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Europas Mobilitätsbegleiter.
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Erhebung mit Blick auf ländliche Gegend

Zum Start der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September hat der ACE 193 ländliche Bahnhöfe und Haltestellen auf ihre Fahrradfreundlichkeit getestet. Das Ergebnis: Gute Abstellmöglichkeiten sind vielerorts vorhanden, doch bei der Anbindung und zusätzlichen Angeboten gibt es Nachholbedarf.

 

  • Drei Prozent der getesteten Bahnhöfe nicht für den Umstieg aufs Fahrrad geeignet
  • Fahrradboxen und -parkhäuser im Kommen: an jedem dritten Bahnhof vorhanden
  • Fahrradfreundliche Extras wie Leihräder, Ladeboxen und Reparaturstationen sind die Ausnahme

Wie sicher und komfortabel ist der Umstieg?

Fahrradabstell-Check bei Regensburg

Bike & Ride:

Fahrrad und öffentlicher Nahverkehr können gerade im ländlichen Raum ein starkes Team sein: Mit dem Rad geht es zum Bahnhof, anschließend mit Bus oder Bahn weiter zum Ziel. Damit dieser sogenannte „Bike+Ride-Verkehr“ im Alltag funktioniert, braucht es sichere Wege zum Bahnhof und gute Möglichkeiten, das Fahrrad dort abzustellen.

Anlässlich der Europäischen Mobilitätswoche, eine Initiative der Europäischen Kommission, haben wir deshalb genauer hingeschaut. Unter dem Motto „FAHRRAD.LAND.UMSTIEG. SICHER & NACHHALTIG“ haben ehrenamtliche ACE-Teams in den vergangenen Monaten 193 kleinere Bahnhöfe und Haltestellen abseits der Metropolen bundesweit unter die Lupe genommen. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie sicher und komfortabel ist der Umstieg vom Fahrrad auf den ÖPNV möglich?
 

Die Europäische Mobilitätswoche macht jedes Jahr darauf aufmerksam, wie nachhaltige Mobilität im Alltag funktionieren kann und welche Voraussetzungen dafür notwendig sind. Gerade die Kombination aus Fahrrad und ÖPNV bietet dabei großes Potenzial: Das Fahrrad kann die Strecke zwischen Wohnort und Bahnhof überbrücken, während Bus oder Bahn längere Distanzen übernehmen.

Der ACE-Fahrradabstell-Check zeigt jedoch: An vielen Bahnhöfen gibt es bereits gute bis sehr gute Voraussetzungen für Radfahrende. Gleichzeitig fehlt es an fast der Hälfte der getesteten Standorte an einer direkten Anbindung an das Radwegenetz.

Alle Ergebnisse auf einen Blick

Alle Ergebnisse im Überblick:

Welche Bahnhöfe bieten gute Bedingungen für Radfahrende – und wo besteht noch Handlungsbedarf? Alle Ergebnisse des ACE-Fahrradabstell-Checks gibt es hier kompakt zum Nachlesen.
Alle Ergebnisse ansehen

Fast jeder zweite Bahnhof ohne gute Radweganbindung

Wer sein Fahrrad am Bahnhof abstellen und anschließend in Bus oder Bahn umsteigen möchte, muss zunächst sicher dorthin gelangen. Genau hier sehen die engagierten Ehrenamtlichen des ACE noch erheblichen Handlungsbedarf.
 

45 Prozent der getesteten Bahnhöfe und Haltestellen weisen Defizite bei der Radwegnetzanbindung auf. Eine direkte und sichere Verbindung zum Radwegenetz fehlt teilweise. Damit wird der Umstieg vom Fahrrad auf den ÖPNV unnötig erschwert und die Verkehrssicherheit im Umfeld der Bahnhöfe beeinträchtigt.
 

