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Hondas Flaggschiff wird 30 Jahre alt

1995 brachte Honda den CR-V auf den Markt. Die Abkürzung steht für Comfortable Runabout Vehicle. Ein „Runabout“ ist eigentlich ein Sportboot, wird aber auch gerne als „Flitzer“ übersetzt. Der CR-V soll also ein bequemes und wendiges Auto sein. Zu ernst darf man den Namen aber nicht nehmen, denn der CR-V ist und bleibt ein SUV, Hondas Flaggschiff, und kein kleiner Stadtflitzer.

 

Inzwischen fährt die 6. Generation auf den Straßen, die in den vergangenen 30 Jahren in jeder Dimension gewachsen ist, teilweise um mehr als zehn Zentimeter. Ein wenig Wendigkeit hat der CR-V dadurch vielleicht verloren. Komfortabel ist er aber immer noch. Honda wirbt: „Auf der Fahrt mit den Kindern zur Schule ebenso wie auf spannenden Ausflügen.“ Damit liegt der Fokus immer noch auf der Familie. Kann er das Versprechen halten?

Frontalansicht des Honda CR-V während der Fahrt

Design – Selbstbewusstes Auftreten

Optisch hat sich der CR-V mit den Jahren immer mehr vom „Flitzer“ entfernt. Die Kühlerhaube ist breit und hoch, die Frontscheinwerfer sehr schmal – insgesamt eine bullige Erscheinung. Die markanten Lufteinlässe sorgen dennoch für ein sportliches Design. Die „charakteristischen Rückleuchten“ erinnern stark an die hohen Rückleuchten von Volvo.

Innenraum – Sehr viel Platz

Seine große Stärke ist das Platzangebot. Auf dem Fahrersitz sitzt es sich bequem. Zur Seite und zur Decke ist viel Luft. Selbst im Fond haben große Personen viel Beinfreiheit. Gleiches gilt für den Kofferraum, der auch in der Plug-In-Version mit mindestens 587 Litern sehr überzeugend ist. Die Rücksitze lassen sich verschieben, sodass das Volumen sogar auf 617 Liter wächst. Dann dürfen hinten aber nur noch Kinder sitzen.

 

Das Infotainment sieht etwas altbacken aus. Es lässt sich aber intuitiv und dank großer Kacheln auch während der Fahrt gut bedienen. Einige haptische Regler ergänzen das Display sinnvoll.

 

Die Materialien im Innenraum sind hochwertig verarbeitet. In höheren Ausstattungslinien sind die Sitze sogar klimatisiert. Dank großem Panorama-Glasschiebedach ist der Innenraum sehr hell. Die Übersicht ist allerdings mit der großen Motorhaube etwas eingeschränkt. 

Bild aus dem Innenraum des Honda CR-V

Sicherheit – Rundum-Sorglos-Paket

Honda setzt stark auf Sicherheit. Schon mit der Standardausstattung erhält der CR-V 4 von 5 Sternen beim Euro-NCAP-Crashtest. Mit dem Safety Pack sogar 5 Sterne. Serienmäßig verbaut sind Adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent, Rückfahrkamera, Fernlichtassistent und weitere Systeme.  Sie arbeiten  zuverlässig und unaufdringlich.

Motor und Fahrverhalten

Die Plug-In-Motorisierung besteht aus einem 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner, kombiniert mit einem kräftigen Elektromotor und einer Batterie mit rund 17 kWh Kapazität. Die gesamte Systemleistung beträgt 135 kW bzw. 184 PS. Die bringen den Wagen gut voran. Er fühlt sich nicht so bullig an, wie er aussieht.

 

Rein elektrisch fährt der CR-V sehr angenehm leise. Bis zu 80 Kilometer elektrische Reichweite werden laut WLTP angegeben. Dieser Wert ließ sich in unserem Test nicht halten. Wir fuhren den Honda über den Jahreswechsel mit morgendlichen Temperaturen um den Gefrierpunkt. Da sinkt die Reichweite selbst im Stadtverkehr sehr stark. Auf der Autobahn ist der Akku nach wenigen Minuten leergefahren. Um ihn wieder vollzuladen braucht es mehr als zwei Stunden.

 

Schaltet sich der Benziner dazu, fällt das schon deutlich auf. Gerade auf der Autobahn hört man ihm schon an, dass er ein gutes Gewicht zu bewegen hat. Das Fahrgefühl ist aber entspannt und der Honda liegt gut auf der Straße.

 

Der Verbrauch wird offiziell mit 6,2 Litern angegeben, bei entladener Batterie. Nach über tausend Kilometern sind wir bei 6,6 Litern gelandet, wobei wir drei Mal den Akku vollgeladen und komplett leergefahren sind.

Fazit – Das perfekte Familienauto?

Der Honda CR-V ist ein durchdachtes und komfortables Familienauto. Das Platzangebot ist groß, die Sicherheitsstandards hoch. Doch das alles zeigt sich am Ende auch im Preis. Der Plug-In-Hybrid startet bei stattlichen 60.800 Euro. Wer viel pendelt und zuhause laden kann, erreicht einen günstigen Verbrauch. Sonst lohnt sich der Plug-In-Motor weniger. Sinnvoller wäre der Vollhybrid. Der startet in der Grundausstattung bei immer noch 49.600 Euro. Dazu kommen ein niedrigerer Verbrauch und größeres Kofferraumvolumen. Außerdem bietet Honda acht Jahre Garantie.

Zwei Honda CR-V von außen vor einem See in schwarz und weiß

Kategorie Daten
Länge 4,706 m
Breite 2,153 m
Höhe 1,673 m
Radstand 2,701 m
Wendekreis 11,4 m
Motor 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner
Leistung 184 PS
Drehmoment 335 Nm
Hubraum 1993 cm³
Beschleunigung 0 - 100 km/h 9,4 s
Höchstgeschwindigkeit 195 km/h
Verbrauch 6,2 l/100 km/h
Leergewicht 1988 kg
Zuladung 442 kg
Kofferraum 587 - 617 Liter

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