Tachomanipulation bei Gebrauchtwagen


Im Rahmen des Gebrauchtwagengeschäfts wird die Tachomanipulation zu einem immer größeren Problem. Damit Ihnen das nicht passiert, haben wir in unserem Ratgeber zum Thema „Tachomanipulation bei Gebrauchtwagen“ wertvolle Tipps und Maßnahmen zum Schutz zusammengestellt.

Bundesverband freier Kfz-Händler (BVfK)
 

Der Bundesverband freier Kfz-Händler (BVfK) geht aktiv gegen die Tachomanipulation vor. Der Verband gibt allen Privatkunden eine Garantie, die bei BVfK-Händlern ein Auto kaufen. Falls Sie bei einem solchen Händler ein Fahrzeug kaufen und feststellen, dass an dem Tacho manipuliert wurde, können Sie den Wagen wieder zurückgeben und bekommen Ihr Geld erstattet – im Zweifel sogar vom Verband, wenn sich der Händler weigert. Der Händler wird aus dem Verband ausgeschlossen.

CARFAX Vehicle History Reports
 

Die US-amerikanische Firma CARFAX bietet so genannte Vehicle History Reports an, welche Transparenz schaffen, da sie über die Vorgeschichte des Autos informieren. Darunter sind auch Details zum Kilometerstand des Kfz und viele weitere wichtige Informationen. In Europa gibt es diesen Service derzeit nur in Schweden, Spanien und Slowenien. Jedoch werden bereits Gespräche mit Verbänden, Unternehmen und der Politik geführt, um diesen Service auch in Deutschland anbieten zu können.

Laufleistung
 

Eine Laufleistung von ca. zehn- bis zwanzigtausend Kilometern pro Jahr ist für einen privat gefahrenen Wagen normal. Manchmal erkennt man Tachomanipulationen auch an übermäßigen Gebrauchsspuren, durchgesessenen Sitzen, abgenutzten Pedalgummis und einem abgegriffenen Lenkrad. Solche Abnutzungen passen zu einem Fahrzeug, das mehr als 120.000 Kilometer auf der „Uhr“ hat, aber nicht zu einem, bei dem der Tacho erst 70.000 Kilometer anzeigt.

Tachoservice
 

Oft kann ein Tachoservice mit modernen Tachojustiergeräten eine Manipulation feststellen. Dies gelingt allerdings nur, wenn nicht alle Speicher eines Fahrzeugs programmiert wurden. Häufig wird jedoch nur der Kilometerstand verändert. Dabei bleibt die originale Laufleistung in einem oder mehreren anderen Modulen des Fahrzeugs erhalten.

Unterlagen
 

Für einen technischen Laien ist eine Veränderung am Kilometerstand nicht zu erkennen. Umso wichtiger ist es, sich alle Unterlagen wie Werkstattrechnungen, Serviceheft und TÜV-Prüfberichte vorlegen zu lassen. Anhand dieser Unterlagen können die gefahrenen km nachvollzogen werden. Auch ein Anruf beim Vorbesitzer kann Klärung bringen.

Fazit
 
  • Lassen Sie sich schriftlich die Übereinstimmung von Tachostand und Laufleistung garantieren
  • Bestehen Sie auf die Angabe „tatsächliche Laufleistung“ im Kaufvertrag
  • Prüfen Sie das Serviceheft ob Wartungsintervalle und Kilometerstand plausibel sind
  • Rufen Sie gegebenenfalls die Werkstatt an, die den Service durchgeführt hat
  • Lassen Sie sich die letzten Werkstattrechnungen und TÜV-Protokolle zeigen
  • In Werkstätten können zusätzlich Fehler- und Wartungsintervallspeicher ausgelesen werden
  • Zudem können Sie den Gebrauchtwagen von Fachleuten wie beispielsweise von TÜV und Dekra prüfen lassen
  • Manchmal hilft ein Blick unter die Motorhaube, Aufkleber zum Ölwechsel oder Zahnriemenwechsel können so manchen Betrug auffliegen lassen
  • Schauen Sie im Motorraum außerdem auf den Servicezettel, auf dem die Werkstätten u.a. auch die Laufleistung notieren
  • Eine Anfrage beim Vorbesitzer hilft, offene Fragen zu beantworten
  • Haben Sie den Verdacht einer Tachomanipulation, lassen Sie lieber gleich die Finger davon