Sicheres Auto – Fahrzeugtechnik im Blick


Lüften Sie die Motorhaube ...

"Aus den Augen, aus dem Sinn" gilt für viele Autofahrer, wenn es um Fahrzeugtechnik geht. Solange sich ihre vier Reifen drehen, interessiert sie auch das Drumherum nicht. Doch das sollte nicht so bleiben. Nicht nur die "Beine Ihres Autos" verdienen Aufmerksamkeit.

Klimaanlage
Einstellung

Nicht nur in der prallen Sonne, auch in unseren Autos fällt es manchmal schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren. Da rund 60 Prozent aller Neuwagen hierzulande bereits mit einer Klimaanlage ausgeliefert werden, lässt es sich dann doch einigermaßen aushalten.

Egal ob Climatronic, Thermatic oder Automatic Climate Control – eine angenehme Atmosphäre ist uns Einiges wert. Bei eingeschalteter Klimaanlage verbraucht ein Auto nämlich mehr Sprit. Und eine falsch eingestellte Klimaanlage kann bis zu zwei Liter Benzin pro 100 Kilometer schlucken.

Während der Fahrt
  • Nachdem Sie losgefahren sind, wird die Klimaanlage so eingestellt, dass sie keine Luft mehr von außen ansaugt. Dadurch kühlt die Luft im Auto schneller ab.
  • Ein paar Minuten später wird der Klimaregler auf 20 bis 22 Grad eingestellt.
  • Wenn diese Temperatur erreicht ist, lässt man wieder Luft von außen ins Auto - die Gebläsedüsen sollten völlig geöffnet sein.

Die Kaltluft darf aber nie direkt auf den Körper zielen, sonst droht leicht eine Erkältung. So lange genügend Kaltluft strömt ist auch kein „Klimaanlagencheck“ notwendig: Innenraumfilter werden meist ohnehin bei den Inspektionen gewechselt. Das gilt auch für das Kühlmittel: Bei normalem Betrieb dauert es bei vier bis sechs Jahre, bis die Leistung der Anlage spürbar nachlässt. Falls die Luft nach einiger Zeit „muffig“ riechen sollte und Ihnen das „stinkt“, lassen Sie das Gerät schnell und kostengünstig desinfizieren.

Vor der Fahrt

Alles funktioniert prima, solange der Mensch nicht eingreift. Werden jedoch einzelne Düsen manuell geöffnet oder geschlossen, gerät das System durcheinander – beispielsweise wenn das Gebläse zur schnellstmöglichen Kühlung auf Hochtouren arbeitet, am Armaturenbrett aber nur eine Lufteinlass-Düse auch wirklich offen ist. Oder, falls gleichzeitig die Fenster geöffnet wurden, und das Gebläse wie Sturmgebraus dröhnt. Ständig geöffnete Fenster sind aber weder billiger noch umweltfreundlicher als die Klimaanlage: Sie erhöhen den Luftwiderstand so stark, dass das Auto noch mehr Sprit braucht.

So behalten Sie am besten einen kühlen Kopf:

  • Vor dem Losfahren alle Türen öffnen und den Wagen gut durchlüften lassen. 
  • Beim Losfahren sind die Fenster und eventuell das Schiebedach zu öffnen - sie werden nach gut drei Minuten wieder geschlossen.
  • Wenn der Motor gestartet ist, wird die Klimaanlage auf die niedrigste Temperatur gestellt und das Gebläse voll aufgedreht.
Reifen
Abnutzung

Oftmals müssen Autofahrer nur einen oder zwei Reifen ersetzen – beispielsweise nach einem Plattfuss oder nachdem die Reifen die vorgeschriebene Profiltiefe unterschreiten. Dann stellen sich viele Fahrer die Frage, an welcher Achse die neuen Reifen montiert werden sollen. Zahlreiche Tests belegen, dass sich ein mit der Vorderachse ausbrechendes Fahrzeug viel leichter wieder unter Kontrolle bringen lässt als beim Ausbrechen über die Hinterachse.
Deshalb gilt, um Ihre Sicherheit zu erhöhen, neue oder kaum gebrauchte Reifen grundsätzlich auf der Hinterachse zu montieren.

