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Sie möchten wissen, ob Ihr Kraftfahrzeug E10 verträgt? Informationen dazu können Sie in der DAT-Übersicht nachlesen.

E10 – der Biokraftstoff


Unser E10-Ratgeber liefert Ihnen alle wichtigen Informationen und Erkenntnisse.

SPIEGEL ONLINE: Niebel fordert Verkaufsstopp von Biosprit E10
Welt Online: Die miese Ein-Jahres-Bilanz des Biobenzins E10
Welt Online: Bei E10 ist nichts super

ACE-Ratgeber: Alle Fragen zu E10 zusammengefasst (PDF)

Was ist eigentlich E10?
Es handelt sich um eine neue Kraftstoffkombination...

... mit reduziertem Benzinanteil. Das Kürzel E 10 steht für ein Gemisch aus bis zu 10 Prozent so genanntem Bio-Ethanol und 90 Prozent Benzin. Bereits zuvor wurden dem herkömmlichen Benzin 5 Prozent Bioethanol zugesetzt (E5).

Seit wann gibt es E10?
E10-Kraftstoffe wurden ab dem 1. Januar 2011...

... in Deutschland eingeführt. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten und einer breiten Ablehnung in der Bevölkerung.

Woraus wird das Ethanol in E10 hergestellt?
Das Ethanol wird durch alkoholische Gärung...

aus stärke- und zuckerhaltigen Pflanzen gewonnen – zum Beispiel aus Getreide, Roggen und Mais oder Zuckerrohr und -rüben.

Warum wurde E10 eingeführt?
Die politischen Entscheider sehen darin einen Beitrag...

... im Kampf gegen den Klimawandel: Klimaschutz beginnt beim Sprit. Jetzt wird die dazu beschlossene EU-Richtlinie umgesetzt. Grundsätzlich gilt: Durch den geringeren Benzinanteil sinken die CO2-Emissionen und der Verbrauch von Erdöl wird reduziert. Ziel ist es, bis 2020 zehn Prozent des Energieverbrauchs im Verkehr durch nachwachsende Rohstoffe zu decken. Damit würde sich die Klimabilanz verbessern. Dennoch ist der Nutzen des Biosprits umstritten, weil für den Anbau der Pflanzen viel Wald gerodet werden muss, wodurch CO2 freigesetzt wird. Unterm Strich ist Biokraftstoff daher ähnlich schädlich für das Klima wie Kraftstoff aus Erdöl, sagen Kritiker. Gerade in Ländern mit geringen Einkommen besteht die Gefahr, dass Bioethanol auf dem Weltmarkt mehr Gewinn erzielen kann, als die Nahrungsmittelproduktion für die eigene Bevölkerung. Die EU überarbeitet deshalb gerade ihre Anforderungen an in die EU importierte Biokraftstoffe.

Wie steht der ACE dazu?
Unsere Benzin-Zweifel sind auch heute...

noch längst nicht ausgeräumt: Wie sieht die Energie- und Ökobilanz von E10 unterm Strich tatsächlich aus? Müssen Autofahrer für weniger Leistung mehr tanken? Wo sind die Verträglichkeitsgarantien der Autohersteller? Was tut die Bundesregierung gegen Preiswucher und Etikettenschwindel an den Zapfsäulen?

Wir finden, die Bundesregierung darf diese Fragen nicht länger unbeantwortet lassen. Daran werden wir und unsere politisch mündigen Mitglieder letztlich zu entscheiden haben, wie sie sich zu E10-Kraftstoff positionieren. Diese Form der offenen Meinungsbildung unterscheidet uns von der Methode der „Vormundschaftspolitik“, wie sie andere Automobilclubs betreiben.

E10 weiter unbeliebt
Viele Autofahrer verschmähen E10...

Auch über ein Jahr nach der Einführung tankt ihn nur jeder Zehnte.

In Deutschland sind die Kraftstoffanbieter per Verordnung verpflichtet, E5-Super weiterhin anzubieten – und zwar zeitlich unbefristet. Die EU hingegen verlangt nur ein verpflichtendes Anbieten bis 2013. Deutschland geht mit der Verordnung also über die EU-Vorgaben hinaus. Grundlage ist die Neufassung der Verordnung über die Beschaffenheit und die Auszeichnung der Qualitäten von Kraftstoffen (10. BImSchV), die am 14. Dezember 2010 in Kraft getreten ist. Die neue Fassung der 10. BImSchV dient der Umsetzung der europäischen Kraftstoffqualitätsrichtlinie 98/70/EG sowie der europäischen Schwefelrichtlinie 1999/32/EG.


