Fahrbericht:

DS 7 Crossback – Schicker Saubermann

29.11.2018

Gelungenes Debüt: Mit dem DS 7 Crossback springt DS Automobiles aus dem Schatten von Citroën und beweist, dass der Hersteller mehr ist als nur eine Sub-Kategorie mit dem Anspruch auf Chic.

Frisch sieht er aus. Modern. Ein wenig avantgardistisch. Klare Kanten wechseln sich mit schwungvollen Rundungen ab und schaffen eine Formensprache, die sich zwar erst auf den zweiten Blick, dann aber in einer Fülle erklärt, die man bei deutschen oder asiatischen SUVs vermisst. Mit dem DS 7 (ab 32.000 Euro) schafft die einstige Premium-Sparte von Citroën – DS Automobiles – endlich die endgültige Abnabelung und wagt den ersten Sprung gleich in das Haifischbecken der Crossover-Modelle. Die Konkurrenz ist gewaltig. Doch der DS 7 weiß den Fahrer schon beim Erstkontakt mit seinen 3D-Leuchtgrafiken und den kristallartigen Rücklichtern zu umschmeicheln.

Infotainment überzeugt mit detailverliebten Animationen

Auch der Innenraum ist ohne Zweifel ein Hingucker. Auf der Mittelkonsole rahmt lediglich eine Handvoll scheinbar aus dem Vollen gefräster Knöpfe den Gangwahlhebel ein, darüber sitzt der hervorragend zu bedienende und schnelle Touchscreen mit einer Bildschirmdiagonale von zwölf Zoll (30 Zentimeter). Die exakt gleichen Abmessungen hat auch das Display, das den Fahrer vor dem Lenkrad mit allen nötigen Informationen versorgt. Mittels eines Drehschalters auf dem haptisch und optisch sehr ansprechenden Lenkrad lassen sich verschiedene Modi auf dem Bildschirm einstellen. Von einer hervorragenden Navigation in 3D-Ansicht wechselt die Anzeige mit spielerisch animierten dreidimensionalen Übergängen in das Fahrhilfen-Menü, zu den Verbrauchsdaten oder in eine simple Ansicht, die lediglich Geschwindigkeit und Fahrmodus anzeigt. Von der detailverliebten Darstellung kann sich manch anderer Premiumhersteller gerne eine Scheibe abschneiden. So wird selbst ein gewöhnliches SUV zu etwas Besonderem.

Schick wie einst die Citroën DS

Doch auch analoge Reize weiß der DS 7 Crossback durchaus zu vermitteln. Das gesteppte Leder der mittleren „So chic“-Ausstattung (ab 33.490 Euro) findet sich auf den Sitzen, dem Armaturenbrett sowie der Türverkleidung wieder und lässt einen Hauch Luxusklasse durch den Franzosen wehen. Lediglich die Anfälligkeit der vielen Klavierlack-Oberflächen für Staub und Fingerabdrücke dürfte nach einiger Zeit störend werden.

Besonders sauberer Diesel-Motor

Der positive Eindruck bleibt auch erhalten, wenn sich beim Motorstart ein rechteckiger BRM-Chronograph über dem Infotainment-Bildschirm aus seinem Versteck dreht. Unser Testwagen trägt einen 130 kW/177 PS starken Turbodiesel mit vier Zylindern und zwei Litern Hubraum unter der Haube, eine Achtgang-Automatik mit spritsparender Segelfunktion übernimmt mit gut abgestimmten und sehr sanften Gangwechseln die Schaltarbeit. Das maximale Drehmoment von 400 Newtonmetern liegt bei 2000 Umdrehungen pro Minute an und ermöglicht besonders im Stadtverkehr und auf der Landstraße ein komfortables Cruisen in niedrigen Drehzahlbereichen. Ausgezeichnet hat sich der Motor schon mehrfach bei Abgas-Tests. So ist er zwar nach Euro 6d-TEMP zertifiziert, dürfte also bis 168 mg Stickoxid pro Kilometer ausstoßen, unterbietet das allerdings deutlich. Im Schnitt liegt der Crossback bei nur 18 mg. Das würde locker für den Grenzwert 6d (ohne TEMP) reichen, dort liegt der Grenzwert bei 120 mg. Selbst den bisher nur diskutierten Grenzwert von Euro 7, der laut Gerüchten bei 20 mg liegen könnte, würde der DS 7 damit unterbieten.

Schicker Crossover, aber kein Geländegänger

Übrigens: Wer im DS 7 einen schicken Geländegänger sehen möchte, der wird enttäuscht. Den Crossback gibt es lediglich mit Vorderradantrieb, der nur für den urbanen Dschungel taugt. Allerdings soll ein hybrider Antriebsstrang mit Allrad bald folgen. Er soll einen 1,6 Liter-Vierzylinder mit zwei Elektromotoren kombinieren. Dabei soll eine Systemleistung von 300 PS und ein Drehmoment von 450 Nm entstehen und der DS 7 damit 50 Kilometer rein elektrisch fahren. Bei unserem Testwagen gibt DS einen Verbrauch von 4,9 Liter auf 100 Kilometer an. Wir brauchten immer etwas mehr, waren aber auch viel im Stadtverkehr und Stop & Go unterwegs.

Schaukelige Autobahnetappen

Vor allem bei entspanntem Landstraßentempo macht der DS 7 Crossback eine gute Figur. Im Komfortmodus schluckt das Fahrwerk alle Stöße, Wellen und Schlaglöcher gekonnt weg und auch die Lenkung, die in allen Modi sehr gut kalibriert ist, trägt zu einem angenehmen Reisekomfort bei. Doch so gut der Komfortmodus auf der Landstraße funktioniert, auf der Autobahn kann er regelrecht gefährlich werden. Schon bei einer normalen Reisegeschwindigkeit ab 130 km/h schaukelt sich der DS 7 im weichsten Fahrmodus extrem auf und wankt über Betonplatten oder Dehnfugen. Einmal den Fahrmodus-Knopf drücken schafft zwar Abhilfe, überraschend ist das Verhalten aber allemal.

DS gelingt der erste eigene Wurf

Komfortabel kann der DS 7 Crossback trotzdem am besten. Mit beheiz- und kühlbaren Vordersitzen (samt Massagefunktion) und einer Rückbank, deren Lehnen sich auf Knopfdruck in eine angenehm geneigte Position verschieben, dürfte das SUV wohl auch in China, dem Chauffeur-Markt schlechthin, viele Fans finden. Dazu gibt es ein klangstarkes Soundsystem und mit Apple CarPlay und Android Auto auch mehrere Möglichkeiten, das Smartphone ins Infotainment einzubinden. Und auch, wenn die Fahrleistungen (knapp zehn Sekunden auf Tempo 100, Höchstgeschwindigkeit rund 210 km/h) nicht überragend sind, lässt der DS 7 trotzdem Freude aufkommen. Die rührt letztendlich nicht nur vom tollen Fahrkomfort, sondern auch von der Gewissheit, ein Auto zu fahren, das nicht aussieht wie alle anderen und das auch noch besonders sauber ist. Ein guter erster Wurf für DS und eine echte Alternative zum bekannten Mainstream.