27.03.2020

Wildschönau in Tirol – Blühende Berge

Nicht nur wenn die Alpenrosen blühen, ist die Wildschönau ein Paradies für Wanderer – auch kulinarisch.

Aus aktuellem Anlass gelten unsere vorgestellten Wandertipps vorbehaltlich der aktuellen Reisewarnungen. Lassen Sie sich dennoch inspirieren!

Wann beginnt in den Bergen der Sommer? In der Wildschönau, einem Hochtal auf knapp 1000 Metern in den Kitzbüheler Alpen, gibt’s dafür eine Regel: mit der Almrosenblüte. Dann kann man dort mit Blick auf die Gipfel nicht nur das berühmte Alpenglühen bewundern. Denn auch die Hänge fangen an, über weite Flächen zu leuchten – in Blütenrosa.

Rosa Blütenpracht und stimmungsvolle Ausblicke

Die Almrose ist eigentlich gar keine Rose, sondern ein Rhododendron-Heidekraut, das sich in der Wildschönau und dem benachbarten Alpachtal wohler fühlt als vielerorts. Eines der größten Almrosenfelder der österreichischen Alpen ist dort zu finden. Wer durch die bunte Pracht wandern möchte, ist jedoch terminlich gebunden. Blütezeit ist gegen Ende Juni und das nur für wenige Wochen. Los geht’s mit der Gondel ab Niederau zur Bergstation am Markbachjoch (1440 Meter). Bei Schönwetter ist die Sicht fantastisch, aber auch wenn die Wolken im Tal liegen, herrscht Atmosphäre.

Am Wegesrand locken Almen mit heimischen Spezialitäten

Es warten gut 13 Kilometer auf einem Höhenwanderweg bis zum Talabschluss. Gipfel schieben sich in den Blick. Man läuft durch eine verwunschene Landschaft mit Nadelbäumen und schwarzen Tümpeln. Die Wildschönau ist ein Wanderparadies, in dem man unterwegs nicht verhungert. Viele der Hütten auf den 46 Almen sind bewirtschaftet, Wege verbinden sie. Rinder, Pferde, Schafe und Ziegen werden im Mai auf die Almen gebracht. Zur Jause kann man etwa auf der Vorderen Feldalm auf 1700 Metern bei Senner Konrad Gwiggner einkehren, der im Sommer dort wohnt. Oberhalb seiner Hütte erstreckt sich eines der schönsten Almrosenfelder, das an der Schönangeralm endet.

Süßes Souvenir im Glas

Süße Kostproben gibt’s bei Josef Hölzl auf dem Sonnleitenhof. Der Imker lässt seine 35 Bienenvölker zur Blüte auf die Almrosenfelder. Heraus kommt ein blumig-mild schmeckender, bio-zertifizierter Honig, der neben dem Manuka aus Neuseeland der kostbarste der Welt sein soll. Weil das Heidekraut weitab der Zivilisation wachse, sei er frei von Pestiziden, sagt Hölzl. Gläser kann man nur vor Ort kaufen. Ein tolles Souvenir.

Reise-Info – Wichtiges auf einen Blick

Wandern: Eine geführte Wanderung zum Bio-Imker wird für acht Euro pro Person vom Tourismusverband angeboten. Zu den Almrosenfeldern geht‘s auch gut auf eigene Faust: Die rund 13 Kilometer lange Route oberhalb des Tals erfordert normale Kondition und dauert vier bis fünf Stunden.

Tipps: Das Pflücken von Almrosen in Blumenstraußgröße wird geduldet.

Schlemmen und Schlafen: Das familiengeführte Hotel Wastlhof bietet wohnliche Zimmer und einen Spabereich. Das Restaurant verwöhnt seine Gäste mit hausgemachten Spezialitäten. Preisgekrönten Käse kann man auf der Schönangeralm in der Schaukäserei kosten; 40-minütige Gruppenführungen: 4 Euro pro Person.

Weitere Informationen sind erhältlich beim Wildschönau Tourismus.

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