Motorrad fahren gut und sicher


Motorradfahren verlernt man zwar nicht, nach monatelanger Abstinenz gilt es aber langsam anzufangen. Reflexe und Fahrtechnik haben unter der Winterpause gelitten. Auch Streckenführung und Straßen­belag könnten sich geändert haben. Vorsicht ist besonders auf kleinen Landstraßen geboten, wo Frostschäden und Ausbesserungen die Griffigkeit des Asphalts oft beeinträchtigen.

Sicher fahren: Alles auf einen Blick (PDF)

Video: Fahrsicherheitstraining für Motorradfahrer

Deutscher Verkehssicherheitrat: Zweiradsicherheit

Motorradfahren und Höhenangst
Die Angst vor der Höhe

Ist jemand nicht schwindelfrei, wird allgemein von Höhenangst, der Akrophobie, gesprochen. Motorradfahrer kommen eher in ungemütliche Situationen, weil auf zwei Rädern ohnehin schon Instabilität ausgeglichen werden muss. Der Grund für Schwindel­attacken in der Höhe findet sich in der Biologie: Damit er sein Gleichgewicht halten kann, muss der Mensch sich an festen Punkten orientieren. Um diese scharf sehen zu können, schwankt er dabei leicht den Kopf. Fallen die festen Orien­tierungspunkte plötzlich weg, nimmt die Schwankung automatisch zu. Unsicherheit und Angst kommen auf, Schweißausbrüche sind die Folge. Normalerweise wird dieses Gefühl nach einigen Sekunden kompensiert. Man spricht vom Höhenschwindel. Oft ist es eine "Angst vor der Angst" – unbewusst geht man davon aus, dass die Situation zum schrecklichen Erlebnis ausarten wird. Körperliche Symp­tome sind unter anderem Benommenheit, Atemnot, Herz­rasen sowie ein Druck- und Engegefühl in der Brust.

 

Abhilfe schaffen können Ent­spannungstechniken: Bewährt hat sich auch die Palmtherapie, bei der, ähnlich der Akupressur, Reflexpunkte der Hand stimuliert werden. Ein Hilfsmittel, das man in der akuten Situation auch selber anwenden kann. Tabu sind Beruhigungsmittel, da diese zur Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens füh­ren. Vermeiden lassen sich kritische Situationen bereits bei der Streckenplanung. Küstenstrecken sollten mit dem Berg auf der rechten Seite befahren werden. So läuft man nicht Gefahr, an Engstellen zwischen Abgrund und entgegenkommenden Ver­kehr zu geraten. Inseln wie Korsika sollten im Uhrzeiger­sinn umrundet werden. Veranstalter von Motorrad­reisen kennen das Problem, auch wenn sie nur selten damit konfrontiert werden.

 

In vielen Tourenbeschreibungen wird darauf hingewiesen, ob die anvisierten Strecken zu Überforderung führen können. Damit sind Berge und Pässe jedoch nicht von vornherein tabu. Zudem wird bei diesen Ausfahrten in der Gruppe gefahren – was ei­nen gewissen Schutz gibt. So kann sich der, dem es mulmig wird, am vertrauten Bild des Vorausfahrenden orientieren. Es versteht sich von selbst, dass dieser auch von dem Problem unterrichtet wird. Jedoch sollte man sich nicht dazu verleiten lassen, die Augen auf das Rücklicht des Vorder­mannes zu fixieren.

 

Den Blick sollte immer auf den am weitesten einsehbaren Punkt der Straße richten, da man automatisch dorthin fährt, wohin man sieht. Wichtig ist also, den Blick nicht in die Tiefe ziehen zu lassen. Abrupte Kopfbewegungen sollten vermieden werden. Bei aufkommender Unsicherheit sollte schon vor dem Gefahrenpunkt eine Pause mit Entspannungsübungen eingelegt werden.

 

Wer den mentalen Stolperstein hinter sich lassen will, dem sei empfohlen, sich langsam, aber kontinuierlich heranzutasten. Mit stetiger Übung verliert sich die Angst. Belohnt wird man mit grandiosen Pa­noramen – und vielleicht winken sogar die Murmeltiere.

