27.02.2017

Fährpassagen - Maritimes Intermezzo

Die Luft schmeckt nach Salz, der Blick aufs weite Meer entspannt. Während der Wagen sicher steht, spielen die Kinder Pirat. Fährpassagen sind nicht nur für Familien eine Überlegung wert.

Reif für die Insel? Oder liegt das Urlaubsziel so weit hinter dem Horizont, dass der Weg über Land weit und kräftezehrend wäre? Einen Teil der Wegstrecke per Fähre zurückzulegen, bietet sich für viele Feriendestinationen an. Das Routennetz ist engmaschig – auf Nord- und Ostsee ebenso wie auf dem Mittelmeer. Zudem bietet die kleine Kreuzfahrt zwischendurch diverse Annehmlichkeiten. War der Weg zum Hafen noch vom Losfahren bestimmt, beginnt auf der Fähre der Urlaub. Unvergleichlich, nach ein paar Stunden auf dem Meer den Zielhafen näher kommen zu sehen.

Beim Übersetzen während der Tagesstunden ist es nicht zwingend erforderlich, eine Kabine zu buchen – obwohl manche Reedereien gerade dann ausgesprochen günstige Angebote offerieren. Für Familien mit kleinen Kindern ist es schon überlegenswert, sich diesen Rückzugsraum zu sichern, damit der Nachwuchs zwischendurch zur Ruhe kommen kann. Auf vielen Nachtfähren herrscht, zumindest in nördlichen Gewässern, Kabinenpflicht. Den höheren Kosten steht mindestens eine eingesparte Übernachtung an Land gegenüber. Zudem können sowohl der Tag der Einschiffung als auch der Ankunftstag zum Fahren genutzt werden.

Beim Buchen auf Sonderkonditionen achten

Beliebte Routen werden häufig von verschiedenen Fährgesellschaften befahren und es zeigt sich, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Doch so sehr sich die angepriesenen Rabatte auch auf den ersten Blick gleichen mögen – erst der konkrete Vergleich der Konditionen an den anvisierten Reisetagen bringt Klarheit, wer den günstigsten Tarif hat. Nennenswerte Preisvorteile bieten die auf einzelnen Strecken angebotenen Sonderkonditionen, mit denen sowohl Familien als auch Motorradfahrer und Camper angesprochen werden sollen. So gelten auch 2017 die Pkw-Tarife von Scandlines auf allen Routen jeweils für einen Pkw bis sechs Meter Länge inklusive bis zu neun Personen. TT-Line bringt die ganze Familie samt Pkw ab 63 Euro von Travemünde nach Trelleborg. Und Tallink Silja bewirbt Doppelkabinen mit Durchgangstür, die von fünf bis acht Personen belegt werden können. Günstige Angebote gibt es auch auf den Passagen von Italien nach Griechenland. Die „Freunde & Familie“-Angebote von Anek, Minoan und Superfast beinhalten einen 20-prozentigen Preisvorteil für drei oder vier Personen, die zusammen in einer Kabine reisen. Der Rabatt gilt allerdings nicht für alle Unterbringungskategorien.

Viele Reedereien bieten Kinderprogramme an Bord

Sowohl auf den Schiffen gen Großbritannien als auch nach Skandinavien wird dafür gesorgt, dass Kindern nicht langweilig wird. Spielbereiche für unterschiedliche Altersklassen können als Standard gelten, die Aufsichtspflicht liegt dennoch bei den Eltern. Während der Ferienzeit wird meist auch ein Kinderprogramm geboten. Das kann mal eine Schatzsuche sein oder auch ein Piratenpatent. Auf Mittelmeerfähren sind solche Bespaßungen jedoch seltener.

Ob Richtung Skandinavien oder Kurs Ägäis – wer mit dem Reisemobil übers Wasser will, muss mit höheren Passagekosten rechnen als Fahrer eines einfachen Pkw. Die Preise berechnen sich sowohl nach der Länge als auch nach der Höhe, ein voluminöser Aufbau kann die Überfahrt deutlich verteuern.

Interessante Offerten für Camper mit Reisemobilen

Längst allerdings haben die Fährgesellschaften Camper als angenehme Passagiere identifiziert und locken auch hier mit besonderen Angeboten. So werden bei Scandlines 2017 keine Höhenzuschläge erhoben. Wer bei TT-Line ein Returnticket nach Schweden kauft, bekommt unter anderem 25 Prozent Rabatt auf den Kabinenpreis. Für Campingfahrzeuge zwischen sechs und 14 Metern halbiert sich zudem der Längenzuschlag. Finnlines befördert bis zu vier Personen, die mit einem Wohnmobil bis acht Meter Länge unterwegs sind, für 498 Euro die einfache Passage von von Travemünde nach Helsinki – inklusive einer Vier-Bett-Innenkabine.

