Baustellen


Baustellen inner-, außerorts und auf Autobahnen sind gefährlich, kosten viel Geld, verursachen Verkehrsbehinderungen, nerven Autofahrer und bringen Straßenarbeiter in Gefahr. Weil sie oftmals länger dauern als notwendig und dadurch auf Unverständnis der Autofahrer treffen, fordert der ACE neue Ansätze für die „Dauerbaustelle Deutschland“.

Unser Baustellenratgeber enthält wichtige Verhaltensregeln zum sicheren Transit von Baustellen, um auf den durch Bautätigkeit verengten Fahrstreifen folgenschwere Unfälle zu vermeiden.

So kommen Sie sicher durch: Unser Baustellenratgeber als Flyer

Baustellen auf Autobahnen
 

Wer einen intakten Straßenzustand will, muss Autobahnbaustellen und zeitweise Behinderungen des Verkehrs in Kauf nehmen. Die regelmäßige Instandhaltung und Sanierung von Straßen sorgt dafür, dass der Verkehr auch
künftig fließen kann.

Baustellen sind keine Schikane. Gebaut wird, damit Mobilität funktioniert und Straßen sicher befahrbar bleiben.

Der ACE gibt in der Reisesaison Baustellenberichte heraus, in ihnen wird auf Verkehrsbehinderungen hingewiesen.

Im Bereich von Autobahnbaustellen gelten aus guten Gründen besondere Verkehrsregeln. Das bedeutet beispielsweise:

  • Tempo drosseln
  • zulässige Höchstgeschwindigkeit einhalten
  • Fahrstreifen entsprechend der Fahrzeugbreite wählen
  • Überholverbote beachten
  • mehr Abstand halten als sonst


Verhalten Sie sich vor Autobahnbaustellen besonders vorsichtig, um Unfällen vorzubeugen.

Baustellen sind Arbeitsplätze: Wer sich hier verkehrswidrig verhält, gefährdet Straßenmeister und Straßenbauarbeiter.

Partnerschaft im Straßenverkehr hat im Bereich von Autobahnbaustellen besondere Bedeutung.

  • aufmerksam sein
  • vorausschauend fahren
  • Verständnis haben
  • Gelassenheit üben
Motoren in den Ohren
 
  • Stellen Sie sich einmal vor, an Ihrem Schreibtisch fahren ununterbrochen Autos vorbei.
  • Der dabei entstehende Lärm ist nervtötend. Straßenbauarbeiter müssen das aushalten.
  • Die Beachtung von Tempolimits hilft, die Beeinträchtigungen geringer zu halten.
  • Der ACE-Ratgeber trägt mit seinen Tipps und Hinweisen zur Unfallverhütung und zum Arbeitsschutz bei.
  • Diese Publikation erscheint in Kooperation mit dem Innenministerium Baden-Württemberg und der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt.
Damit sollten Sie immer rechnen
 
  • Tempolimits, Geschwindigkeitsüberwachung und Überholverbote
  • Schwellen in der Fahrbahn zum „Wachrütteln“, besonders in tempolimitierten Zufahrtsbereichen
  • Zäh fließender, dichter Verkehr und Staus
  • Verschmutzte Fahrbahnen, Staubschwaden, Baustellenverkehr und Bautrupps
  • Verengte Fahrstreifen ohne Standspur und folglich keine Ausweichmöglichkeiten
  • Auf- und Abfahrten ohne Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen
  • Fahrbahnverschwenkungen (Fahrbahnübergänge mit unterschiedlichem Höhenniveau) und Unebenheiten im Belag, besonders in Ein- und Ausfahrten
  • Zahlreiche Verbots-, Hinweis- und Warnschilder sowie Begrenzungsbaken, Fahrbahnbegrenzungen aus Beton und Signalfahnen sowie mobile Verkehrsleitsysteme auf Fahrbahnen und Standstreifen
  • Leuchtende und blinkende Bakenmarkierungen, ungewohnte Verkehrsführung, gesperrte Parkplätze
  • Bautrupps bei der Einrichtung, Absicherung und Demontage von Baustellen. Diese Kolonnen können sich am Fahrbahnrand, aber auch auf der Fahrbahn und am Mittelstreifen aufhalten
  • Teils beschädigte Markierungen in Form von Noppen und Klebestreifen auf der Fahrbahn
  • Zeitweise in die Fahrbahn hineinragende Baumaschinenteile sowie an- und abfahrende Baustellenfahrzeuge
Wie Sie sicher durch die Baustellen kommen
 
