Fahrbericht:

Citroën Berlingo – Runde Kiste

25.04.2019

Die dritte Generation des Citroën Berlingo bietet genau das, was jeder von ihr erwartet: Mehr als genug Platz für Familie, Handwerker und Menschen mit raumgreifenden Hobbys.

Hier kommt er, der Klassiker unter den Hochdachkombis: Seit 1996 auf dem Markt, hat sich der Citroën Berlingo in den vergangenen Jahrzehnten wie geschnitten Baguette verkauft. Über 3,3 Millionen der Packmeister haben bisher schon die Citroën-Werke verlassen. Doch zum Ende der zweiten Generation wirkte das Design etwas müde. Damit sich der Tausendsassa auch in Zukunft erfolgreich gegen die immer stärkere Konkurrenz aus dem Off(roadbereich) durchsetzen kann, musste Citroën nachschärfen.

Praktisches Design und markante Optik

Und das ist den Franzosen gelungen. Optisch fallen zunächst die Tagfahrlichter auf, die in der Front mit dem typischen Doppelwinkel zu einer Einheit verschmolzen sind, an der Seite gibt es wie beim Citroën Cactus eine auffällige Plastikbeplankung, die teure Lackschäden verhindern soll. Und im Heck fällt die riesige Heckklappe auf, bei der sich die Scheibe glücklicherweise separat öffnen lässt. Denn auch wenn eine große Klappe hilfreich beim Beladen ist, in engen Parklücken stört sie gewaltig.

Raumwunder in L und XL

Apropos Beladen: Den Berlingo bekommt eigentlich niemand voll. 775 Liter gehen in den Kofferraum, wer die Rücksitzbank und den Beifahrersitz umklappt, bekommt eine 2,70 Meter lange Ladefläche und findet dann sogar drei Kubikmeter Laderaum vor, in Zahlen: 3000 Liter. Da passen locker ein paar Mountainbikes rein, oder auch mal ein halber Umzug. Einzig bei der Zuladung kann es dann knapp werden. Denn je nach Ausstattung liegt sie bei nur 450–780 kg. Und wem das Volumen noch immer nicht reicht, der greift halt auf die um 35 Zentimeter verlängerte XL-Variante zu. Die kostet zwischen 150 und 1650 Euro Aufpreis und gibt es nun erstmals auch für Privatkunden. Bisher war sie der Kastenwagen-Variante vorbehalten.

Drei Motoren stehen zur Auswahl

Dass Citroën vor allem Details verbessert hat, zeigt sich bei den Motoren. Wie bisher gibt es drei Varianten: Zwei Diesel mit SCR-Kat und 100 bzw. 130 PS sowie einen Benziner mit 110 PS. Alle erfüllen jetzt die Abgasnorm Euro 6d-TEMP. Minuspunkt beim Benziner: Ihm fehlt der Otto-Partikelfilter. Nur den stärkeren Diesel gibt es auch mit der Acht-Gang-Automatik. Ansonsten gibt es 5- und 6-Gang-Handschalter.

Fahrspaß in komfortabler Sitzposition

Doch auch die müssen kein Nachteil sein. Wir sind den 1,5-Liter-Diesel mit 6-Gang-Schaltgetriebe gefahren und müssen sagen: Die Kombination macht richtig Spaß. Das Getriebe ist perfekt übersetzt, sowohl dynamische Beschleunigungen als auch (recht) schaltfaules Cruisen ist möglich, 300 Nm Drehmoment sei Dank. Klar, der hohe Schwerpunkt und die Kastenform lassen das Fahrwerk etwas wanken. Doch auch damit kann man sich anfreunden. Denn die Sitzposition ist ähnlich hoch wie bei vielen kompakten SUV, ermöglicht eine gute Übersicht und einen sehr bequemen Ein- und Ausstieg.

Viele Extras gibt es schon in der Grundausstattung

Preislich geht es bei knapp 19.000 Euro für den Benziner los. Dann sind schon allerlei Extras an Bord, zum Beispiel Berganfahr-, Notbrems- und Spurassistent, dazu noch die präzise Verkehrszeichenerkennung. Wer Wert auf Klimaanlage, Einzelsitze und das große Audio-System mit Android Auto und Apple CarPlay legt, zahlt 4000 Euro extra (Ausstattungsvariante „Feel“), zur Vollausstattung fehlt dann eigentlich nur noch die Rückfahrkamera (450 Euro).

So hat der Berlingo am Ende alle begeistert: Egal ob Jung oder Alt, egal ob für Freizeit, Hobby oder Arbeit. Es geht einfach alles mit ihm und es geht sogar alles rein. Und wer keinen Citroën fahren möchte, der schlägt halt bei den Konzernbrüdern zu. Da gibt es ja noch Peugeot Rifter, Opel Combo und bald auch eine Variante von Toyota.