Routen
Routenvorschläge von ACE-Mitgliedern
  • Von Baden-Baden nach Freudenstadt entlang der Schwarzwaldhochstraße (am Wochenende nicht zu empfehlen)
  • Durch die malerischen Ortschaften im Nordelsass (Dreieck: Strassburg - Bitsch - Lauterburg)
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Betreff: Biker-Routen

Sichere Kleidung
Tipps für das sichere Outfit


Airbaghelm

Als Weltneuheit bringt Polo den ers­ten Airbaghelm auf den Markt. Über einen Sensor wird das Hals und Nacken schützende Luftkissen im Helm bei einer abrupten Tren­nung von der Maschine aktiviert. Der Helm wird zum Preis von 899 Euro angeboten.

 

Neck-Brace-System

Auch für Straßenfahrer bieten sich die Neck-Brace-Systeme an, die von KTM und BMW offeriert werden. Die aus GFK bzw. Carbon gefertigten "Distanzhalter" werden zwischen Helm und Jacke getragen und beugen bei einem Sturz einer Überdehnung der Halswirbelsäule vor. Beim Fahren ist keine Beein­trächtigung der Bewegungsfreiheit zu befürchten, im Sport hat das System bereits seinen Siegeszug angetreten.

 

Hosenträger-Gurt

Heute noch Vision, in ein paar Jahren vielleicht schon Realität. In der Schweiz arbeiten Forscher an einem Hosenträger-Gurt, der den Biker vor einem Abflug in das gegnerische Fahrzeug bewahren soll.

Protektorenweste
Bessere Werte bei der Schlagab­sorp­tion bietet eine neue Protekto­renweste von BMW, die auch Nie­renregion und Schlüsselbeine schützt. Sie wird unter der Motor­rad­jacke getragen und kann durch den körpernahen Sitz beim Sturz nicht verrutschen.

Airbagjacke
Airbagjacken und -westen werden von verschiedenen Herstellern angeboten. Trennt man sich unfreiwillig vom Motor­rad, werden ausgeklügelte Kammersys­teme mit Pressluft gefüllt und der Auf­prall gemindert. IXS bietet mit der "Stunt"-Jacke eine Variante zum Preis von 699 Euro. Die Airbagweste von Hit-Air (ab 249 Euro) wird über der Jacke getragen und ist mit einer Reißleine am Motorrad befestigt.

Sicherheitskurse
Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene

Sicherer Fahrspaß setzt Maschinenbeherrschung voraus. Gefahren, die von der Straße, Umwelt und anderen Verkehrspartnern ausgehen können, sollten Sie lernen zu erkennen. Der ACE hilft Ihnen, den Umgang mit Ihrer Maschine zu optimieren.

Fahrsicherheitstraining                      Aufbautraining

Start in die neue Saison
Fit fürs Frühjahr

Wenn sich der Winter so langsam verabschiedet und die Temperaturen wieder steigen, freuen sich viele Motorradfahrer auf eine erlebnisreiche Saison mit ihrer Maschine. Sind Mensch und Maschine gründlich vorbereitet, steht dem Fahrvergnügen nichts mehr im Weg.

Zum Saisonstart ist eine vorausschauend, umsichtige Fahrweise besonders wichtig, da sich die Autofahrer erst wieder an die Motorradfahrer gewöhnen müssen. Nach der langen Winterpause sollten es die Zweiradfahrer jedoch erst einmal langsam angehen lassen. Mensch und Maschine müssen vor der ersten Ausfahrt erst einmal fit gemacht werden.

Das Unfallrisiko nach der Winterpause ist für Motorradfahrer besonders hoch. Selbst sehr erfahrene Fahrer sollten nach einer längeren Pause zunächst einige Fahr- und Bremsübungen durchführen. Der beste Saisonstart ist mit einem Motorrad-Training, welches auch der ACE anbietet. Das Training ist keinesfalls nur für Anfänger gedacht, auch erfahrene Biker können hier ihr Reaktionsvermögen und andere Fertigkeiten verbessern.

