Deutschland:

Berlin – 30 Jahre Mauerfall

28.10.2019

Berlin bereitet sich auf den Event des Jahres vor: Am 9. November jährt sich der Fall der Mauer zum 30. Mal. Die Hauptstadt feiert das Ereignis mit zahlreichen Veranstaltungen und Rückblicken.

Die Glasfassade des Bahntowers spiegelt sich in der Sonne, Menschen bummeln durch die modernen Arkaden des Shoppingcenters oder erfreuen sich des grandiosen Ausblicks auf die Hauptstadt vom Panoramapunkt im Kollhof-Gebäude. Der Potsdamer Platz ist heute eine beliebte Anlaufstelle im Herzen der City. Es ist kaum vorstellbar, dass dieser Platz nach dem Kriegsende fast 30 Jahre brachlag und seit August 1961 von der Mauer durchzogen wurde. Heute erinnern auf insgesamt 5,7 Kilometern Metallstreifen im Boden an den einstigen Mauerverlauf im Herzen der Stadt.

Die Berliner Mauer als Symbol der Teilung

Das Beton-Bollwerk schrieb traurige Weltgeschichte und wurde zum Symbol des Schreckens für die geteilte Metropole. Der Ostteil: zugemauert und abgeriegelt. Fast vergessen sind die Aussichtsplattformen, von denen man aus dem Westen einen Blick „nach drüben“ werfen konnte – stets unter den strengen Blicken der Grenzsoldaten mit ihren Kameras und Ferngläsern. Während im Osten die Farbe Grau dominierte, zierten im Westen bunte Graffitis den grauen Koloss. 1987 forderte US-Präsident Ronald Reagan: „Mister Gorbachev, tear down this wall!“ („Reißen Sie diese Mauer ein“). Mehr als 28 Jahre teilte diese Mauer Berlin – bis zum 9. November 1989. In dieser Nacht und in den nächsten Tagen war in Berlin der Bär los – alle lagen sich in den Armen.

Als die Mauer bröckelte

Wer die Grenzsituation von damals erleben möchte, der hat in der Niederkirchner- und Zimmerstraße die Gelegenheit. Auf dem Gelände der Ausstellung „Topographie des Terrors“, am Martin-Gropius-Bau, sind circa 200 Meter Originalmauer erhalten geblieben. Der bröckelnde Zustand des Mauerrestes ist den „Mauerspechten“ geschuldet: Mit Hammer und Meißel hatten sie sich als Souvenirjäger am schnellen Abriss des verhassten Bauwerks beteiligt.

Zeitreise am Checkpoint Charlie

Auch am Ausländergrenzübergang Friedrichstraße/Checkpoint Charlie ist die Zeit erlebbar. Das Asisi Panometer Berlin zeigt das Leben entlang der Mauer zwischen Mitte und Kreuzberg an einem Herbsttag in den 80er Jahren. Graue und unsanierte Häuserfassaden dominieren die Szenerie, davor spielen Kinder. In unmittelbarer Nähe beobachten DDR-Grenzsoldaten das Leben in West-Berlin aus ihren Wachtürmen. Stimmen von Zeitzeugen im Hintergrund lassen das Gesehene noch eindringlicher wirken. Ein Besuchermagnet am Checkpoint Charlie ist das Museumshaus. Hier werden neben Dokumentarfilmen und Zeitzeugengesprächen eine Vielzahl an Exponaten und originalen Hilfsmitteln gezeigt, die Menschen bei der Flucht aus der DDR geholfen haben.

Virtuell in die Vergangenheit

Ebenfalls am Checkpoint Charlie erwartet die Besucher ein Zeitsprung durch die Spreemetropole der 1980er Jahre. Interessierte können mit Time-Ride auf virtuellen Reisen durch die einst geteilte Stadt gehen. Dank moderner Virtual-Reality-Technologie ist es möglich, die Geschichte hautnah mitzuerleben.

Geschichte zum Anfassen

Besonders anschaulich präsentiert das DDR Museum an der Museumsinsel das Leben im damaligen Osten. Das Motto des Museums lautet dabei: „Geschichte zum Anfassen“. Nicht zuletzt ist das Museum wegen seiner hohen Interaktivität besonders für Kinder und Familien geeignet, vermittelt aber auch älteren Besuchern eindrucksvoll 40 Jahre DDR-Geschichte.

Reise-Info Berlin

Sehenswertes:TimeRide – die virtuelle Zeitreise. Tickets: Erwachsene ab 12,50 Euro, Kinder/Jugendliche ab 10 Euro. Täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. DDR Museum – Eintrittspreis 8,50 Euro. Geöffnet: täglich 10 bis 20 Uhr, samstags bis 22 Uhr. ASISI Panorama Berlin – Tickets für „Die Mauer“ kosten für Erwachsene 10 Euro und Kinder von 6 bis 16 Jahren 4 Euro. Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr.

Hoteltipps: Das 3-Sterne-Hotel ibis Styles Berlin an der Oper liegt im Herzen der Berlins.

Familienfreundlich ist das zentral gelegene 4-Sterne-Hotel RIU Plaza Berlin unweit des KaDeWe. Hier übernachten zwei Kinder bis 12 kostenlos im Zimmer der Eltern.

Weitere Informationen und ausführliche Beratung zu Städtetrips bietet das ACE Reisebüro unter 0711/5303678

Visit Berlin: Anlässlich des 9. November gibt es eine Vielzahl von Veranstaltungen mit Themen wie der Wiedervereinigung, dem Bau der Berliner Mauer und der Überwindung der Mauer durch die Friedliche Revolution von 1989. Ausführliche Auskünfte erteilt die Berlin Tourismus & Kongress GmbH/Visit Berlin.