Sie können HIER den Verordnungstext nachlesen. Der entscheidende Passus ist in § 3 „Anforderungen an Ottokraftstoffe; Bestandsschutzsortenregelung“ enthalten. Dort heißt es: „Wer Ottokraftstoffe nach Absatz 1 der Qualität „Normal“ oder „Super“ mit mehr als 5 Volumenprozent Ethanol anbietet, ist verpflichtet, an derselben Abgabestelle auch Ottokraftstoffe nach Absatz 1 der Qualität „Super“ mit einem maximalen Sauerstoffgehalt von 2,7 Massenprozent und einem maximalen Ethanolgehalt von 5 Volumenprozent anzubieten.“

Mehr tanken für weniger Leistung?
Nach Angaben der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe

hat Bioethanol nur 65 Prozent des Brennwertes von konventionellem Benzin (Broschüre "Biokraftstoffe, Basisdaten Deutschland"). Demnach muss die Motorsteuerung den Verbrauch bei E10 um ca. 3,5 Prozent erhöhen, um eine vergleichbare Motorleistung zu erzeugen. www.nachwachsenderohstoffe.de

Es gibt aber auch andere Meinungen. Der Expertenstreit über E10-Verbräuche hält an.

Unsere Benzin-Zweifel sind auch heute noch längst nicht ausgeräumt: Wie sieht die Energie- und Ökobilanz von E10 unterm Strich tatsächlich aus? Woher kommt das Ethanol für E10? Müssen Autofahrer für weniger Leistung mehr tanken? Wo sind die Verträglichkeitsgarantien der Autohersteller?

Welches Fahrzeug verträgt E 10?
Das so genannte E 10 wird zusätzlich ...

... zu den bisherigen Benzinsorten vertrieben. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums können 90 Prozent aller Fahrzeuge den neuen Biosprit tanken. Diese Zahl ist allerdings bisher nur eine Schätzung, welche Fahrzeuge für E 10 freigegeben sind, unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller deutlich.

Die Fahrzeughersteller geben Auskunft, ob die fraglichen Fahrzeugmodelle E 10 vertragen. E 10 sollte jedenfalls nur dann getankt werden, wenn ohne Zweifel feststeht, dass E 10 dem Fahrzeug nicht schadet. Wer unsicher ist, lässt sich die Verträglichkeit von E10 vom Hersteller schriftlich bestätigen. Das ist aus Gründen der Schadenshaftung wichtig. Eine Liste der E10-Fahrzeuge, die das neue Kraftstoffgemisch vertragen, hat die Deutsche Automobil Treuhand GmbH zusammengestellt. Die Liste enthält auch Servicenummern der Fahrzeughersteller, die bei Fragen zu E10 angerufen werden können. Auch Fahrzeughändler und Kfz-Werkstätten informieren über die E10-Verträglichkeit von Fahrzeugen.

Kann ein Fahrzeug auf Ethanol umgerüstet werden?
Es gibt Anbieter für die Umrüstung, allerdings...

... beschränken sie sich überwiegend darauf, mit einem Steuergerät die Einspritzmenge des Kraftstoffs zu optimieren. Bei einem derartigen Umbau wird aber das Kraftstoffsystem nicht verändert. Das kann zu Problemen führen; eine generelle Umrüstung nicht geeigneter Fahrzeuge ist in der Regel nicht möglich.

Welche Bauteile können von E10 betroffen sein?
Alle Bauteile im Kraftstoffsystem, die...

... mit E10 in Berührung kommen; vor allem Aluminium- und Kunststoffdichtungen.

Gibt es Zusätze für ältere Fahrzeuge?
Nein, es gibt keine solchen Zusätze...

... wie beispielsweise Bleiersatz für Oldtimer.

Was tun, wenn das Fahrzeug kein E10 verträgt?
Die Tankstellen sind verpflichtet, weiterhin...

... konventionellen Kraftstoff anzubieten. Europaweit gilt diese Verpflichtung bis 2013, in Deutschland ist geplant, den konventionellen Kraftstoff zeitlich unbegrenzt anzubieten.

Wer haftet, wenn E10 den Lack beschädigt?
Bei Schäden kommen verschiedene Anspruchsgegner...