Bei 3 Prozent der getesteten Standorte waren die Voraussetzungen für den Umstieg zwischen Fahrrad und ÖPNV sogar so schlecht, dass die Bahnhöfe aus unserer Sicht als gänzlich ungeeignet eingestuft wurden. Besonders schlecht schnitten Eichstätt und Hagelstadt in Bayern sowie Hattorf in Niedersachsen ab.

Fahrradparken am Bahnhof funktioniert vielerorts bereits gut

Bahnhöfe sind gut ausgestattet.

Parkmöglichkeiten gibt es viele:

Positiv fällt dagegen der Blick auf die eigentlichen Fahrradabstellanlagen an den Bahnhöfen aus. Rund 79 Prozent der getesteten Standorte – insgesamt 153 Bahnhöfe und Haltestellen – bieten gute bis sehr gute Voraussetzungen für den Umstieg vom Fahrrad auf den ÖPNV.

An jeweils 89 Prozent der Standorte fanden die ACE-Testerinnen und Tester freie und sichere Fahrradstellplätze vor. Die Abstellanlagen waren überwiegend so gestaltet, dass Fahrräder nicht leicht umkippen und vor Diebstahl geschützt werden können. Auch die Erreichbarkeit war an den meisten Standorten gut.

 

Weitere Ergebnisse des Fahrradabstellchecks:

 

  • 93 Prozent der Standorte verfügen über einen festen Untergrund.
  • 88 Prozent der Fahrradabstellanlagen sind beleuchtet.
  • 83 Prozent bieten einen Witterungsschutz.
  • 78 Prozent der getesteten Bahnhöfe punkteten bei der Sauberkeit im Bereich der Fahrradabstellanlagen.

Fahrradboxen und Fahrradparkhäuser werden wichtiger

Fahrradboxen werden wichtiger

Diebstahlschutz:

Bei den geschützten Abstellmöglichkeiten zeigt sich eine erfreuliche Entwicklung: An mehr als jedem dritten der getesteten Bahnhöfe (35 Prozent) gibt es bereits Fahrradboxen oder ein Fahrradparkhaus. Gerade angesichts der zunehmenden Verbreitung hochwertiger Fahrräder und Pedelecs gewinnen solche Angebote an Bedeutung. Abschließbare Abstellanlagen schützen Fahrräder nicht nur besser vor Diebstahl, sondern auch vor Beschädigungen und Witterungseinflüssen.

Reparaturstationen und Ladeboxen noch selten

Auch zusätzliche Services können den Umstieg auf den ÖPNV attraktiver machen. Solche Angebote sind bislang jedoch die Ausnahme. Reparaturstationen gibt es an 16 Prozent der getesteten Standorte, Ladeboxen für Pedelec-Akkus an 13 Prozent. Noch seltener sind Leihfahrräder, die lediglich an neun Prozent der Standorte zur Verfügung standen.
 

Besonders fahrradfreundlich präsentierten sich im Test Murnau in Südbayern, Augustfehn in Niedersachsen und Bogen in Niederbayern. Murnau erreichte als einziger Standort die Höchstpunktzahl, nicht zuletzt aufgrund von einer vorhandenen Reparaturstation, Videoüberwachung, Ladeboxen für Pedelec-Akkus und einem Fahrradverleih vor Ort.

Fahrrad und ÖPNV zusammendenken

Die Ergebnisse des ACE-Fahrradabstell-Checks zeigen: Nachhaltige Mobilität braucht funktionierende Schnittstellen zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln. Gerade im ländlichen Raum kann die Kombination aus Fahrrad und ÖPNV eine wichtige Alternative zum Auto sein.
 

Dafür müssen Radwege, Fahrradabstellanlagen und öffentliche Verkehrsmittel zusammengedacht und aufeinander abgestimmt werden. Sichere und direkte Wege zum Bahnhof sind ebenso wichtig wie ausreichend dimensionierte, gut erreichbare und geschützte Fahrradstellplätze. Zusätzliche Angebote wie Reparaturstationen, Ladeboxen oder Leihräder können den Umstieg noch attraktiver machen.

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