 

Bevor es allerdings mit den Fahrübungen los gehen kann, ist eine Überprüfung des Motorrad und der Ausrüstung angesagt. Überprüfen Sie genau, ob die Technik noch einwandfrei funktioniert – ganz besonders alles, was der Sicherheit dient. Leuchten nach dem Drehen des Zündschlüssels verdächtige Warnlampen in den Armaturen auf? Blinken alle Blinker, Leuchten alle Lampen, stimmt der Reifendruck und ist noch genügend Profil auf den Reifen (mindestens noch 2 mm)? Auch sollte man auf den ersten Metern Fahrt testen, ob die Bremsen mit dem gewohnten Biss reagieren. Es muss auch geprüft werden ob, entsprechende Wartungsarbeiten, wie Ölwechsel, Inspektion oder Reifenwechsel, anstehen. Viele Motorradhändler haben diesbezüglich zum Saisonstart besondere Angebote.

 

Eine Prüfung der Ausrüstung gehört auch dazu (Helm, Handschuhe, warme Kombi und Nierengurt bzw. Rückenprotektor). Reflektionsstreifen erhöhen die Sicherheit. Das Helmvisier muss auf Kratzer geprüft und im Zweifelsfall sollte man es durch ein neues Visier ersetzen.

Messetermine
Messen und mehr...

27. - 28. Januar 2017, Motorradwelt Bodensee in Friedrichshafen

3. - 5. Februar 2017, Motorrad Messe in Leipzig

4. / 5. Februar 2017, Motorrad Show in Oldenburg

4. / 5. Februar 2017, Motorradmesse in Kassel

10. - 12. Februar 2017, MOTORRAD live Stuttgart

11. / 12. Februar 2017, Motorbike Wolfsburg

17. - 19. Februar 2017, IMOT in München

18. / 19. Februar 2017, Motorradmesse Schwerin

24. - 26. Februar 2017, HMT Hamburger Motorrad Tage

2. - 5. März 2017, Motorräder Dortmund

2. - 5. März 2017, Retro Classics in Stuttgart

3. - 5. März 2017, Tuning & Sound Convention Freiburg

11. / 12. März 2017, Intermoto in Saarbrücken

24. - 26. März 2017, BMT Berliner Motorrad Tage

26. / 27. August 2017, 12. US-Car & Bike Show in Grefrath

5. - 8. Oktober 2017, MOTORWORLD Classics Berlin

13. - 15. Oktober 2017, HAMBURG MOTOR CLASSICS

1. - 3. Dezember 2017, CUSTOMBIKE-SHOW in Bad Salzuflen

1. - 10. Dezember 2017, ESSEN MOTOR SHOW

2. / 3. Dezember 2017, Biker-s-world in Salzburg

Motorradfahren im Winter
 

Motorradfahrern wird im Winter besondere Umsicht abverlangt. In der kalten Jahreszeit ist die Reifenhaftung auf der Fahrbahn begrenzt, weil die Pneus auf dem kalten Asphalt kaum richtig warm werden.

Kurvenfahrten in Schräglage sind besonders riskant. Bei glatter Fahrbahn – Reif, Eis und Schnee – sollte das Motorrad in der Garage bleiben. Andernfalls ist ein Sturz programmiert. Auch Endurofahrer sollten sich nicht auf grobstollige Reifen verlassen, zumal Winterfahrten generell wenig Vergnügen bereiten.

In der dunklen Jahreszeit ist für Motorradfahrer eine funktionsfähige Beleuchtung besonders wichtig. Scheinwerfer, Rückleuchten und Blinker sollten immer schmutzfrei gehalten werden. Wichtig sind auch Reflektoren am Helm, an den Stiefeln und an Hose und Motorradjacke. Sinnvoll ist es, sich eine wintertaugliche Motorradbekleidung anzulegen, andernfalls droht Auskühlung, was nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Verkehrssicherheit beeinträchtigt. Bewährt haben sich Antibeschlagfolien für Helmvisiere. Sie verhindern, dass sich durch die warme Atemluft Wasserkristalle bilden und die Sicht trüben.