© Bartmus / ACE

Club-Aktion 2019: Goodbye Elterntaxi

Besser ankommen. Laufend lernen.

Mit riskanten Park- und Wendemanövern, viel Verkehr sowie hohen Geschwindigkeiten vor den Schulen sorgt das Elterntaxi ungebremst für eine negative Bilanz, leider mit Unfall- und Lebensgefahren für die Kinder.
Der ACE setzt sich für eine bessere Verkehrssicherheit bei der Schulanfahrt ein.

Material zur Clubaktion

Folder, Logo und Bilder zur Aktion stehen Ihnen hier zu Verfügung.

Das Elterntaxi im Fadenkreuz

Eine alarmierende Schulwegbilanz

Die steigende Zahl an Fahrzeugen bei begrenzten, kaum gesicherten Parkplatzflächen vor den Schulen führt zwangsläufig zu gestressten Eltern und einem Verkehrschaos. Die aktive Verkehrsteilnahme und wichtige Lernkurve der Kinder zur eigenen Verkehrssicherheit bleibt - neben gesunder Bewegung - auf der Strecke.

Unser Appell: Die Verkehrssicherheit unserer Kinder liegt uns als Mobilitätsbegleiter für die ganze Familie besonders am Herzen. Seit Jahrzehnten machen wir uns mit tatkräftigen Initiativen und politischem Einfluss auch für eine selbständige wie sichere Mobilität der jungen Generation stark.

Mit „Goodbye Elterntaxi“ appellieren wir an alle Familien mit Kindern im Vor- und Grundschulalter, das Elterntaxi möglichst stehen zu lassen und die Unfallgefahren besonders im direkten Schulumfeld mit dem Auto zu vermeiden. Unterstützen Sie unser Engagement, damit unsere Kinder laufend lernen, wie sie gesund und sicher in der Schule ankommen.

Die größte Gefahr für Unfälle ist das Auto selbst

Besorgte Eltern machen sich oft schon über einen kleinen als unsicher empfundenen Abschnitt auf dem Schulweg Sorgen, um ihre Kinder letztlich mit dem eigenen Auto bis direkt an die Schule zu fahren.
Zu steigenden Ansprüchen an die Schulweg-Sicherheit kommen Zeitdruck, Bequemlichkeit und generelle Ängste. Fakt ist aber: Die größte Gefahr für Unfälle ist das Auto selbst. Demgegenüber ermutigt Hannelore Herlan von der Deutschen Verkehrswacht alle Eltern: „In der Regel gibt es keine Unfallquelle, wenn Kinder gemeinsam zur Schule gehen.“

Wenn die elterliche Fürsorge und Angst auf den objektiven Prüfstand gestellt werden, sehen viele Eltern verantwortungsvoll den Handlungsbedarf und die Gefahr, die vom eigenen Fahrzeug ausgeht.


 

Das Problem

"Sie parken im Halteverbot, auf Gehwegen oder Zebrastreifen, um ihre Kinder „sicher“ zur Schule zu bringen oder abzuholen. Doch damit verursachen die Eltern unnötige Gefahren für die Kinder – gerade an stark befahrenen Straßen. Die subjektiven Ängste der Eltern sind unbegründet. Nicht die Straßen sind gefährlich, sondern die Verhaltensweisen der Eltern."

Jörn Arnecke, Hauptkommissar Göttingen, Quelle: Neue Westfälische, 2018

Die Ursache

"Immer weniger Kinder gehen zu Fuß zur Schule. In den meisten Fällen liegt das an den Eltern – und deren Gründe dafür sind vielfältig. Sie reichen von Angst über Zeitdruck bis hin zu Bequemlichkeit."

Focus, 27. Juli 2018

Die Fakten

"Verkehr braucht Erfahrung und Zeit. Die Psyche entwickelt sich nur durch Erfahrung. Man kann keinem kleinen Kind den Straßenverkehr erklären. Heutzutage wollen Eltern ihren Kindern möglichst viel abnehmen.
So funktioniert Entwicklung aber nicht. Das Erlernen von sicherem Verhalten im Straßenverkehr braucht Ruhe und Zeit."

Michael Winterhoff, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Die Lösung

Neben dem ACE rät auch die Deutsche Verkehrswacht vom „Elterntaxi“ ab.
"Es bewirke, dass Kinder Bewegungs- und Koordinationsdefizite bekämen und sich später unsicher im Straßenverkehr bewegten."

Hannelore Herlan, Deutsche Verkehrswacht

Schulkinder überqueren vorsichtig die Straße
© Thomas Kienzle / ACE

Bildungsfach Schulweg: Das lernt man nicht auf dem Rücksitz.

  1. Regeln: Umschau links-rechts-links, Verhalten an Ampeln & Zebrastreifen
  2. Einschätzung: Entfernungen, Geschwindigkeiten, Reaktionen, Gefahren
  3. Verhalten: Erkennen von Grenzen & gegenseitiges Warnen
  4. Entwicklung: Raum-Zeit-Gefühl, Selbstsicherheit & Selbstständigkeit
  5. Gesundheit: Aktive Bewegung im Freien & Stärkung des Immunsystems
  6. Erlebnis: Zeit, Austausch & Spaß mit den Schulfreunden

Gute Maßnahmen machen Schule. Für den ACE Projekte mit Zukunft.

Nur mit dem gemeinsamen Bewusstsein und Umdenken, hinsichtlich der Gefahren und Alternativen, kommen unsere Kinder besser an.
Auch im Elterntaxi, wenn es denn sein muss. Diese Lösungen sind vorbildlich:

  • Haltestellen für Eltern 300-500 Meter entfernt
  • Hol- und Bringzonen wie Kiss + Ride
  • Sonderparkplätze für gesicherten Ein-/ Ausstieg
  • Schulstraßen mit kontrollierten Fahrzeiten
  • Interdisziplinäre Projekte und Schulaktionen
Familie mit zwei Kindern setzten sich für Kiss and Ride ein.
© Thomas Kienzle / ACE