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Wissenswertes rund um E-Scooter

Seit dem 15. Juni 2019 sieht man sie durch die Städte rollen – die E-Scooter. Eine weitere Fahrzeuggattung, auf die es zu achten gilt. Vorsicht heißt es für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Fahrer sollten sich vor allem vor dem Start mit den wichtigsten Regeln beschäftigen und den Umgang üben, bevor sie sich aufmachen in den Straßenverkehr. Wir haben die wichtigsten Regeln zusammengefasst.

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Unterwegs mit E-Scooter

Bevor es losgeht: Was ist beim Fahren mit dem E-Scooter zu beachten?

  • Bevor es auf den Radweg oder in den Straßenverkehr geht: Proberunde auf einem Parkplatz, einer Einfahrt oder ruhigen Seitenstraße, um sich mit der Technik vertraut zu machen und ein Gefühl für Fahrzeug, Geschwindigkeit und Balance zu bekommen. eKF erst im Straßenverkehr benutzen, wenn man sich sicher fühlt.
  • Im Schrittmodus starten, nicht schnell losdüsen, Sturzgefahr vor allem in Kurven durch zu starken Lenkeinschlag und bei Schlaglöchern.
  • Beim Verzögern erst einmal vorsichtig anbremsen, denn Scheibenbremsen packen ordentlich zu. Vollbremsung vermeiden: Sturzgefahr!
  • Im Verkehr in den Verkehrsfluss integrieren, keine Schlangenlinien oder Beschleunigungsorgien.
  • Mit gesteigerter Umsichtigkeit fahren, denn andere Verkehrsteilnehmer sind noch nicht an schnelle Tretroller gewöhnt. Perspektive der anderen einnehmen, die nicht damit rechnen, dass urplötzlich ein Roller auftaucht. Überraschungseffekt bei Autofahrern und Fahrradfahrern mitdenken.

Ab welchem Alter dürfen E-Scooter im Straßenverkehr gefahren werden?

Elektrotretroller dürfen ab dem 14. Lebensjahr gefahren werden.

Darf ich den E-Scooter im öffentlichen Personenverkehr mitnehmen?

Derzeit gibt es keine einheitlichen Regelungen zur Mitnahmemöglichkeit der elektrischen Tretroller in Bus und Bahn. Gewicht, Radgröße und Maße im zusammengeklappten Zustand können derzeit darüber entscheiden, ob die klappbaren E-Roller im ÖPNV mitgenommen werden können oder nicht. Über die Beförderungsbedingungen entscheidet jedes einzelne Verkehrsunternehmen bzw. der jeweilige Verkehrsverbund für sich. Der ACE fordert die Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünde auf, für die Verbraucher schnellstmöglich einheitliche, leicht verständliche und nutzerfreundliche Bestimmungen in ihren Beförderungsbedingungen festzuschreiben.

In den Zügen der Deutschen Bahn können die Roller kostenfrei als Handgepäck mitgenommen werden. Das knüpft die Bahn jedoch an einige Voraussetzungen: Der E-Tretroller muss zusammengeklappt mitgenommen werden und über oder unter dem Sitz verstaut werden. Der Akku muss während der gesamten Zugfahrt im E-Tretroller fest installiert bleiben. Ein Aufladen im Zug ist ebenso wie die Mitnahme eines Ersatzakkus nicht möglich.

Worauf muss ich beim Kauf eines E-Scooters achten?

  • Wichtig ist, ein Modell zu erwerben, für das eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) bzw. eine Einzelbetriebserlaubnis vorliegt. E-Tretroller ohne Betriebserlaubnis dürfen nicht im öffentlichen Straßenraum gefahren werden.   
  • Möglichst große Laufräder wählen, um die Unfallgefahr durch Schlaglöcher zu minimieren.
  • Auf gut funktionierende, sichere Bremsen achten.
  • Klappbare Roller wählen, um diese ggf. im ÖPNV mitnehmen zu können.

