Europas Mobilitätsbegleiter.
Weit mehr als nur Pannenhilfe!
Ihre Suche
Schreiben Sie uns eine E-Mail
notruf@ace.de
Rufen Sie uns an
+49 711 530 33 66 77
Schreiben Sie uns eine E-Mail
info@ace.de
Zum Start der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September hat der ACE 193 ländliche Bahnhöfe und Haltestellen auf ihre Fahrradfreundlichkeit getestet. Das Ergebnis: Gute Abstellmöglichkeiten sind vielerorts vorhanden, doch bei der Anbindung und zusätzlichen Angeboten gibt es Nachholbedarf.
Fahrrad und öffentlicher Nahverkehr können gerade im ländlichen Raum ein starkes Team sein: Mit dem Rad geht es zum Bahnhof, anschließend mit Bus oder Bahn weiter zum Ziel. Damit dieser sogenannte „Bike+Ride-Verkehr“ im Alltag funktioniert, braucht es sichere Wege zum Bahnhof und gute Möglichkeiten, das Fahrrad dort abzustellen.
Anlässlich der Europäischen Mobilitätswoche, eine Initiative der Europäischen Kommission, haben wir deshalb genauer hingeschaut. Unter dem Motto „FAHRRAD.LAND.UMSTIEG. SICHER & NACHHALTIG“ haben ehrenamtliche ACE-Teams in den vergangenen Monaten 193 kleinere Bahnhöfe und Haltestellen abseits der Metropolen bundesweit unter die Lupe genommen. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie sicher und komfortabel ist der Umstieg vom Fahrrad auf den ÖPNV möglich?
Die Europäische Mobilitätswoche macht jedes Jahr darauf aufmerksam, wie nachhaltige Mobilität im Alltag funktionieren kann und welche Voraussetzungen dafür notwendig sind. Gerade die Kombination aus Fahrrad und ÖPNV bietet dabei großes Potenzial: Das Fahrrad kann die Strecke zwischen Wohnort und Bahnhof überbrücken, während Bus oder Bahn längere Distanzen übernehmen.
Der ACE-Fahrradabstell-Check zeigt jedoch: An vielen Bahnhöfen gibt es bereits gute bis sehr gute Voraussetzungen für Radfahrende. Gleichzeitig fehlt es an fast der Hälfte der getesteten Standorte an einer direkten Anbindung an das Radwegenetz.
Wer sein Fahrrad am Bahnhof abstellen und anschließend in Bus oder Bahn umsteigen möchte, muss zunächst sicher dorthin gelangen. Genau hier sehen die engagierten Ehrenamtlichen des ACE noch erheblichen Handlungsbedarf.
45 Prozent der getesteten Bahnhöfe und Haltestellen weisen Defizite bei der Radwegnetzanbindung auf. Eine direkte und sichere Verbindung zum Radwegenetz fehlt teilweise. Damit wird der Umstieg vom Fahrrad auf den ÖPNV unnötig erschwert und die Verkehrssicherheit im Umfeld der Bahnhöfe beeinträchtigt.
Bei 3 Prozent der getesteten Standorte waren die Voraussetzungen für den Umstieg zwischen Fahrrad und ÖPNV sogar so schlecht, dass die Bahnhöfe aus unserer Sicht als gänzlich ungeeignet eingestuft wurden. Besonders schlecht schnitten Eichstätt und Hagelstadt in Bayern sowie Hattorf in Niedersachsen ab.
Positiv fällt dagegen der Blick auf die eigentlichen Fahrradabstellanlagen an den Bahnhöfen aus. Rund 79 Prozent der getesteten Standorte – insgesamt 153 Bahnhöfe und Haltestellen – bieten gute bis sehr gute Voraussetzungen für den Umstieg vom Fahrrad auf den ÖPNV.
An jeweils 89 Prozent der Standorte fanden die ACE-Testerinnen und Tester freie und sichere Fahrradstellplätze vor. Die Abstellanlagen waren überwiegend so gestaltet, dass Fahrräder nicht leicht umkippen und vor Diebstahl geschützt werden können. Auch die Erreichbarkeit war an den meisten Standorten gut.
Weitere Ergebnisse des Fahrradabstellchecks:
Bei den geschützten Abstellmöglichkeiten zeigt sich eine erfreuliche Entwicklung: An mehr als jedem dritten der getesteten Bahnhöfe (35 Prozent) gibt es bereits Fahrradboxen oder ein Fahrradparkhaus. Gerade angesichts der zunehmenden Verbreitung hochwertiger Fahrräder und Pedelecs gewinnen solche Angebote an Bedeutung. Abschließbare Abstellanlagen schützen Fahrräder nicht nur besser vor Diebstahl, sondern auch vor Beschädigungen und Witterungseinflüssen.
Auch zusätzliche Services können den Umstieg auf den ÖPNV attraktiver machen. Solche Angebote sind bislang jedoch die Ausnahme. Reparaturstationen gibt es an 16 Prozent der getesteten Standorte, Ladeboxen für Pedelec-Akkus an 13 Prozent. Noch seltener sind Leihfahrräder, die lediglich an neun Prozent der Standorte zur Verfügung standen.
Besonders fahrradfreundlich präsentierten sich im Test Murnau in Südbayern, Augustfehn in Niedersachsen und Bogen in Niederbayern. Murnau erreichte als einziger Standort die Höchstpunktzahl, nicht zuletzt aufgrund von einer vorhandenen Reparaturstation, Videoüberwachung, Ladeboxen für Pedelec-Akkus und einem Fahrradverleih vor Ort.
Die Ergebnisse des ACE-Fahrradabstell-Checks zeigen: Nachhaltige Mobilität braucht funktionierende Schnittstellen zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln. Gerade im ländlichen Raum kann die Kombination aus Fahrrad und ÖPNV eine wichtige Alternative zum Auto sein.
Dafür müssen Radwege, Fahrradabstellanlagen und öffentliche Verkehrsmittel zusammengedacht und aufeinander abgestimmt werden. Sichere und direkte Wege zum Bahnhof sind ebenso wichtig wie ausreichend dimensionierte, gut erreichbare und geschützte Fahrradstellplätze. Zusätzliche Angebote wie Reparaturstationen, Ladeboxen oder Leihräder können den Umstieg noch attraktiver machen.
Produkttests
Pflege, Reparatur & Wartung