Verkleidete Frau sitzt im Auto
© ACE

Die 5. Jahreszeit – Karneval und Alkohol

Dieser Ratgeber richtet sich an alle, die gerne Karneval feiern. Wir möchten Ihnen die 5. Jahreszeit in den unterschiedlichen Regionen vorstellen. Wie feiert man wo? Und was muss man beim Feiern bedenken?

Unser Mundart-Appell an närrische Autofahrer

Bitte bleiben Sie wenigstens im Straßenverkehr absolut nüchtern. Diesen Appell haben wir jetzt erstmals in landestypischer Mundart verbreitet. Wir hoffen: Darauf reagieren Jecken besser.

Diese mit bayerischem Charme versehene Mahnung schnappte der ACE auf dem Marienplatz in München auf:

Gsuffa, Spotzl, fahrst ma net!

In der Karnevalshochburg Köln hört sich der gleiche Spruch schon wie eine kleine Büttenrede an:

Dun fiere und dich amüsiere, äwer öt Auto bliev stonn!

Weit weg von Konfettiregen und Maskerade liegt Südbrookmerland in Ostfriesland, wo es entsprechend platt heißt:

Büst du duun laat Auto stahn.

Im breitesten sächsisch und leicht schlüpfrig dichten sich die lebenslustigen Leipziger ihren Reim. Im Straßenverkehr sei der Schnaps zwar tabu...

Da brauch mer enne klare Berne, doch im Verkehr drheeme kann´er hilfreich sein, da trink´mer´n gerne!

Mit einem leicht drohenden Unterton formulieren die Freiburger im Breisgau. Öpfel kommt aus dem alemannischen und meint hier, mit vollem Kopf, eine Umschreibung für Volltrunkenheit.

Du, mit vollem Öpfel fa´rsch mir nit.

Originell und mit einer präzisen Beschreibung der Folgen von Alkoholmissbrauch im Straßenverkehr tönt es dagegen aus dem Munde eines Mainzer Karnevalisten.

Ohne Fiererschei (Fahrerlaubnis) isses ganze Joahr Aschermittwoch.

Glas Bier mit Autoschlüssel
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Karneval und Alkohol: Trinken und Fahren passen nicht zusammen

  • Alkohol und Autofahren – das ist eine ungute und verhängnisvolle Kombination. Nicht nur finanziell. Auch sozial kann eine einzige Rauschfahrt das Aus bedeuten. Die bessere Alternative ist es, das Auto gleich stehen zu lassen und mit dem Taxi nach Hause zu fahren.
  • Autofahren im betrunkenen Zustand kann ganz schön teuer werden. Die Kosten können Sie im Bußgeldrechner nachschauen.
  • Alkohol kann aber auch körperliche Probleme hervorrufen.

So reagiert der Körper:

  • 0,3 ‰: Ab dieser Blutalkoholkon­zen­tration häufen sich – vor allem bei Menschen, die wenig Alkohol trinken – typische Ausfallerscheinun­gen. Das Sehfeld ist eingeschränkt, Distanzen sind schwieriger einzuschätzen und die Aufmerksamkeit nimmt ab. Es mehren sich kleinere Fahrfehler.
  • 0,5 ‰: Die Reaktionsfä­hig­keit lässt deutlich nach, die Risikobe­reitschaft steigt an. Bei manchen Menschen verringert sich die Wahrnehmung vor allem bei roten Signalen.
  • 1,1 ‰: Jetzt erlebt der Alkoholkon­sument deutliche  Ver­änderungen: Seine Reaktionen sind verlangsamt, er verspürt Gleichgewichtsstörungen und kann zum Torkeln neigen, außerdem kommt es zu Sprachstörungen und Augenzittern. Sein Gesichtsfeld ist eingeengt (Tun­nelblick). Die Risiko­bereitschaft nimmt zu.
  • 1,6 ‰: Starker Rauschzustand mit Bewusstseinseintrübungen. Geordnete und koordinierte Reaktionen des Menschen sind nicht mehr möglich. Der Betrunkene erlebt Geh- und Sehstörungen, auch sein Erinnerungs­vermögen ist eingeschränkt.
  • 2,5 ‰: Das Bewusstsein ist getrübt, Lähmungserscheinungen treten auf,  der Betrunkene sieht doppelt, sein Erinnerungsvermögen ist nahezu ausgeschaltet (Filmriss).
  • 3,5 ‰: Bedrohliche Zustände können auftreten; es besteht die Gefahr einer Lähmung des Atmungs­zen­trums, die zu Koma oder Tod führen kann.
  • 4-5 ‰: Diese Blutalkoholwerte sind – je nach Konstitution und Alkoholgewöhnung – im tödlichen Bereich.

Karneval, Fasching oder Fasnacht?

  • Karneval stammt aus dem Mittelalter und leitet sich aus dem "carnelevale" ab und bedeutet: "bezüglich der Fastenzeit bevorstehende Fleischwegnahme". Gefeiert wird Karneval im Rheinischen.
  • Fasching leitet sich aus dem Wort "Vaschanc" ab. Das Wort bezeichnet den Ausschank eines Fastendrunks. Fasching wird vor allem in Österreich, Franken, Bayern, Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Hamburg, in Teilen von Hessen, Schwaben und Niedersachsen gefeiert.
  • Fasnacht feiert man in Baden, Franken, Hessen, Mainz, Mittelrhein, Pfalz und Rheinhessen. Außerdem auch in Lichtenstein, Luxemburg.

Narrenrufe

Narrenrufe unterscheiden sich auch je nach Region. Die wohl bekanntesten sind Helau und Alaaf. In Köln rufen die Jecken Alaaf und in Mainz sowie Düsseldorf Helau. Aber auch Narri – Narro (Mittlerer Schwarzwald, Bodensee, Schwäbische Alb), Ahoi (Norddeutschland und Teile Bayerns) und Hei-Jo (Berlin) sind bekannt. Natürlich gibt es noch unzählige weitere Narrenrufe.

Sitzungen und Umzüge

  • Je nach Region unterscheiden sich die Karnevalssitzungen und Umzüge.
  • Jeder Verein möchte einen eigenen Akzent setzen und sich von den anderen abheben. Büttenreden, Ordensverleihungen sowie Gesang und Tanz prägen die Sitzungen.
  • Der Karnevalsumzug, so wie wir ihn heute kennen, wurde wahrscheinlich 1823 erfunden.
  • In der Regel nehmen die örtlichen Karnevalsvereine am Umzug teil.

Berliner mit Konfetti
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