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Weiße Leitpfosten mit schwarzen oder farbigen Markierungen sowie unterschiedlichen Symbolen am Straßenrand sind für Autofahrende in Deutschland ein gewohntes Bild. Die wenigsten aber wissen, was genau sich hinter den unterschiedlichen Symbolen auf den Leitpfosten verbirgt. Wir klären auf.
Leitpfosten dienen grundsätzlich dazu, die Abgrenzung der Fahrbahn zu markieren und damit auch den Verlauf der Straße anzuzeigen. Sie werden auf geraden Strecken in einem Abstand von 50 Metern sowie 50 cm seitlich von der Fahrbahn aufgestellt. In Kurven ist der Abstand zwischen den Leitpfosten kürzer – je enger die Kurve, desto kürzer die Abstände. Auf einspurigen Landstraßen stehen Leitpfosten auf beiden Seiten, auf mehrspurigen Landstraßen oder Autobahnen sind die Leitpfosten immer nur auf der rechten Fahrbahnseite aufgestellt.
Insbesondere bei schlechter Sicht durch Nebel sowie bei Schnee und Dunkelheit bieten Leitpfosten Autofahrenden eine wertvolle Orientierung, die entscheidend zur Sicherheit beiträgt. Dazu sind auf der Vorder- und Rückseite auch Reflektoren angebracht. Um die Sichtbarkeit auch bei Tageslicht zu gewährleisten, sind alle Leitpfosten von einer schwarzen, 25 cm breiten Banderole umgeben. Ansonsten sind die Leitpfosten hierzulande immer weiß und aus Kunststoff geformt. Sie sind einen Meter lang und 12 Zentimeter breit. Die ersten Leitpfosten wurden in Deutschland übrigens 1957 montiert.
Neben der Markierung des Fahrbahnverlaufs sind die Leitpfosten auch sehr hilfreich, um einen ausreichenden Abstand zum Vordermann einzuhalten. Idealerweise sollte dieser immer die Hälfte der auf dem Tacho angezeigten Geschwindigkeit betragen.
Wer also mit 100 km/h unterwegs ist, sollte mindestens 50 Meter Abstand halten – das entspricht genau dem Abstand zwischen zwei Leitpfosten auf geraden Strecken.
Die Symbole und Farben auf Leitpfosten haben jeweils eine spezifische Bedeutung und unterscheiden sich entsprechend in ihrer Funktion.
Je nach Form der Reflektoren zeigen sie die Fahrbahnseiten an.
Die Form der Reflektoren zeigt an, auf welcher Straßenseite die Leitpfosten stehen. Runde Reflektoren zeigen die linke Fahrbahnseite, eckige Reflektoren die rechte Fahrbahnseite an. In der anderen Fahrtrichtung sind natürlich jeweils genau die anderen Symbole angebracht. Ein Leitpfosten funktioniert also in beide Fahrrichtungen.
Die orangenen Reflektoren weisen auf eine Ausfahrt oder Einmündung hin.
Sind die Reflektoren gelb-orange, so weisen sie auf eine Ausfahrt oder Einmündung hin, entweder davor oder danach. Auch hier gilt wieder: Auf der rechten Fahrbahnseite stehen Leitpfosten mit kreisförmigen Reflektoren, auf der linken Fahrbahnseite sind die Reflektoren eckig. Auf jeden Fall empfiehlt es sich bei Leitpfosten mit orangenen Reflektoren, die Geschwindigkeit etwas anzupassen.
Der Pfeil weist im Notfall die Richtig zur Notrufsäule.
Die Pfeile auf den Leitpfosten weisen in die Richtung der nächsten Notrufsäule. Sie sind seitlich angebracht und zeigen entweder in die Fahrt- oder in die umgekehrte Richtung. Von einem Leitpfosten mit Pfeil ist die nächste Notrufsäule maximal einen Kilometer entfernt.
Die blauen Reflektoren sollten Wildunfälle verhindern.
Die mit blauen oder mitunter auch roten Reflektoren ausgestatten Leitpfosten sollen vor allem im ländlichen Bereich Wild von der Straße fernhalten. Das soll gefährliche Wildunfälle vermeiden und damit auch die Verkehrssicherheit erhöhen.
Allerdings ist die Wirkung der Reflektoren zur Vermeidung von Wildwechsel und damit von Wildunfällen wissenschaftlich umstritten: Die Tiere verhalten sich laut umfassenden Studien auf Basis von 150 Teststrecken und 10.000 Stunden Videomaterial immer gleich. Es spielte also keine Rolle, ob die Leitpfosten mit blauen Reflektoren ausgestattet sind oder nicht.
Auf jeden Fall sollten Autofahrende bei Leitpfosten mit blauen Reflektoren ihre Fahrweise anpassen, um besser auf einen möglichen Wildwechsel reagieren zu können.
Auch bei viel Schnee ist so der Fahrbahnrand sichtbar.
In höheren Lagen wie z. B. im Voralpenland, in den Alpen selbst oder in den deutschen Mittelgebirgen sind Leitpfosten in der Winterzeit mit einem orange-schwarz gestreiftem nach oben verlängert. Damit wird sichergestellt, dass auch bei viel Schneefall die Fahrbahnbegrenzungen links und rechts klar erkennbar sind.
Das Umfahren oder Beschädigen eines Leitpfostens ist kein Kavaliersdelikt. Zunächst gilt es in diesem Fall, die Unfallstelle mit einem Warndreieck zu sichern und dann die Polizei zu verständigen – ansonsten droht laut Paragraf §142 StGB eine Anzeige wegen Fahrerflucht. Zudem macht sich der Autofahrende laut Paragraf §145 StGB des mutwilligen Entfernens eines Unfallverhütungs- und Nothilfemittels strafbar. Beide Vergehen können jeweils eine Geldstrafe oder sogar eine ein-bis dreijährige Freiheitsstrafe zur Folge haben.
Die Kosten für die erneute Errichtung des Leitpfostens durch die jeweilige Straßenbauverwaltung übernimmt in der Regel die Haftpflichtversicherung.
ACE-Tipp: Erkundigen Sie sich bei der zuständigen Straßenmeisterei nach der genauen Höhe der Montagekosten. Je nach Versicherungsvertrag kann es günstiger sein, den Schaden aus eigener Tasche zu zahlen und so eine Beitragserhöhung zu vermeiden.