Fahrbericht:

Opel Astra – Kompakter Sportler

30.01.2019

Die Klasse der Kompaktwagen wird nicht ohne Grund auch „Golfklasse“ genannt – der Wolfsburger dominiert hier seit Jahrzehnten. Und auch wenn die Konkurrenz aufgeholt hat, der Opel Astra ist nach wie vor der schärfste Verfolger.

Im ACE LENKRAD-Test: der Opel Astra 1.4 Innovation mit dem 125 PS-Benziner. Keine Frage, die Designer aus Rüsselsheim haben beim Entwurf der aktuellen Astra-Version vor allem auf Sportlichkeit gesetzt. Der schmale Kühlergrill geht nahtlos in die nach oben gezogenen Scheinwerfer über. Auch die leicht ansteigende Gürtellinie sowie die stark nach hinten gezogene Frontscheibe vermitteln Dynamik. Ein optisches Versprechen, das – soviel sei schon verraten – auf ganzer Linie gehalten wird. Einziges Manko: Vor allem nach hinten ist die Übersichtlichkeit doch etwas eingeschränkt. Rückfahrkamera und Parkpilot (serienmäßig ab Ausstattungsvariante Innovation) sind beim Rangieren in engeren Parklücken eine echte Erleichterung.

Sehr gute Sitze im Opel Astra

Auch im Innenraum wird der gute erste Eindruck bestätigt. Der Fahrerarbeitsplatz ist angenehm gestaltet, das Lenkrad liegt gut in der Hand. Für den ein oder anderen könnten etwas zu viel Knöpfchen und Schalter vorhanden sein, doch die Bedienung erfolgt intuitiv und gibt keine Rätsel auf. Die Sitze verdienen das Prädikat langstreckentauglich, vor allem ist der sehr gute Seitenhalt zu loben – was auch wieder den sportlichen Auftritt des Astra unterstreicht. Auch auf der Rückbank geht es relativ entspannt zu, lediglich großgewachsene Menschen könnten sich über etwas wenig Kopffreiheit beklagen. Das Gepäckabteil wirkt auf den ersten Blick etwas mickrig, was aber vielleicht auch an der relativ hohen Ladekante liegt. 370 Liter fasst der Kofferraum, bei umgelegter Rückbank vergrößert sich das Ladevolumen auf bis zu 1210 Liter. So lassen sich auch größere Dinge relativ einfach transportieren.

Spritverbrauch entspricht fast der Herstellerangabe

Der optische sportliche Eindruck ist das Eine – fährt sich der Opel so wie er aussieht? Die Antwort lautet eindeutig ja. Die knackige Sechs-Gang-Schaltung in Kombination mit der direkten Lenkung und dem straffen Fahrwerk bedeuten Fahrspaß pur. Ein Spaß, der noch nicht einmal unbedingt bei den Tankstopps getrübt wird. Mit sechs Litern gibt Opel den Verbrauch für den 125 PS-Benziner an – wir benötigten im Schnitt 6,2 Liter. Selten, dass der reale Verbrauch so nah an der Herstellerangabe bleibt! Die Motorenentwickler haben ihre Hausaufgaben erledigt, für einen Vertreter der Kompaktklasse ist dieser Verbrauch definitiv in Ordnung.

Einsteigspreis liegt unter 20.000 Euro

Mit der 90 PS-Einstiegsmotorisierung ist der Opel Astra für unter 20.000 Euro zu haben – mit noch nicht einmal allzu magerer Grundausstattung. Radio und Klimaanlage sind genauso an Bord wie Front-, Seiten- und Kopfairbags sowie Komfortsitze und Berganfahr-Assistent. Trotzdem lohnt sich natürlich ein Blick auf die besser ausgestatteten Varianten. Unser Testwagen hatte die Ausstattungsvariante Innovation (ab 23.415 Euro) an Bord, allein Rückfahr- und Frontkamera, Klimaautomatik und die sehr guten ergonomischen Aktiv-Sitze lohnen die Mehrausgabe.

Astra ist echte Golf-Alternative

Mit dem Astra hat Opel wieder einen sehr guten Vertreter der Kompaktklasse am Start, der eine echte Alternative zum Marktführer darstellt. Der Rüsselsheimer überzeugt sowohl von der Optik, wie auch mit seinen inneren Werten.