Auf Mittelmeerfähren gibt es auf einigen Routen die Möglichkeit, an Bord zu campen. Früher bedeutete dies, die Nacht im eigenen Fahrzeug zu verbringen und öffentliche Bereiche auf der Fähre zu nutzen. Inzwischen wird der Aufenthalt auf dem Autodeck in zunehmendem Maße untersagt. Interessant sind hier die Camperangebote, bei denen für den Preis einer Deckpassage eine ganze Kabine zur Verfügung gestellt wird.

Gute Konditionen können Motorradfahrer erwarten

Auf Angebote achten sollten Motorradfahrer, die den schnellen Weg über das Wasser bevorzugen: Für 44 Euro (One-Way-Ticket) pro Person fährt man im Sommer inklusive Motorrad mit Fjordline vom dänischen Hirtshals nach Kristiansand in Norwegen. Ein Sitzplatz ist während der über zwei Stunden dauernden Überfahrt garantiert. Auf mehreren Strecken verspricht DFDS gute Konditionen für Biker. Die einfache Passage von Amsterdam nach Newcastle kostet für zwei Personen, Motorrad und Kabine ab 129 Euro.

Günstige Angebote sind oft zeitlich begrenzt oder es steht nur eine limitierte Anzahl von Plätzen zur Verfügung. Deshalb gilt: Wer früh bucht, bekommt den besten Kurs. Gleichzeitig die Rückfahrt zu buchen, kann einen Bonus von 20 bis 30 Prozent Preisnachlass bescheren. Interessant sind auch Kombitickets, bei denen Hin- und Rückfahrt nicht auf der gleichen Strecke verlaufen müssen. Stena, Finnlines und Tallink Silja bieten diese Möglichkeit für den Ostseeraum an.

Wer flexibel bei Abfahrtszeiten ist, kann Geld sparen

Geld sparen kann auch, wer bei den gewünschten Abfahrtszeiten flexibel ist. Mitten in der Woche liegende Abfahrten sind oft preisgünstiger als solche, die rund um ein Wochenende angeboten werden. Schiffe, die zu unattraktiven Zeiten wie nachts um zwei ablegen, sind in aller Regel billiger als jene, die am Vormittag oder am späten Nachmittag starten. Dazu kommt, dass die erwartete Auslastung der jeweiligen Verbindung direkte Auswirkungen auf die zu erwartenden Kosten hat. So variierten bereits im Januar die Preise auf den Buchungsseiten der Reedereien nahezu täglich. Die Erfahrung zeigt, dass die Kosten höher werden, je näher der gewünschte Abfahrtstermin rückt. Nicht nur, wenn man mit Kindern unterwegs ist, sollte die Ferienfähre deshalb vorab und möglichst früh gebucht werden.

Nicht in letzter Minute am Fährterminal auftauchen

Apropos früh: Ganz gleich, mit was für einem Fahrzeug ein Plätzchen auf der Fähre gefunden werden soll, zum Boarding sollte man nicht erst in letzter Minute erscheinen. An einigen Häfen wird erst im Terminal die Reservierung gegen ein gültiges Ticket getauscht. Vor dem Zutritt auf Fähren nach Skandinavien werden regelmäßig die Personalpapiere überprüft. Um beim Schlangestehen nicht nervös zu werden, ist ein Zeitpuffer Gold wert. Entspannter ist die Situation, wenn es um das Übersetzen auf die Urlaubsinsel geht. Beim Inselhüpfen in Griechenland oder Kroatien, Dänemark oder Schweden reicht es in aller Regel aus, rechtzeitig am Hafen zu sein, um mitgenommen werden. Ist das Boot voll, muss nicht lange auf das nächste Schiff gewartet werden.

Fährtickets mit Kosten vergleichen, die eine Anfahrt mit dem Autos verursacht

Beim Vergleich der Fährkosten mit einer kompletten Anfahrt über die Straße sollten nicht nur die Kosten für den Kraftstoff zugrunde gelegt werden. Mautgebühren und zusätzliche Übernachtungen stellen vor allem auf Langstrecken eine zusätzliche Belastung für den Geldbeutel dar. Wer Rabatte und Sonderangebote geschickt nutzt, kann mit dem Schiff nicht nur entspannter, sondern auch kostenneutral in den Urlaub fahren.

Reiseportale bieten Vergleiche bei Fahrplänen und Preisen

Einen Überblick über die Fährverbindungen, Fahrpläne und Sonderangebote erhält man auf den Internetseiten der Reedereien.

Auch wir haben eine umfassende Übersicht mit allgemeinen Informationen zu Reedereien und den angebotenen Fährverbindungen zusammengestellt. Hier finden Sie auch ein Formular zum Suchen und Buchen der passenden Verbindung. Bei Fragen zu Buchungen wenden Sie sich gerne an das ACE-Reisebüro.

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