E-Mobilität:

Volkswagens I.D.-Baureihe - Schon fast eine Großfamilie

27.02.2019

Die Marke Volkswagen will auf dem Gebiet der Elektromobilität in den nächsten Jahren groß auftrumpfen. Ende 2019 rollt mit dem I.D. das erste Modell der elektrisch angetriebenen Familie an, die bereits viele Mitglieder zählt.

Für Volkswagen-Chefdesigner Klaus Bischoff ist die Planung und Konzeption der I.D.-Familie Chance und Herausforderung zugleich: „Es ist schon eine große Aufgabe, etwas komplett Neues zu gestalten.“ Verbunden damit seien unglaublich viele Möglichkeiten. „Die kompaktere Technik gestattet neue Freiheiten in der Gestaltung, die wir natürlich nutzen werden und bereits genutzt haben.“ Ein Blick hinter die ansonsten geschlossenen und streng bewachten Türen des Designs in Wolfsburg zeigt, was Bischoff meint, hier sind bereits weitere Mitglieder der I.D.-Familie zu sehen.

VW möchte Elektromobilität für alle attraktiv machen

An den fertigen Modellen erklärt der Chef-Gestalter der Marke Volkswagen die Philosophie der neuen Linienführung. „VW hat mit dem Käfer Mobilität für breite Bevölkerungsschichten ermöglicht, der Golf hat darauf die Werte Funktionalität und Sicherheit gesetzt“, so Bischof. Mit der I.D.-Familie wolle man nun zeigen, dass es trotz des grundsätzlichen Technik-Wechsels beim Anspruch der Marke bleibe, diese Technik für alle erschwinglich und nutzbar zu machen. „Wir wollen für E-Mobilität eine möglichst breite Akzeptanz schaffen – und das funktioniert nur mit einer kompletten Produktfamilie.“ Bischoff ist davon überzeugt, dass die Kunden für diese neue Form der Mobilität auch eine neue Karosserieform haben wollen.

Das Golf-Pendant I.D. zeigt die Designmerkmale der Baureihe

Als erstes Mitglied der neuen Modellreihe wird im Herbst dieses Jahres der I.D. (sein tatsächlicher Name ist noch geheim) vorgestellt. An dem elektrisch angetriebenen Pendant zum Golf, dessen achte Generation ebenfalls in diesem Jahr auf den Markt kommt, sind die wesentlichen Grundzüge der neuen Designsprache für diese Art der Fahrzeuge zu erkennen. Dazu zählt beispielsweise das Gesicht, das die Designer ohne den nicht mehr benötigten Kühlergrill neu zeichnen mussten. Wichtig sei dabei, die Front nicht zu flächig wirken zu lassen, erläutert Bischof. Veränderte Lufteinlässe und eine komplett andersartige Lichtsignatur sind hier zu nennen. Ein beleuchtetes VW-Markenzeichen allerdings wird es in Deutschland anders als in Übersee nicht geben. Hierzulande ist Leuchtwerbung am Fahrzeug verboten.

Sportlicher Crossover, vollautonom fahrende Oberklasselimousine und Bulli-Revival – für jeden Geschmack ist etwas dabei

Beim I.D., dem I.D. Crozz, der 2020 auf den Markt kommt und so etwas wie das elektrisch angetriebene Gegenstück zum Tiguan ist, sowie dem 2022 erwarteten Passat-Pendant I.D. Aero (die Studie I.D. Vizzion kommt dem Serienmodell schon recht nahe) fallen zudem weitere Designdetails auf: die sich flach nach hinten streckenden A-Säulen, der besondere Schwung der Dachlinie, die sanfte Wellenform unterhalb der Seitenfenster und die Betonung der seitlichen Schweller. Letztere unterstreichen den tiefen Schwerpunkt, den die E-Modelle aufgrund der im Fahrzeugboden untergebrachten Batterien haben.

Außergewöhnlich zudem, dass die I.D.-Familie mit in Schwarz gehaltenen Dächern ausgestattet ist. Außer den genannten Mitgliedern der E-Baureihe von VW sind für 2022 noch der I.D. Buzz als Neuinterpretation des legendären Bulli, für die USA ein Elektro-Pendant des großen SUV Atlas sowie für China des baugleichen Teramont fertig gestaltet.

Der Innenraum ist schlicht und hell gestaltet

Auch innen hat die extrem geräumige I.D.-Baureihe ein komplett anderes Erscheinungsbild. Laut Bischoff gewinnt das Interieur stark an Bedeutung. „Wir sind gefordert, die neue technische Welt in Einfachheit, Schlichtheit und Schönheit zu übersetzen. Dabei müssen wir uns auch ständig fragen, welche Bedienvorgänge kann ich weglassen, welche Elemente brauche ich nicht.“ Das ist vor allem an der Gestaltung der Armaturenträger zu erkennen, die mit weitaus weniger Bedienelementen als bisher bestückt sind. Außerdem bekommt Licht auch im Innenraum eine neue Bedeutung. „Licht ist das neue Chrom“, sagt Bischoff.

Auf dem Genfer Autosalon präsentiert VW die Studie eines E-Buggys

Ein Beispiel für die neuen Gestaltungsmöglichkeiten ist auch die auf dem Autosalon in Genf (7. bis 17. März) präsentierte Studie eines Elektro-Buggys. „Mit dem E-Buggy wollen wir zeigen, wie die moderne, retrofreie Interpretation eines Klassikers aussieht und vor allem, wie emotional Elektromobilität sein kann“, erklärt Bischoff. Als Vorbild des vollelektrischen Buggys dienen die historischen Vorbilder aus Kalifornien. Dementsprechend wird auf ein festes Dach ebenso verzichtet wie auf konventionelle Türen. Zusätzlich hat das Designteam um Bischoff die Studie mit freistehenden Rädern und offenen Seitenschwellern erstellt. Waren die US-Strandbuggys einst auf der Basis des Käfer-Chassis konstruiert, ist es heute der Modulare E-Antriebsbaukasten (MEB) von Volkswagen. Bischoff betont, dass ein solcher E-Buggy irgendwann durchaus in Serie gehen könnte. Denkbar ist, dass die Studie ein erster Hinweis auf ein künftiges elektrisches Cabrio ist.