Geschwindigkeitsindex

Die Reifenkennzeichnung auf der Flanke hat unter anderem auch Buchstaben, der eine bezeichnet die Bauart des Reifen "R" Radialreifen. Der Zweite Buchstabe gibt Aufschluss über die zulässige Höchstgeschwindigkeit für die der Reifen ausgelegt ist.
z.B. 195/65 R 15 H — das H steht für "zugelassen bis 210 km/h"

Die am häufigsten im PKW Bereich auftretenden Bezeichnungen:
Q = 160 km/h R = 170 km/h
S = 180 km/h T = 190 km/h
H = 210 km/h V = 240 km/h
W = 270 km/h Y = 300 km/h
ZR = über 240 km/h

Lagerung

So lagern Sie richtig:

Reifen vor dem Abnehmen markieren, z.B. die Laufrichtung und die Position.
VR = vorne rechts VL = vorne links
HR = hinten rechts HL = hinten links
Reinigen Sie die Reifen und entfernen Sie die Steinchen aus den Profilrillen.
Wählen Sie einen trockenen und kühlen Lagerraum, er sollte frei von Benzin, Öl, Fett oder Chemikalien sein.
Reifen auf Felgen sollten Sie liegend lagern, am besten ist ein "Felgenbaum". Reifen ohne Felgen sollten senkrecht gestellt und von Zeit zu Zeit gedreht werden.

Leichtlaufreifen

Leichtlaufreifen sind Reifen bei denen dank neuer Mischungstechnologien der Rollwiderstand deutlich optimiert ist. Durch die Verwendung von Leichtlauf- Reifen kann der Kraftstoffverbrauch gesenkt werden. Die Automobilindustrie rüstet ihre Neuwagen grundsätzlich mit Leichtlaufreifen aus. Deshalb sollte beim Reifenwechsel darauf geachtet werden, dass die alten durch neue Leichtlaufreifen ersetzt werden. Diese kosten zwar etwas mehr, doch diese Investition zahlt sich auf Dauer aus.
Die Senkung des Rollwiderstands um 30% kann eine Kraftstoffersparnis zwischen 3% auf der Autobahn und 6% im Stadtverkehr bringen.

Luftdruck

Viele Reifenschäden und Unfälle werden durch einen falschen Reifenfülldruck ausgelöst. Doch der Luftdruck hat auch entscheidenden Einfluss auf den Reifenverschleiß und den Kraftstoffverbrauch.

  • Ein um 0,2 bar geringerer Druck hat ein Prozent mehr Spritverbrauch und eine um 10 Prozent geringere Reifenlebensdauer zur Folge.
  • Bei 0,4 bar weniger erhöht sich der Spritverbrauch um zwei Prozent und die Lebensdauer verringert sich um 25 Prozent.
  • 0,6 bar Minderdruck erhöht den Benzinverbrauch um vier Prozent und reduziert gleichzeitig die Lebensdauer des Reifens um 45 Prozent.
  • Zu geringer Luftdruck verstärkt die Walkarbeit des Reifens. Dadurch erhitzt er sich übermäßig und kann im Bereich der Karkasse (des Reifenunterbaus) bis zu 130 °C heiß werden, im schlimmsten Fall kann es zum Platzen des Reifens führen.

Es wird empfohlen, die Reifen mit 0,2 bar mehr als vom Autohersteller angegeben zu befüllen.

Markenbindung

Die so genannte Fabrikatsbindung wurde vom Bundesverkehrsministerium aufgehoben. Durch diese Aufhebung haben die im Fahrzeugschein ggf. enthaltenen Eintragungen keine direkte Rechtswirksamkeit mehr, sie können jedoch als Empfehlung betrachtet werden.
Bei den für Straßenverkehr zugelassenen Sportwagen, wie z.B. Porsche, Ferrari usw., wird empfohlen, sich an die in den Fahrzeugpapieren eingetragenen bzw. von den Herstellern empfohlenen Reifen und Marken zu halten.

Nutzungsdauer

Die Reifenindustrie empfiehlt, Reifen nach maximal zehn Jahren auszumustern.

