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Endlich Frühling! Die schweren Winterstiefel verschwinden im Schrank und werden durch leichte Turnschuhe ersetzt. Was für uns zutrifft, gilt auch für Autos. Von O bis O, von Ostern bis Oktober, ist es Zeit für Sommerreifen. So wie uns bei 30 Grad im Schatten die Stiefel stören, können Winterreifen im Sommer im schlimmsten Fall zu gefährlichen Situationen führen. Sie sind an diese Jahreszeit nämlich gar nicht angepasst.
Unsere Testkategorien:
Sommerreifen werden mit einer härteren Gummimischung produziert, damit sie einen besseren Grip bei warmen Temperaturen haben. Ihr Profil ist ganz auf nasse Fahrbahn ausgerichtet. Bei Regen muss der Reifen mit seinem Profil nämlich möglichst viel Wasser schnell zur Seite ableiten. Gelingt ihm das nicht, kommt das ganze Auto ins Schwimmen. Winterreifen hingegen sind für Schnee und kalte Temperaturen optimiert. Sie müssen deswegen rechtzeitig gewechselt werden.
Welche „Schuhe“ sind im Sommer die besten fürs Auto? Das Testteam des ACE hat zehn Sommerreifen der Dimension 225/40 R 18 XL für Kompaktwagen unter die Lupe genommen. Dazu wurde ihr Verhalten in Grenzsituationen auf nasser und trockener Straße untersucht.
Um unabhängige Ergebnisse zu erhalten, kaufen wir die Reifen anonym im Handel ein. Neuprodukte, die zum Zeitpunkt des Tests noch nicht verfügbar sind, liefern die Hersteller direkt an. Diese Reifen werden vor Veröffentlichung mit Reifen aus dem Handel nachgetestet und mit den ersten Testergebnissen auf Plausibilität verglichen. Sind die Unterschiede zu groß, fliegt der Reifen aus dem Test.
Die Nass- und Trockentests sowie die Geräuschmessung wurden in Spanien auf dem Hakka Ring des Reifenherstellers Nokian Tyres durchgeführt. Die Rollwiderstandsmessung erfolgte auf Prüfständen von Nokian Tyres in Finnland. Testfahrzeuge waren drei Golf 8.
Alle Disziplinen werden mehrmals gefahren. Die Bremstests ganze acht Mal.Der beste und der schlechteste Wert werden gestrichen. Aus den restlichen Werten errechnet sich der Durchschnittswert.
Um zu kontrollieren, dass die Bedingungen sich nicht verändern, läuft ein Referenzreifen mit, der mehrmals getestet wird. Verändern sich seine Werte, bedeutet dies, dass zum Beispiel die Temperatur des Bodens oder der Luft stark abweicht vom ersten Durchlauf. Eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse ist nicht mehr gewährleistet. Der Test wird abgebrochen.
● Bridgestone Potenza Sport Evo
● Continental Sport Contact 7
● Falken Azenis FK520
● Goodyear Eagle F1 Supersport
● Kumho Ecsta Sport PS72
● Linglong Sport Master
● Michelin Pilot Sport 4S
● Nexen N'Fera Sport
● Nokian Tyres Powerproof 2
● Pirelli P Zero PZ5
● Audi A3, A4, S3
● BMW 1er, 2er
● Citroën C4
● Cupra Leon
● Fiat 500L, Grande Punto, Tipo
● Ford Focus, Mondeo
● Kia Ceed, Cerato
● Mercedes-Benz A-Klasse, B-Klasse
● Opel Astra, Zafira
● Peugeot 2008, 308, 408
● Renault Megane
● Seat Leon
● Škoda Octavia, Scala, Superb
● Toyota Corolla, Yaris
● VW Golf, Golf Variant, Touran
*abhängig vom Modelljahr, ggf. von der Ausstattungslinie
In der ersten Disziplin braucht unser Objektiv-Testfahrer Marco Lucke kräftige Beine. Er legt nämlich eine Vollbremsung aus 100 km/h auf trockener Straße hin. Fast 100 Mal. Nachgestellt wird ein gefährliches Szenario, wenn etwa ein Reh plötzlich auf die Fahrbahn springt.
Hier liegen alle Reifen nah beieinander. Bridgestone hat mit 32,85 m den kürzesten Bremsweg. Continental und Michelin folgen mit dichtem Abstand. Nexen auf dem letzten Platz liegt mit 34,73 m weniger als zwei Meter dahinter. Hier bringen alle Reifen durch die Bank ein solides Ergebnis.
