Vor Ort:

Verkehrssicherheit - Fit für die Straße

29.05.2017

In Berlin engagiert sich der ACE mit weiteren Partnern und den Stadtbezirken: Schüler erhalten spielerische Lektionen in Verkehrssicherheit.

Blitzschnell wechselt der Fuß vom Gaspedal auf die Bremse. Das Auto kommt rechtzeitig zum Stehen und der Junge kann sicher über den Zebrastreifen auf die andere Straßenseite. Alles gut! „Deine Reaktion war Spitze und wie du siehst, war der Anhalteweg völlig ausreichend“, lobt Bernd Töpfer vom ACE-Kreisvorstand in Berlin. „Puh!“, stöhnt Alexandra P. „Der Umgang mit Gaspedal und Bremse ist für mich neu, ich habe das noch nie gemacht“, erzählt die 15-Jährige. Ihre Premiere am ACE-Simulator hat sie mit Bravour bestanden. „Das ist wahnsinnig interessant“, schwärmt die Gymnasiastin. Im Physikunterricht hätten sie am Emmy-Noether-Gymnasium in Köpenick das Thema Reaktionszeit und Bremsweg schon behandelt. „Aber das einmal selbst zu erfahren, ist schon eine ganz andere Nummer“, staunt die Schülerin. „No drinks, no drugs, no problems“ ist das Motto der Informationsveranstaltung „Fit für die Straße?“, die das Bezirksamt Neukölln im Haus der Guttempler an drei Tagen veranstaltete. Rund 1200 Schüler erreicht der Stadtbezirk an drei Veranstaltungstagen, in spielerischer Weise erleben die Acht- bis Zwölfklässler kleine Lektionen im Straßenverkehr. Partner der Bezirksverwaltung sind neben dem ACE unter anderem auch die Berliner Verkehrsbetriebe, Polizei, Dekra und die Fachstelle für Suchtprävention.

Aufklärung über Alkohol- und Drogenkonsum

Alkohol- sowie Drogenkonsum und die Folgen für Verkehrsteilnehmer stehen auch im Fokus dieser Veranstaltung. Alle Schüler bekommen einen Flyer überreicht, es gilt, die 16 Fragen zu beantworten, die darin gestellt sind. An zwölf Stationen können die Mädchen und Jungs recherchieren. Zu gewinnen gibt es Gutscheine, unter anderem für ein Fahrsicherheitstraining vom ACE.

Am ACE-Stand bekommen die Pennäler von den Kreisvorständen Bernd Töpfer und Uwe Granzin einen besonderen Unterricht am Simulator. Der Bremsweg setzt sich aus der Reaktionszeit und dem Anhalteweg zusammen. Wer betrunken ist oder von Drogen bedröhnt, braucht länger, um sein Fahrzeug effektiv zum Stehen zu bringen. Gebannt schauen die angehenden Kraftfahrer auf den Monitor. Mit dem Gaspedal regeln sie das Tempo ihres Fahrzeugs, bis plötzlich ein Hindernis auftaucht. Dann gilt es, so schnell wie möglich auf die Bremse zu treten. Wer zu schnell unterwegs ist, verlängert den Reaktionsweg und auch den gesamten Bremsweg. Das wird den jungen Probanden schnell klar – beim zweiten und dritten Versuch fahren sie langsamer.

„Hoffentlich hält diese Erfahrung an, wenn sie einmal am Steuer eines Autos sitzen“, sagt Frank Fleischhauer, Regionalbeauftragter beim ACE in Berlin. Seit rund zehn Jahren ist der ACE bei dieser Aktion dabei, die auch in weiteren Stadtbezirken angeboten wird. Fleischhauer: „Insgesamt erreichen wir über 3000 Schüler jedes Jahr.“