Ältere Pkw-Reifen sollten jedoch grundsätzlich nur noch benutzt werden, wenn sie vorher unter normalen Bedingungen gefahren wurden. Sie sollten auch nicht mehr ummontiert, sondern nur noch im laufenden Betrieb abgefahren werden.

Reifen an Wohnwagen, Anhängern oder anderen so genannten Standfahrzeugen, die nicht regelmäßig bewegt werden, altern schneller.

Bei Gespannen aus PKW mit Anhänger, die nach § 18 StVO eine 100 km/h-Zulassung besitzen, schreibt der Gesetzgeber als Höchstalter von sechs Jahren für die Reifen vor.

Produktionsdatum

Das Produktionsdatum eines Reifen ist in die Seitenwand des Reifens eingeprägte. Die vierstellige DOT-Nummer gibt die Produktionswoche und das –Jahr an. Steht z.B. hinter "DOT" und den darauf folgenden vierstelligen Buchstabenkombinationen zum Beispiel eine 1204, so bedeutet das, dass der Reifen in der 12. Kalenderwoche des Jahres 04 hergestellt wurde.

Reifengas

Normale Luft entweicht nach und nach durch die Innenschicht des Reifens nach außen. Der Luftdruck sollte regelmäßig überprüft und ggf. korrigiert werden. Grund für diese Empfehlung, durch regelmäßige Kontrollen kann man eventuelle Schädigungen, wie eingefahrene Nägel, am Reifen eher feststellen.

Eine Alternative zur Luftbefüllungen ist die Befüllung mit Stickstoff. Stickstoff  hat größere Moleküle als Luft, daraus lässt sich ableiten, dass in einem mit Stickstoff befüllten Reifen der Innendruck etwas langsamer abgebaut wird als bei einem gleichen Reifen mit Luftfüllung.

Die Füllung der Reifen mit Stickstoff ist mit Mehrkosten verbunden die im Vergleich zum Nutzen nicht unbedingt gerechtfertigt sind. Einen entscheidenden Vorteil hat die Stickstofffüllung allerdings: Es gelangen keine Feuchtigkeit und Ölrückstände ins Innere, die zur Schädigung des Reifens führen können (Luftfeuchtigkeit und Öldämpfe entstehen bei der Komprimierung der Luft im Kompressor). Der diffusionsbedingte Druckverlustunterschied an einem intakten Reifen spielt in der Praxis eigentlich keine Rolle.

Reifenschäden

Bei Reifenschäden ist oft eine Reparatur möglich und spart Geld und Ressourcen. Doch man kann nicht pauschal sagen, welche Verletzungen reparabel sind, ohne Abstriche bei der Sicherheit des Fahrzeugs zu machen. Häufig ist allerdings ein Austausch des defekten Reifens unumgänglich.
Grundsätzlich sagt die Richtlinie B3620 und der §36 StVZO nichts zum Thema Geschwindigkeitsindex der reparierten Reifen aus. Das bedeutet es gibt keine gesetzliche Beschränkung in dieser Hinsicht.
Es wird empfohlen keine ultra leistungsstarken Reifen (W, Y und ZR) zu reparieren.
Beurteilen kann dies letztendlich nur der Fachmann.

Scheibenwischer
Geschwindigkeit

Auch hohe Geschwindigkeit führt zu erhöhtem Unfallrisiko. Zu wenige Autofahrer sind sich überhaupt darüber im Klaren, dass sie bei 100 km/h in nur vier Sekunden bereits über 110 m zurücklegen. Bei normaler Einstellung bewegt sich der Scheibenwischer in dieser Zeitspanne lediglich zwei bis drei Mal. Um so mehr kommt es auf voll funktionstüchtige Wischer an.
Defekte Scheibenwischer sollten aus Gründen der Verkehrssicherheit unverzüglich ausgetauscht werden.

Sauberkeit

Im Herbst und Winter werden Scheibenwischer besonders strapaziert. Ältere Gummilippen am Wischerblatt verhärten und funktionieren nicht mehr einwandfrei. Und nach Frostnächten und bei verschmutzten Scheiben entstehen schnell kleine Risse im Gummi, die beim Wischen große Schlieren hinterlassen.

