Europas Mobilitätsbegleiter.
Weit mehr als nur Pannenhilfe!
Ihre Suche
Schreiben Sie uns eine E-Mail
notruf@ace.de
Rufen Sie uns an
+49 711 530 33 66 77
Schreiben Sie uns eine E-Mail
info@ace.de
Die Marke Zeekr ist noch relativ jung. Sie wurde erst 2021 vom chinesischen Geely-Konzern eingeführt, zu dem auch Volvo, Polestar und Smart gehören. Zeekr klingt wie Seeker. Das englische Wort "seek" bedeutet "nach etwas streben". Seeker lässt sich aber auch mit "Verfolger" übersetzen.
Das passt. Denn in den letzten fünf Jahren hat Zeekr bereits vier Modelle auf den deutschen Markt gebracht. Alle sind vollelektrisch und im Premiumsegment angesiedelt. Mit dem Zeekr 7 GT mischt die Marke den Kombi-Markt in Deutschland auf. Bei einer internationalen Fahrvorstellung im südspanischen Malaga konnten wir das Modell erstmals fahren.
Das Design des 7 GT stammt aus Europa, nämlich Göteborg in Schweden. Zeekr bezeichnet es als "ikonisch". Vor allem im Profil wirkt es sehr dynamisch und sportlich. Die Motorhaube sitzt niedrig. Noch niedriger liegen die Matrix-LED-Scheinwerfer, die so groß sind wie bei anderen Autos alleine das Tagfahrlicht.
"Hidden Energy" nennt Zeekr seine Design-Philosophie. Darunter sind nicht nur die prägnanten Formen gemeint, die dem Auto einen niedrigen Luftwiederstandswert von 0,25 cW bescheren. Auch die großzügig verbaute Technik ist hier gemeint. Kameras und Sensoren sind sichtbar, aber ins Design integriert. Ob das Gesamtdesign wirklich ikonisch ist, darüber lässt sich streiten. Ein Blickfang ist er auf jeden Fall.
Laut Zeekr wurde der 7 GT beim Fahrverhalten und der Bedienung auf die europäischen Bedürfnisse ausgerichtet. Denn in China fährt man anders als in Deutschland. Zum Beispiel nicht so schnell. So sieht der 7 GT nicht nur dynamisch aus, er fährt sich auch dynamisch.
Seine bis zu 646 PS unter der Haube erlauben eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,3 Sekunden. Auf den spanischen Bergstraßen ließ sich das zumindest im Ansatz gut austesten. Die Lenkung ist sehr präzise und auch bei hohen Geschwindigkeiten liegt er gut auf der Straße. Das liegt auch am Fahrwerk. Bei höherer Geschwindigkeit senkt die aktive Luftfederung das Auto um 20 mm ab.
Was den Fahrspaß trübt sind die Assistenzsysteme. Spurhalteassistent, Aufmerksamkeitsassistent und mehr warnen fast schon aggressiv. Bei der Vielzahl an Warntönen lässt sich gar nicht sagen, vor was nun eigentlich gewarnt wird. Zum Glück lassen sich die meisten Assistenten schnell ausschalten. Auch das ein Unterschied zu China. Dort hat man das Blinken und Piepsen wohl ganz gern.
Immer mehr Aufgaben übernimmt das Auto. Mit Schwung den Kofferraum schließen? Das geht bei vielen Autos gar nicht mehr, sondern läuft über einen Knopfdruck. Beim Zeekr gilt das sogar für die Türen. Ein Knopfdruck und die Türen öffnen und schließen von allein. Anfangs ist das noch faszinierend. Wer es aber eilig hat, dem geht alles zu langsam. Dann doch lieber selbst die Tür öffnen und mit Elan zuschmeißen. Das manuelle Türöffnen lässt sich zum Glück noch einstellen.
Hinterm Lenkrad sitzt ein recht kleines 13-Zoll-Display, das nur die wenigsten Fahrinformationen zeigt. Ergänzt wird es durch ein großes Head-up-Display und das 15-Zoll-Display des Infotainments. Das System funktioniert schnell, ist aber nicht immer intuitiv. Wo etwa lässt sich die Sprache einstellen? Selbst die Mitarbeiter von Zeekr mussten hierfür bei der Fahrvorstellung mehrere Minuten alle Menüs durchsuchen.
Die Zahl der haptischen Schalter und Knöpfe ging in den letzten Jahrzehnten bei den meisten Autoherstellern zurück. Da es hier oft Kritik gab und die Deutschen ihre Knöpfe vermissen, rudern einige Hersteller zurück und verbauen wieder mehr davon.
Bei Zeekr ist dieser Trend noch nicht angekommen. Im Gegenteil. Um etwa die Seitenspiegel einzustellen, braucht es erst das Infotainment-Display und dann einen Knopf am Lenkrad. Auch das Lenkrad selbst lässt sich nicht ohne das Display verstellen. Gleiches gilt natürlich auch für das Handschuhfach. Muss das sein? Dadurch wird das Display viel zu überladen.
Der 7 GT ist als Grand Tourer für die Langstrecke ausgelegt. In die Vordersitze ist neben einer Sitzheizung auch eine Belüftung integriert. Die Rückenlehne kann um 90 Grad nach hinten gekippt werden, so dass ein Powernap gut möglich ist – sofern die Rückbank frei ist. Ansonsten ist es in der hinteren Reihe geräumig. Sogar Menschen über 1,90 m haben nach vorne und oben entspannt Platz, die Beinfreiheit gibt Zeekr mit 95,3 cm an. In der Mitte lässt sich eine Lehne herunterklappen mit Cupholder. Im Fond lassen sich die Sitze ebenfalls beheizen und sogar um 20 Grad neigen.
Der Kofferraum ist mit 456 Litern ordentlich, aber nicht überragend. Der Zeekr punktet aber mit einem Frunk. Unter der Motorhaube stecken je nach Antriebsart nochmal bis zu 65 Liter. Für den Frunk gibt es optional eine Tragetasche, die exakt in die Form des Frunks passt. Dort lassen sich Einkäufe verstauen und mit der Tasche einfach transportieren. Die Rückbank lässt sich vom Kofferraum aus mit zwei Knöpfen leicht umklappen.
Die Reichweite liegt beim großen Akku mit 100 kWh bei 655 Kilometern nach WLTP. Beim 75-kWh-Akku sind es immerhin noch 519 Kilometer. Damit liegt der Zeekr fast gleichauf mit dem VW ID.7. Im Gegensatz zum ID.7 hat der 7 GT allerdings 800-Volt-Technologie verbaut. Die Ladeleistung liegt damit bei bis zu 450 kW. Der Akku lädt damit von 10 auf 80 Prozent in knapp einer Viertelstunde. Das ist doppelt so schnell wie bei der deutschen Konkurrenz.
Mit dem 7 GT ist Zeekr ein Auto gelungen, das Langstrecke und Familie gut verbindet. Er bietet sowohl Fahrspaß mit Komfort als auch moderne Ladetechnologie. Technisch sind die aggressiven Assistenzsysteme für den europäischen Markt noch nicht ausgereift. Auch die zentrale Steuerung über das Display wird nicht jedem gefallen. Trotzdem ist das Gesamtpaket attraktiv. Vor allem in Verbindung mit dem Preis. Der liegt bei der Einsteigsvariante bei knapp 48.000 Euro. Der ID.7. startet im Vergleich dazu bei etwa 54.500 Euro.
Fahrbericht
Fahrbericht
Fahrbericht