt es ein letztes Mal in die Pedale treten. In Nîmes, dem „französischen Rom“, treffen wir ein letztes Mal auf Spuren von Kaiser Augustus, bevor wir unsere Fahrräder wieder zurückgeben müssen.

Reise-Info – Schöne Tage an der Rhône

Rundreise: Die beschriebene achttägige Radtour „Provence“ ist ab 1545 Euro p. P. im Doppelzimmer beim Veranstalter „Die Landpartie“ im Angebot. Im Preis enthalten: Hotelübernachtungen mit Frühstück, dreigängige Abendmenüs, Reiserad mit technischem Service, Fahrradtasche, sämtliche Eintritte und Führungen, alle Transfers (ausgenommen Transfers vom/zum Flughafen), Reiseleitung, Gepäcktransport. Der Aufpreis für ein Elektrorad beträgt 175 Euro. Die Anreise erfolgt individuell nach Lyon mit Pkw, Eisenbahn oder Flugzeug. Nähere Informationen beim ACE-Reisebüro (siehe unten).

Touren: Die Etappen sind zwischen 22 und 61 Kilometer lang. Die Route führt zum Teil durch hügeliges Gelände auf befestigten und asphaltierten Straßen. Daher sollte man gut in Form sein oder sich für ein E-Bike entscheiden.

Reiseliteratur: Provence/Côte d‘Azur mit Landkarte, Dumont-Verlag, 24,99 Euro, im Buchhandel erhältlich.

Radreisen: Das ACE-Reisebüro (Tel. 0711/5 30 36 78) bietet ein umfassendes Angebot an Radreisen. Etappenziele mit Gepäcktransport, Sternfahrten (von einem Standort aus) oder Kombinationen von Flusskreuzfahrt mit Tagestouren per Rad.