Was kosten die Roller im Schnitt und wo kriege ich sie?

Modelle mit Straßenzulassung gemäß eKFV (Elektrokleinstfahrzeug-Verordnung) gibt es beim Discounter schon ab etwa 200 €, hier gilt es allerdings genau hinzuschauen und die Qualität des Angebots im Internet über Testseiten für Verbraucher genau unter die Lupe zu nehmen. Qualitativ hochwertigere Modelle kosten in der Regel zwischen 400 und 800 Euro und sind online oder beim Elektronikfachhändler erhältlich. Wer auf Marken-Qualität deutscher Premium-Hersteller setzt, kann aber für einen E-Scooter durchaus auch mehr als 1000 Euro ausgeben.
 
Unsere Kauftipps:

  • Kompakt: Ein im Fahrzeug integriertes Ladegerät muss nicht extra mitgeschleppt werden
  • Leicht: Zulässiges Gesamtgewicht (Fahrzeug mit Fahrer) beachten!
  • Beruhigend: USB-Ladebuchse zum Laden des Handys
  • Sinnvoll: Zum Laden herausnehmbarer Akku – kann auch bei Defekten einfach ersetzt werden. Reichweite beachten!
  • Komfortabel: Federgabel und Luft- statt Vollgummireifen. Dann aber am besten Pannenspray (für die Reifen) mitführen.
  • Praktisch: Auf das Gewicht achten! Wer den ÖPNV mit dem Roller nutzten möchte oder im vierten Stock wohnt, freut sich über ein leichtes Modell.
  • Klappbar: Im ÖPNV muss ein E-Scooter oft zusammen- und wieder aufgeklappt werden. Daher auf einfach zu bedienenden Klappmechanismus achten.
  • Sicher: E-Scooter mit Blinker. Handzeichen beim Abbiegen geben ist zwar vorgeschrieben, jedoch fährt es sich einhändig äußerst instabil. Zudem muss die Hand beim Rechtsabbiegen meist vom Handgashebel genommen werden. Nachrüsten ist nur schwer möglich, die Blinker müssen an die Stromversorgung des Fahrzeugs angeschlossen werden und benötigen zudem ein E-Prüfzeichen. Eine gute Alternative sind auch Blinker im Helm. Diese benötigen keine Zulassung.

Technische Voraussetzungen

Welche technischen Voraussetzungen muss ein E-Scooter erfüllen?

Technische Voraussetzungen für eine Zulassung in Deutschland:

  • Lenk- oder Haltestange
  • Max. 20 km/h bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit
  • Leistungsbegrenzung auf 500 Watt (1400 Watt bei selbstbalancierenden Fahrzeugen)
  • Zwei voneinander unabhängige Bremsen, die bis Stillstand abbremsen können.
  • Wie beim Fahrrad: mindestens „helltönende Glocke“ bzw. Klingel, Beleuchtung und Reflektoren. Optional sind zusätzlich Blinker zulässig.
  • Max. Gesamtbreite: 70 Zentimeter
  • Max. Gesamthöhe: 1,40 Meter
  • Max. Gesamtlänge: 2,0 Meter
  • Max. Fahrzeuggewicht: 55 kg

Brauche ich für E-Scooter einen Führerschein?

Um E-Scooter zu fahren, ist kein Führerschein notwendig.

Welche Promillegrenzen gelten für das Fahren mit dem E-Scooter?

Anders als für E-Bikes und Pedelecs gelten für elektrische Tretroller in puncto Alkohol die gleichen Regeln wie für Autofahrer. Während erstere als Fahrrad eingestuft werden, gelten im Gegensatz dazu E-Scooter als Kraftfahrzeuge. Das heißt für Fahranfänger gilt die 0,0 Promillegrenze. Für alle anderen ist mit 0,5 Promille Alkohol im Blut Schluss, ansonsten drohen Bußgeld und Strafe. Die Haftpflichtversicherung reguliert grundsätzlich den Schaden eines Dritten, wenn dieser schuldhaft herbeigeführt wurde, was auch bei Trunkenheit am Rollerlenker gilt. Unter Umständen kann der Versicherer jedoch Geld von seinem Kunden zurückfordern: Regressforderungen sind bereits ab 0,3 Promille möglich.