  • Beachten Sie Gefahrenzeichen vor und in Baustellen. Geschwindigkeitsbegrenzungen vor Baustellen werden meist in den Stufen 100 – 80 – 60 Kilometer pro Stunde (km/h) angeordnet.
  • Das Durchfahrtsverbot auf verengten Spuren bezieht sich auf die tatsächliche Fahrzeugbreite samt beider Außenspiegel und nicht auf die in die Kfz-Papiere eingetragene Fahrzeugbreite. Im Zweifelsfall benutzen Sie den rechten Fahrstreifen, der in der Regel breiter ist.
  • Schalten Sie bei Staugefahr unverzüglich die Warnblinkanlage ein.
  • Schaffen Sie bei Bedarf Raum für die Rettungskräfte. Auf zweistreifigen Autobahnen wird die Rettungsgasse in der Mitte gebildet, bei drei und mehr Fahrstreifen wird die Rettungsgasse zwischen der linken und der mittleren Spur gebildet.
  • Auf Autobahnen kommt bei Stau die Gefahr immer von hinten. Halten Sie ausreichenden Abstand zum Vordermann, damit schaffen Sie einen Sicherheitspuffer.
  • Im Bereich von Baustellen wird mitunter auch der Standstreifen für den Verkehr streckenweise freigegeben. Folgen Sie dieser Aufforderung.
  • Werden Fahrstreifen zusammengeführt, gilt das Reißverschlussprinzip. Erst unmittelbar vor der Fahrbahnverengung reihen sich die Fahrzeuge im Wechsel auf dem durchgehenden Fahrstreifen ein. Je reibungsloser das Einordnen funktioniert, desto schneller ist die Engstelle überwunden.
  • Straßenmarkierungen in Baustellenbereichen sind gelb gekennzeichnet. Fahrbahnmarkierungen in Gelb haben grundsätzlich Vorrang vor solchen in Weiß.
  • Baustellen sind Staustellen: Im Stop-and-go-Verkehr passieren die meisten Auffahrunfälle. Deshalb: Wenn Sie anhalten müssen, kuppeln Sie aus und ziehen Sie die Handbremse. So lässt sich ein unbeabsichtigtes Weiterrollen des Fahrzeugs unterbinden. Bei Automatikgetrieben im Stand immer auf Leerlauf schalten, damit sich der Wagen beim versehentlichen Lockern der Fußbremse nicht in Bewegung setzt.
  • Halten Sie Abstand zum Vorausfahrenden. Richten Sie den Blick nach vorne, beobachten Sie aber auch das Verkehrsgeschehen hinter Ihnen im Rück- und Seitenspiegel. Orientieren Sie Ihre Fahrweise am Verkehrsfluss und an der Verkehrsführung.
  • Lassen Sie sich nicht vom nachfolgenden Verkehr bedrängen. Die breitere rechte Spur bietet mehr Platz und der Lkw vor Ihnen ist auf Streckenabschnitten mit Tempobegrenzung kaum langsamer als Sie. Überholen kostet Nerven und ist gefährlich.
  • Vermeiden Sie beim Passieren einer Baustelle jegliche Ablenkung. Das Fahren im Baustellenbereich erfordert höchste Konzentration. Telefonieren Sie nicht – auch nicht per Freisprecheinrichtung. Unaufmerksamkeit kann folgenschwere Unfälle verursachen.
  • Auf einigen extra ausgeschilderten Strecken darf nur noch versetzt gefahren werden, ein Überholen ist hier nicht gestattet. Halten Sie sich daran, es dient Ihrer Sicherheit.
Was tun im Not- und Pannenfall?
 
  • Warnblinkanlage sofort einschalten.
  • Gasse für Rettungsfahrzeuge bilden.
  • Unfallstelle sichern, Rettungsdienste verständigen, Erste Hilfe leisten.
  • Bei einer Panne am eigenen Fahrzeug sofort die Warnblinkanlage einschalten. Versuchen Sie, wenn möglich, bis zur nächsten Ausbuchtung, Baustellenlücke oder zum Ende der Baustelle weiterzufahren.
  • Ist dies nicht möglich, sollte das Fahrzeug an der Seite des Fahrstreifens abgestellt werden. Nutzen Sie die Lücken zwischen den Absperrbaken. Dann verlassen alle Insassen umgehend das stehende Fahrzeug. Ausgestiegen wird auf der Seite, die dem vorbeifahrenden Verkehr abgewandt ist.
  • Beim Verlassen des Fahrzeugs sollte aus Gründen der besseren Erkennbarkeit eine Warnweste angelegt werden. In mehreren EU-Staaten ist das bereits Pflicht.
  • Erst vom gesicherten Standort aus werden an Notrufsäulen oder per Handy Polizei und Hilfsdienste verständigt.