Solche Streifen auf der Frontscheibe können die Sicht massiv beeinträchtigen. Bei Dunkelheit und regnerischer Witterung gerät die Fahrt so schnell zum Blindflug. Richtig kritisch wird es, wenn das Scheinwerferlicht entgegenkommender Autos zusätzlich noch blendet.

Scheinwerfer
Verschmutzte Scheinwerfer

Nicht alle Fahrzeugfabrikate verfügen über automatische Waschanlagen für Scheinwerfer. Deshalb müssen Autofahrer immer wieder zum feuchten Wischtuch oder Schwamm greifen und das Glas von Hand säubern.
Eine verschmutzte Scheinwerferscheibe kann zu einem Leuchtkraftverlust von bis zu 75 Prozent führen. Das schränkt bei Dunkelheit die Weitsicht massiv ein und beeinträchtigt auch die Wahrnehmung durch andere Verkehrsteilnehmer.

Wasser im Scheinwerfer

Wasser im Scheinwerfer beeinträchtigt nicht nur die Leuchtkraft, sondern beschädigt auch die Reflektoren, die sich hinter den Birnen befinden. Mitunter hilft bereits der Fahrtwind, um Feuchtigkeit im Inneren der Scheinwerfer wieder zu vertreiben.

Moderne Scheinwerfanlagen haben schließlich Lüftungsschlitze. Auch eingeschaltete Scheinwerfer sorgen durch ausstrahlende Wärme normalerweise für eine trockene Umgebung. Niemals aber sollte mit Pressluft in den Scheinwerfer geblasen werden: Das Risiko einer Beschädigung der Reflektorenoberfläche ist recht groß.

Dringt wiederholt Wasser hinter dass Scheinwerferglas, sind vermutlich die Klebenähte zwischen Gehäuse und Scheinwerferglasscheibe beschädigt. Dann hilft möglicherweise Silikon als Dichtungsmittel. Häufig ist jedoch eine porös gewordene Gummidichtung zwischen Glas und Gehäuse schuld an der Feuchtigkeit. Dann muss die Dichtung ausgebaut und gewechselt werden. Zahlreiche Autos verfügen über Scheinwerferanlagen, die eine bauliche Einheit bilden und nicht abgenommen werden könne. Hier hilft dann nur ein Komplettaustausch, der von einer Fachwerkstatt erledigt werden sollte.

Verbandskasten
Inhalt
  • Hilfsmittel wie Schere oder Handschuhe sind regelmäßig auf Vollständigkeit und Funktion zu überprüfen, weil sie gerne entnommen und zweckentfremdet werden.
  • Nach Ablauf des Verfallsdatums muss das Verbandsmaterial unbedingt ausgetauscht werden, auch wenn es noch eingeschweißt ist. § 35h StVZO schreibt zwar nichts von einer Überprüfung der Verfallsdaten, aber § 4 des Medizinproduktgesetzes muss beachtet werden: Danach dürfen Medizinprodukte, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, nicht mehr angewendet werden. Also: Veraltetes Erste-Hilfe-Material im Verbandskasten umgehend erneuern, sonst droht Bußgeld!
  • Falls der Box-Inhalt ergänzt oder ausgetauscht werden muss, kann ein Preisvergleich nicht schaden. Die Preisunterschiede sind groß.
  • Oftmals kann es günstiger sein, sich gleich einen neuen Verbandskasten anzuschaffen, als relativ teure Austausch-Sets zu erwerben.
  • In Apotheken werden die Sets gewöhnlich überteuert angeboten. In Drogeriemarktketten und bei Discountern gibt es normgerechte Markensets günstiger.
  • Generell gilt, schon beim Kauf das Verfallsdatum kritisch zu prüfen.
Rechtsgrundlage

Es genügt schon lange nicht mehr, ein Erste-Hilfe-Set im Fahrzeug mitzuführen; der seit 1970 vorgeschriebene Verbandkasten muss gemäß der DIN-Norm 13164 auch vollständig bepackt sein.

Diese Verpflichtung ergibt sich  aus der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO § 35 h). Nur eine rundum einsatztaugliche Erste Hilfe-Box erfüllt im Ernstfall ihren Dienst.