...in Betracht. In erster Linie natürlich der Betreiber der Tankstelle, der dafür zu sorgen hat, dass von dem Treibstoff keine Gefahr für die Fahrzeuge seiner Kunden ausgeht. Denkbar ist aber auch eine Produkthaftung sowohl des Kraftstoffherstellers, als auch des Herstellers des Fahrzeugs. Letzterer ist nach der sog. Produktbeobachtungspflicht gehalten, seine Fahrzeuge laufend daraufhin zu beobachten, ob im Zusammenhang mit anderen Produkten Schäden eintreten können. In all diesen Fällen ist es letztlich die Beweislage, die entscheidet. Dies bedeutet, dass im Streitfall die Fehlerhaftigkeit des Produkts oder die Ungeeignetheit für Ihr Fahrzeug zweifelsfrei feststehen muss.

Die Entwicklungsvorstände der deutschen Automobilhersteller haben eine Erklärung abgegeben, dass sich die Autofahrer auf deren Aussagen zu E10 verlassen können. Die Angaben in der Verträglichkeitsliste sind verbindlich.

Ist die Verträglichkeit von E10 garantiert?
Verträglichkeit:

Rund 99 Prozent aller Autos deutscher Marken mit Benzinmotor auf unseren Straßen vertragen das der aktuellen Norm DIN 51626-1 gerechte E10. Alle Hersteller haben die wenigen Ausnahmen benannt. Diese Angaben sind in der Verträglichkeitsliste der DAT zusammengestellt (www.dat.de). Die Aussagen in dieser Liste sind verbindlich. (Quelle: VDA)

Kann man im Ausland bedenkenlos E10 tanken?
Auch in andern Ländern wurde...

...E10 eingeführt. In Frankreich wird der Kraftstoff bereits seit 2009 flächendeckend angeboten. In Großbritannien, den Niederlanden, Tschechien und Belgien erfolgt eine schrittweise Anhebung des Bioethanol-Anteils. Ab Oktober 2012 wird es E10 auch in Österreich geben Die Markenbezeichnung lautet einheitlich „SP95 E10“

Wie erkenne ich E10-Kraftstoff?
Die Zapfsäulen und -pistolen für das Biobenzin...

... müssen mit der Aufschrift "E 10", "Normal E 10", "Super E 10" oder "Super Plus E 10" gekennzeichnet sein. Ein zusätzlicher Hinweistext auf der Zapfanlage soll Autofahrer vor einer möglichen Fehlbetankung bewahren.

Was ist zu tun nach einer Fehlbetankung mit E10?
Dann sollte der Wagen stehen bleiben und sofort...

... beim Hersteller Rat eingeholt werden. Schlimmstenfalls muss der Tank ausgepumpt werden. Der Grund ist, dass Motoren, die E10 nicht vertragen, bereits durch einmaliges Betanken in Mitleidenschaft gezogen werden könnten.

Welche Vorteile hat E10?
Die EU möchte durch diese Regelung Umweltvorteile...

... realisieren und den Verbrauch von Erdöl senken: Durch den geringeren Benzinanteil auf Rohölbasis werden Erdölvorkommen geschont. Außerdem kann durch Ethanol aus nachwachsenden Rohstoffen die Ökobilanz verbessert werden. Denn beim Verbrennen wird lediglich die Menge des klimaschädigenden Gases CO2 freigesetzt, die die Pflanzen zuvor aus der Luft gebunden haben. Im Fahrzeug selbst erhöht Ethanol durch die höhere Oktanzahl die Klopffestigkeit.

Welche Nachteile hat E10?
Neben der Gefahr, dass bei nicht geeigneten...

... Fahrzeugen Teile des Kraftstoffsystems angegriffen werden, führt der geringere Energiegehalt von Bio-Ethanol zu einem leicht erhöhten Verbrauch, der aber für den Tankkunden in der Praxis kaum spürbar sein wird, sagen Kraftstoffexperten. Andere Fachleute hingegen gehen von einem merklichen Mehrverbrauch aus. Dieser ließ sich in einer Untersuchung der DEKRA (siehe oben „Wie viel E10 ist in E10 drin?“ allerdings nicht bestätigen).

 

Als Richtwert kann man von einem Anstieg des Verbrauchs von rund drei Prozent ausgehen im Vergleich zu Ottokraftstoff ohne Ethanolbeimischung. Da jedoch der derzeitige Ottokraftstoff bereits bis zu fünf Prozent Ethanol enthält, liegt der zusätzliche Mehrverbrauch bei etwa 1,5 Prozent.