Mobilität der Zukunft – ein Interview mit Smudo

Smudo, wie kommt einer der berühmtesten Musiker Deutschlands zum Rennsport, welche Motivation treibt Sie an?

Meine Liebe zu guter Software hat mich zum Motorsport gebracht. Die erste brauchbare Gaming Simulation von 1997, „Grand-Prix-Legends“, hat mich derart fasziniert, dass ich mich in Fahrphysik belesen und das schließlich im Realracing erfolgreich angewendet habe. Daraus ist mit meinem Team Four Motors heute eine tolle grüne Botschaft geworden, die den Innovationsfaktor von Motorsport weiterträgt. 

Sie gelten als Pionier des grünen Rennsports, Nachhaltigkeit im Motorsport zu forcieren ist Teil Ihres motorsportlichen Engagements. Warum ist Ihnen das so wichtig? Und wie sieht Ihre private Mobilität aus?

Zuerst fand ich es einfach nur cool, mit nachwachsenden Rohstoffen zu fahren – da wächst ein Pflänzchen, man pflückt es und nutzt es, um -Peng- Autorennen damit zu fahren. Inzwischen - im Angesicht des Klimawandels - regen die technologischen Möglichkeiten meine ohnehin vorhandene Neugier immer wieder von Neuem an. Privat fahre ich kaum Auto, sondern nutze viel Carsharing oder Taxi.

Zur Person

Smudo ist Frontmann der Hip-Hop-Band „Die Fantastischen Vier“, Juror bei der Casting-Show „The Voice Kids“ und seit 2000 passionierter Rennfahrer. Er gilt als der Pionier des grünen Motorsports.

Es fuchst mich schon sehr, wenn man das Gefühl haben muss, die verantwortlichen Entscheidungsträger in der Regierung reden sich mit „Wieso? Wir fördern doch schon eMobility“ raus. Sustainability ist viel weitreichender - hier heißt es „Scheuklappen absetzen“, wenn man wirklich vorankommen möchte.

Smudo

Ihr Team setzt auf Biosprit, entwickelt mit Forschern Bioconcept-Cars mit Karosserieteilen aus nachhaltigen Rohstoffen. Was könnten Automobilkonzerne von diesem grünen, nachhaltigen Motorsport für die Zukunft lernen?

Unter anderem, ja. Wir verwenden außerdem ein nachhaltiges Öl-Reraffinat, das gefiltert und wieder zu einem Hochleistungsöl aufbereitet wird. Biosprit, Bioleichtbauteile und reraffiniertes Öl - all das ließe sich einfach von heute auf morgen in der Straßen-Pkw-Flotte einsetzen und so eine enorme CO2- und Feinstaubersparnis bringen - und nicht zuletzt endliche Ressourcen länger verfügbar machen.