Das ändert sich, sobald wir uns auf nasser Fahrbahn befinden. Diesmal liegt Continental vorne mit 24,51 m, gefolgt von Bridgestone und Linglong. An letzter Stelle wieder Nexen. Mit 28,34 m ist der Abstand aber deutlich größer. Fast vier Meter ist sein Bremsweg länger als der erste in dieser Disziplin. Das ist fast eine Wagenlänge.
Wir wässern die Straße noch etwas mehr. So entsteht ein richtiger Wasserfilm, wie er oft nach Starkregen oder in Fahrbahnsenken auftritt. Kann der Reifen das viele Wasser nicht verdrängen, verliert er den Kontakt zur Straße – er schwimmt. Eine hochgefährliche Situation, denn jetzt lässt sich das Auto nicht mehr kontrollieren.
Erneut wechseln die Positionen. Lag der Nexen in den Bremsdisziplinen immer auf dem letzten Platz, so landet er hier auf dem Treppchen und belegt mit Pirelli und Falken die ersten drei Plätze.
Auf gerader Strecke liegen alle Reifen nah beieinander. Beim Pirelli tritt das totale Aquaplaning erst bei einer Geschwindigkeit von 82,5 km/h auf. Nokian Tyres verliert bereits bei 80,1 km/h den Kontakt zur Straße.
In der Kurve ist der Abstand etwas größer. Falken kann das Aquaplaning am längsten verhindern. Der Reifen schwimmt erst bei 71,5 km/h. Auf dem letzten Platz ist nun Continental, dessen Wert bei 68,3 km/h liegt. Die Gefahrensituation tritt hier mehr als 3 km/h früher ein.
Auf dem Handling-Rundkurs testet Subjektiv-Fahrer Henning Renner mehrere Eigenschaften der Reifen. Darunter die Seitenführung, die Traktion oder das Lenkverhalten.
Sammelten Pirelli und Nexen die meisten Aquaplaning-Punkte, so präsentieren sie sich im Trockenhandling komplett gegenteilig. Pirelli liegt zusammen mit Falken, Continental und Michelin dank Bestwerten auf Platz eins, während Nexen und LingLong die Schlusslichter bilden.
Zu den Bestplatzierten ist Henning Renners Urteil eindeutig: „Die Reifen haben eine gute Kurvenfestigkeit und ein präzises Lenkverhalten. Sie sind einfach sicher und gut kontrollierbar zu fahren.“ Besonders positiv fiel ihm der Pirelli mit sehr präzisem Lenkverhalten auf.
Das zeigt sich auch beim Fahrspurwechsel. Hier werden auf einer großen mehrspurigen Strecke Autobahnmanöver nachgestellt. Wenn das vorausfahrende Auto etwa Ladung verliert, muss schnell ausgewichen werden. Neben der Reaktionsschnelligkeit zählt hier auch die Stabilität der Reifen.
Pirelli erhält auch hier die meisten Punkte. Alle anderen liegen nah beieinander. Negativ fiel nur der Nokian Tyres auf, der unter anderem eine schwächere Abstützung der Hinterachse aufwies.
Auf dem Nasshandlingkurs wendet sich das Blatt erneut. Die Spitzenreiter Pirelli und Falken landen hier nur noch auf den letzten Plätzen. Henning Renner sagt dazu: „Diese Reifen fahren sich unsicherer, haben zu viel Unter- und Übersteuern, sind vom Lenkverhalten unpräziser und mit weniger Seitenführung.“ In der Hauptsache ist hier aber das „Rutschen“ in den Kurven die entscheidende Eigenschaft der Abwertung. Linglong rutscht dagegen vom letzten auf den ersten Platz. Ihm folgen Nokian Tyres und Michelin. Unter anderem überzeugen sie mit einer guten Traktion aus der Kurve heraus.
Zusätzlich zu den Fahreigenschaften fließen noch das Vorbeifahrgeräusch und der Rollwiderstand in die Gesamtwertung ein. In der Geräuschmessung liegt Nexen vorne, ebenso mit Nokian Tyres beim Rollwiderstand. Reicht das für eine gute Gesamtwertung?
Das Ergebnis ist sehr knapp. Testsieger ist Michelin mit dem Pilot Sport 4S und 141 Punkten. Mit einem Punkt Unterschied folgt Continental und mit 138 Punkten belegt Bridgestone Platz 3. Falken erhält mit 135 Punkten ebenfalls noch das Urteil sehr empfehlenswert. Sie zeigen im Gesamtmix die beste Leistung aus Sicht der Verkehrsssicherheit.
Alle anderen sind immer noch empfehlenswert. Selbst Nexen auf dem letzten Platz überzeugt etwa im Aquaplaning. Dafür sind seine Bremswerte schlecht.
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