Welche Bußgelder gelten für E-Scooter?

  • Nutzung eines E-Tretrollers ohne erforderliche Allgemeine Betriebserlaubnis bzw. Einzelbetriebserlaubnis: 70 EUR
  • Nutzung des Rollers ohne gültige Versicherungsplakette: 40 EUR
  • Fehlende bzw. nicht den Anforderungen genügende Beleuchtung: 20 EUR 
  • Fehlende bzw. nicht den Anforderungen genügende Klingel: 15 EUR
  • Werden andere Verkehrsflächen als die gestatteten befahren: 15 EUR (mit Behinderung: 20 EUR; mit Gefährdung: 25 EUR; mit Sachbeschädigung: 30 EUR)

Wofür haftet die Versicherung und wofür nicht?

Die Kfz-Haftpflichtversicherung kommt für entstandene Schäden auf, wenn man mit dem E-Scooter in einen Unfall verwickelt wird.

Wird beispielsweise mit einem getunten E-Scooter ein Unfall verursacht oder im angetrunkenen Zustand gefahren, bekommt das Unfallopfer im Schadensfall Schadenersatz von der Kfz-Haftpflichtversicherung. Der Fahrer des E-Scooters muss jedoch mit strafrechtlichen Konsequenzen und Regressforderungen seiner Versicherung rechnen.

Rollen, aber richtig – das 1x1 des E-Scooter-Fahrens

1.) Straßenzulassung

Um im öffentlichen Straßenraum fahren zu dürfen, benötigen Sie eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE), eine Versicherungsplakette, sowie funktionierendes Licht an Vorder- und Rückseite und eine Klingel.

2.) Mit oder ohne Helm?

Zwar gibt es für den E-Scooter keine Helmpflicht, aber im Sinne Ihrer Sicherheit empfiehlt es sich, einen zu tragen, wie auch festes Schuhwerk. Pumps oder Flip-Flops eignen sich nicht zum Fahren.

3.) Probefahren

Um auszutesten wie sich der Roller verhält, empfiehlt sich eine Proberunde, machen Sie sich mit der Technik vertraut und üben Sie das Bremsen und Kurven fahren.

4.) Wo ist Ihr Platz?

Sie bewegen sich entweder auf einem Radweg oder auf der Straße. Der Gehweg oder die Fußgängerzone ist für Scooterfahrende tabu. Auch wenn dort ein Schild angebracht ist, auf dem „Fahrrad frei“ steht.

5.) Rücksichtsnahme

Nehmen Sie Rücksicht und kündigen Sie vor dem Überholen Ihr Manöver durch das Klingeln an und vergessen Sie beim Abbiegen das Handzeichen nicht. Fahren Sie rechts und hintereinander.

6.) Aufgepasst

Vorsicht vor Schlaglöchern, Kopfsteinpflaster, Bahnübergängen und Co. Wenn Sie sich unsicher fühlen, steigen Sie ab und schieben Sie ein Stück. Das Bremsen und Fahren sollte unbedingt geübt werden.

7.) Sicherheit geht vor!

Bei Nässe und Glätte lassen Sie den E-Scooter lieber stehen. In Kurven kann das Kleinstfahrzeug leicht wegrutschen. Auch der Bremsweg verlängert sich.

8.) Alkohol meiden

Es gelten dieselben Spielregeln wie beim Autofahren. Für Fahranfänger bedeutet das die 0,0-Promillegrenze und für die anderen eine 0,5-Promillegrenze.